Es war ein ruhiger Abend im Haus der Potters. James und Lily saßen unten im Wohnzimmer und verdrängten ihre Sorgen ein weiteres mal. Sie wussten, dass ihr kleiner Sohn, er war gerade mal ein Jahr alt, womöglich der Auserwählte war.
Seitdem Dumblebore ihnen und den Longbottoms, dessen Sohn auch Ende Juli geboren ist, die Nachricht mitgeteilt hatte, machten sie sich Sorgen um ihn, aber auch um die vierjährige Dahlia.
Denn sollte Voldemort wirklich kommen, und sie wettete, dass er es irgendwie schaffen würde, dann würde dieser keine Acht für ein Kleinkind haben.
Und allmählich wurde es schwer in dem Haushalt. Dahlia wollte ständig raus. Die Kleine war eine richtige Entdeckerin und gar nicht dafür gemacht die ganze Zeit in dem Haus der Potters zu hocken. Einmal hatte die Kleine es sogar geschafft abzuhauen.
Als James und Lily beide damit beschäftigt waren sich um Harry zu kümmern, welcher gerade einen Unfall mit seinem Spielzeugbesen hatte und dabei eine Vase seiner Mutter zerbrochen hat, fand das kleine Mädchen einen Weg die Haustür zu öffnen und rauszurennen.
Zum Glück ist es Lily und James gerade rechtzeitig aufgefallen, weshalb Lily - James blieb kurz bei Harry - die kleine Dahlia im Vorgarten ihrer Nachbarin Blumen pflücken sah.
"Guck mal, Mummy. Blumen", sagte die Kleine und hielt stolz zwei Gänseblümchen hoch.
"Das ist toll, meine Süße", sagte Lily, "aber du hast Mummy und Daddy gerade einen riesen Schrecken eingejagt." Dann nahm sie ihre Tochter in den Arm. Dahlia wusste nicht, wieso sie nicht alleine raus sollte und kannte schon gar nicht die Gefahren, die auf die junge Hexe warten könnten, denn sollte sie in die falschen Hände geraten und als Druckmittel gegen die Potters verwendet werden, wüssten ihre Eltern nicht, was sie machen sollte.
Lily und James wussten, dass sie ihre Tochter nicht für immer hier halten konnten, deshalb fiel ihnen ihre Entscheidung nur noch schwerer.
"Denkst du wir machen das Richtige?", fragte Lily leise mit einem Blick auf den gelben Koffer mit den weißen Blumen, der im Flur der Potters stand.
James seufzte. "Sieh es als kleinen Urlaub an", sagte er als er im Wohnzimmer auf und ab ging. "Ihr wird es bei Sirius ganz sicher gut gehen.
Plötzlich ertönte ein leises quietschen, bei dem Lily sofort erschrak. Die Panik war ihr ins Gesicht geschrieben.
Jedenfalls bis James beruhigend ihre Schulter berührte und hinter sie deutete.
"Dee, Süße, wieso bist du denn noch wach?", fragte Lily sanft und eilte zu ihrer kleinen, schweißgebadeten Tochter.
Dahlia strich ihre feuchten roten Haare nach hinten und schüttelte leicht ihren Kopf. "Albtraum", flüsterte das Mädchen und hielt sich an ihrer Mutter fest, als wäre Lily eine Boje auf hoher See.
Lily nahm das rothaarige Mädchen auf ihren Arm und kuschelte sie an sich.
"Wie du schon gesagt hast, es war nur ein Traum", flüsterte sie und strich der Kleinen sanft über den Rücken, bevor sie Dahlia auf das Sofa legte und zudeckte. "Es war nur ein böser Traum. Mummy und Daddy werden immer für dich da sein, wenn du einen Albtraum hast."
Sie setzte sich neben sie, als James mit einem feuchten Lappen ankam, den er Lily gab um ihn deren Tochter auf die Stirn zu legen.
Für einen kurzen Moment schlief die Kleine wieder ein, während Lily ihr den Schweiß von der Stirn tupfte. Als Dahlia jedoch wieder unruhiger wurde, erklang noch ein Geräusch und James, welcher direkt am Fenster stand, verfiel in Panik.
"Lily? Hol' Harry und bring ihn in Sicherheit. Ich kümmer' mich um Dahlia und-", er stoppte für den Bruchteil einer Sekunde, "und um den Rest."
Lily nickte schnell und gab ihrer Tochter einen kurzen Kuss auf die Stirn, ehe sie hoch zu Harry ins Kinderzimmer rannte.
Im selben Moment weckte James die kleine Dahlia.
