Kapitel 1

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New York, Samstag., 13. August 2018

,,Alles ereignete sich damals in Chicago, am 25. Juli 2011. Draußen stürmte es. Der Wind schüttelte die Zweige von den Ästen. Die Sturmwolken jagten über den Nachtdunklen Himmel und der Regen prasselte auf die verlassene Straße. Plötzlich hörte ich einen lauten Schrei. So schnell ich konnte rannte ich die Straße entlang. Mein älterer Bruder, Ethan, wollte mich aufhalten, doch als er mich einholte, sah ich zwei Leichen am Boden liegen. Es waren unsere Eltern. Die Mörder hatten es auf unsere Mutter abgesehen, da sie ihnen viel Geld schuldete und unser Vater wollte sie beschützen, doch sie waren zu schwach.  ,,Fuck! Euch erwische ich schon noch!" Ethan rannte den Mördern nach um sich zu rechen, doch ich blieb wie erstarrt stehen.  Die Mörder rannten mit einem breiten Grinsen im Gesicht davon. Wenn ich heute daran denke werde ich wütend und traurig gleichzeitig. Ich hätte nicht einfach nur dastehen sollten. Ich hätte eingreifen und etwas unternehmen sollen. Ethan sagt mir immer wieder, dass ich sowieso zu klein gewesen wäre um etwas gegen die Arschlöcher ausrichten zu können, doch ich hätte wenigstens Hilfe hohlen könnten. Vielleicht wären sie ja wieder aufgewacht..."

,,Scheiße Ebby das tut mir echt leid. Ich bin immer für dich da, das weißt du ja." Ava nimmt mich fest in den Arm. ,,Danke. Ich hab wirklich Glück so eine tolle beste Freundin wie dich zu haben!", lobe ich sie. Auf einmal leuchtet der Display von meinem Handy auf. -Ethan- Ich bin gespannt was er jetzt schon wieder von mir will. Wenn ich jetzt ran gehe, wird er mich sicher wieder darauf hinweisen, ja nicht zu spät nach Hause zu kommen. ,,Ebby! Du musst sofort nach Hause fahren!", schreit er mit gereizter Stimme. ,,Wie immer schön von dir zu hören Ethan, aber ich hab gerade leider keine Zeit um mit dir 'My Little Ponys' zu schauen.", ziehe ich ihn auf. ,,Das ist nicht witzig. Der Boss hat angerufen. Wir haben einen wichtigen Job zu erledigen. Wenn du hier bist besprechen wir alles und ich gebe dir die nötigen Informationen.", er hat einfach aufgelegt. 

Scheiße... Ich will unser Mädelswochenende nicht schon wieder ins Wasser fallen lassen. ,,Tut mir leid Ava, du weißt ja, das Geschäft ruft." Sie sieht mich enttäuscht an. „Es ist immer wieder dasselbe. Wenn du schon gehst, pass wenigstens auf dich auf, bevor ich dich ganz verliere." Ava tut mir schon leid. Auf der einen Seite will ich sie auf keinen Fall hängen lassen, da sie auch immer für mich da ist, doch auf der anderen Seite, muss ich meiner Pflicht folgen. Ich bin schließlich erst 19 und zu jung um zu sterben. Während der Heimfahrt wünsche ich mir, ich hätte damals die Wahl gehabt, mich zwischen diesem gefährlichen- und einem normalen Leben entscheiden zu können, doch nun ist die Gang meine Familie und wenn ich mich nicht auf diese Arschlöcher eingelassen hätte, wäre ich höchstwahrscheinlich unter der Brücke verendet oder hätte als Prostituierte leben müssen. Bei dem Gedanken daran, wird mir schlecht.
Ethan hat sich ziemlich gestresst angehört und kaum bin ich aus dem Auto ausgestiegen, reißt er schon die Haustür auf und springt hervor. ,,Da bist du ja endlich! Komm herein und setz dich in mein Büro." Auf dem Tisch stehen 2 Tassen Kaffee und eine ausgebreitete Landkarte von irgendeiner Insel die mir auf den ersten Blick unbekannt erscheint. Ethan bemerkt, dass ich die Karte gesehen habe und bietet mir erst mal an, mich hinzusetzen. Nachdem er ein paar mal stark Luft holt, fängt er an zu reden. „Wir werden einen Ausflug machen, aber bis Sonntagabend sind wir bestimmt wieder zurück, damit du in der Uni nichts verpasst. Hoffentlich..."
Bis jetzt denke ich mir noch nichts dabei, da ich eigentlich immer relaxt bin, jedoch, habe ich gehört wie er ein leises hoffentlich hinzugefügt hat, welches mich nachdenklich macht. „Wo liegt diese verdammte 'Horror-Insel' denn überhaupt!?" Ich dachte Ethan würde lachen, doch er verzieht das Gesicht zu einer finsteren Mähne. „Verdammt, EBBY! Du solltest diese Mission wirklich ernst nehmen. Die North Brother Insel liegt im East River mitten in New York. Jeder kennt sie und jeder fürchtet sie, da sie eine schlimme Vergangenheit hat. „Willst du mich jetzt komplett verarschen?? Das ist doch die Insel wo die Typen von 'The dreaded' ihr Quartier haben... Dort haben wir nichts zu suchen!", mein Bauch zieht sich zusammen. Ethan scheint genauso darüber zu denken wie ich. „Okay, du bist wütend, aber wir haben keine Wahl. Außerdem werden wir befördert, falls wir zurückkommen und unsere ganze Gang wird fahren. Das ist die Chance, um uns zu beweisen! Der Grund warum wir fahren ist, dass The dreaded einen die Frau vom Boss eingesperrt hat, da sie ihnen verraten sollte, wo wir uns aufhalten." Ich begreife gerade, dass alles hier kein einfacher Job wie Autos klauen ist, sondern eine Rettungsaktion. „Mach dich jetzt fertig Ebby. Um Mitternacht legt unser Schiff ab." Ohne ein Wort zu sagen gehe ich davon. Mittlerweile ist es 22:00. Besser ich gehe noch schnell duschen und packe dann sofort meine Waffentasche, denn wir müssen mindestens eine halbe Stunde früher mit dem Auto losfahren.

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