"Vermissen heißt lieben." Dieser Satz geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Gefallen in einem Gedenkgottesdienst an Verstorbene. Aber ganz allgemein scheint da was dran zu sein. Wenn ich jemanden vermisse, beseutet das, dass ich ihn liebe. Sonst würde er mir nicht fehlen. Oder reicht es ihn gemocht zu haben. Was ist überhaupt der Unterschied zwischen Lieben und Mögen?
Ich mag diesen Vergleich - ich meine gelesen zu haben, er sei von Buddah: Wenn ich eine Blume mag, reisse ich sie aus und nehme sie mit. Wenn ich sie liebe, dann gieße ich sie täglich.
Warum aber vermissen wir jetzt Menschen? Ich vermisse gerade auch jemanden. Diese Person ist nicht tot, sie ist nur nucht bei mir. Warum wünsche ich mir, bei ihr zu sein?
Ist es, weil es mir dann besser gehen würde oder weil ich ihr etwas gutes tun möchte?
Es scheint eher ersteres zu sein. Mag ich sie also nur? Naja, auch nicht ganz richtig. Ich versuche mich, so gut es geht, für sie aufzuopfern. Also scheine ich sie zu lieben. Aber das Mögen scheint im ersten Moment für das Vermissen zu reichen.
Aber Halt!
Ich vermisse gerade nicht jeden, den ich mag. Im Gegenteil. Es könnte bei einigen passieren, dass ich sie nicht mehr mag, wenn ich zu oft bei ihnen wäre. Das heißt Mögen scheint doch nicht zu reichen. Oder aber, es funktioniert auch mit Mögen, nur nicht ganz so gut.
Und doch bleibt da dieser Gedanke, dass der Satz "Vermissen heißt Lieben" so richtig zu sein scheint. Zumindest bedeutet Lieben sehr oft Vermissen. Doch Ich habe noch nie jemanden vermisst, den ich nicht geliebt hätte. Ich meine, Lieben muss ja nicht gleich romantisch anziehend finden heißen. Ich kann meine Familie oder meine Freunde, zumindestens einige von ihnen, auch lieben, halt auf andere Weise.
Gehen wir also davon aus, dass Vermissen Lieben bedeutet.
Dann scheint es da eine logische Verknüpfumg zu geben. Sind Liebe und Vermissen etwa 2 Seiten derselben Medaille?
Allgemein entspringen aus der Liebe mindestens genauso viele schlechte wie gute Gefühle.
Liebe macht uns verletzlich. Liebe macht uns eifersüchtig. Liebe macht blind. Liebe lässt uns vermissen.
Wieso also lieben wir?
Weil es doch so schön ist. Zwischen den üblen Pausen ist da ein Mensch, der skch um einen kümmert, der für einen da ist und der einen im Besten Fall auch liebt.
Liebt er einen nicht, dann ist die Liebe letztendlich nur die Hoffnung auf einen Menschen, der genau das tut.
Das Schicksal mag ein mieser Verräter sein, aber nichts sorgt für mehr Gefühle, positiv wie negativ, wie die Liebe.
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Deep Thoughts
Short StoryPhilosophische bis dumme wirre Gedanken zum Entspannen für jedermann