"Wir spielen jetzt ein Spiel", sagte James schnell und leise, "Wir spielen jetzt verstecken. Es kommt gleich ein böser Mann hier rein, und du musst ganz leise sein und dich sehr gut verstecken. Und du kommst erst wieder heraus, wenn Mummy oder Daddy dich finden, okay? Und egal was du hörst, du kommst nicht aus deinem Versteck."
Dahlia nickte etwas benommen und sprang vom Sofa, doch da flog schon die Tür auf und ein großer Mann, von seinem Gesicht würden ihre Albträume nur noch geprägt sein, kam herein. Sie war wie versteinert, und ihr Vater, der alles daran setzte um sie zu beschützen unterzog sich einem Kampf mit dem Fratzengesicht.
Doch er verlor.
Über Dahlias Wangen strömten Tränen. Er sah sie an. Eine gefühlte Ewigkeit verging, ehe sie sich wieder daran erinnerte, was ihr Vater ihr sagte, also fing sie an zu rennen und versteckte sich in einer dunklen Ecke in der Vorratskammer.
Sie weinte leise, hörte das Blut in ihren Ohren rauschen, konnte nur schwer atmen.
Sie würde sich wohl ihr ganzes Leben fragen, wieso er sie verschont hatte, doch die Antwort würde ihr mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht allzu schnell in die Arme fliegen. Wenn sie es überhaupt je erfahren würde. Doch eins war sicher, sie würde sich irgendwann an diesem Mann rächen.
Es war ihr egal wer er war oder wie stark er war, doch er würde nicht einfach so davonkommen. Nicht solange das kleine Mädchen, welches er verschont hatte, am Leben war.
Dahlia bemerkte nicht, wie sie einschlief.
Erst, als sie Sirius' Stimme hörte erwachte sie aus einem unruhigen Schlaf, in dem sie sich befunden hatte.
"Dee?", rief ihr Patenonkel der Kleinen heiser und eindeutig besorgt. "Dahlia, wo bist du?!"
Das Mädchen war verwirrt als sie von der Stimme ihres Patenonkels aufgeweckt wurde. Hatte sie sich nicht in der kleinen Vorratskammer versteckt? War alles vielleicht nur ein böser Traum gewesen?
Schnell stand sie auf und rannte Sirius, der gerade ihr Zimmer betrat in die Arme.
An diesem Morgen kam er ursprünglich nur, weil er das Kleine Mädchen abholen wollte. Er hätte jedoch nie damit gerechnet, dass er sich in diesem Szenario vorfinden würde.
Und plötzlich fiel es ihm wie Steine vom Himmel.
Es war Peter. Er ist es schon immer gewesen. Er hatte seine besten Freunde betrogen, er hatte Voldemort verraten, wo Lily und James wohnten. Peter war immer der Stille gewesen, doch nie hätte er gedacht, dass er zu so etwas in der Lage sein konnte.
Und so konnte man sich in Menschen täuschen, die man zu glaubte zu kennen.
Dann brach das Geschrei eines Babys auf einmal die Totenstille, die auf dem Haus wie ein schrecklicher Fluch lag, und im Grunde war es genau das.
"Bleib hier, Dee", flüsterte er und strich ihr über ihre roten Haare.
Das Mädchen nickte und sah ihren Patenonkel aus ihrem Zimmer hinaus gehen. Nur wenige Minuten später kam Sirius mit Harry auf dem Arm wieder zurück. So fertig hatte sie Sirius noch nie gesehen, generell versuchten Erwachsene bei ihr immer ihre Sorgen zu verstecken, doch diesmal würde niemand ihr vortäuschen können, das alles wieder gut werden würde, denn es würde nie wieder alles gut sein.
Und je schneller sie alle dem Schmerz, dem Verlust, in die Augen sahen, umso schneller würden sie ihr Leben weiterleben können., doch es würde nie wieder wie vorher werden.
Dahlia verlor ihre Eltern innerhalb einer Nacht und würde nur einen Tag später von ihrem kleinen Bruder getrennt werden. Harry jedoch würde nicht einmal wissen, dass er überhaupt eine Schwester hatte.
Jedenfalls solange, bis sie sich irgendwann wiedersehen würden, denn dies würde der Tag werden, nach dem sich die Junge Hexe ihr ganzes Leben lang sehnen sollte.
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The Potter Curse | h.p. fan fiction
FanfictionIn der Nacht, als Lily und James Potter ermordet wurden, war Harry Potter der Junge, der überlebte. Doch auch ein junges Mädchen mit dem Namen Dahlia überlebte. Sie war nie die Auserwählte, sollte nie den dunkelsten aller Zauberer stoppen, und denno...
