Prolog

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"Und wie war euer Tag so?", fragte unsere Mutter.
Wir saßen alle gemeinsam am Esstisch und besprachen wie immer die Ereignisse des Tages.
"Ich habe eine neue Freundin.", sagte meine Zwillingsschwester Heather. Ihre Euphorie konnte wirklich abfärben doch ich war zu sehr mit meinen Erbsen beschäftigt.
"Wie heißt sie den Heather?", fragte Mom als würde sie gleich die Royal-Family kennenlernen.
"Dahlia!"
"Was ist das denn für ein blőder Name!",sagte ich lachend.
Meine Schwester und Mom blickten mich verächtlich an und meine Mutter sagte:"Holly! Dahlia ist ein sehr interessanter Name!"
"Danke Mom." ,sagte eine gehässige Stimme. Ich erschrack und blickte von meinen Erbsen auf. Mom und Heather aßen ganz normal weiter, als hätten sie nichts gehört. Ich suchte das Esszimmer nach jemandem ab. Doch ich fand niemanden.
"Alles in Ordnund, Holly?",fragte meine Mom mit einem besorgtem Blick der dennoch sehr borrend wirkte.
"Ach, nichts.",antwortete ich. Ich wollte vor meiner Mom und Heather nicht verrückt dastehen.
"Frag ruhig ob sie was gehört haben. Dann erklären sie dich für verrückt und du kommst zu mir ins Dark Falls Asylum.",sagte die Stimme ,die ich eben schon gehört habe, aufgeregt.
Ich blickte auf, nicht erwartend jemanden zu sehen. Doch diesmal stand da eine Gestalt. Sie wirkte als wäre sie aus einem Psycho-Thriller entflohen. Sie war nicht sehr groß. Hatte sehr lange schwarze Haare. War sehr abgemagert und hatte eine alte ramponierte befleckte knielange Kutte an. Wobei es mehr eine Krankenhauskluft war als eine Kutte. Ihr Gesicht war bedeckt von ihren langen Haaren. Sie wirkte als hätte sie schon viel mitgemacht.
Ich sah sie nur an und konnte nichts sagen.
"Holly! Jetzt iss, dein Essen wird sonst kalt!", sagte meine Mutter in einem leicht wütenden Tonfall.
"Heather?",sagte ich zu meiner Schwester.
"Soll ich mit ihr reden,Kati", sagte sie zu ihrer Puppe. Unsere Mom schenkte ihr diese Puppe und mir im übrigen auch damit wir nicht eifersüchtig aufeinander sind. Es war das schönste Geschenk was uns unsere Mutter jemals geschenkt hatte.
"Was sagst du? Ich soll Dahlia fragen? Na schön.", sagte sie und riss mich aus meinen Gedanken.
Sie drehte sich zu der Gestalt.
"Das ist deine neue Freundin? Dahlia?",schrie ich sie an vor Furcht.
"MOM!",sagte ich und guckte sie an. Doch an ihrem Platz saß nur ein halb verwestes Skelett. Ich schrie. Ich hatte Angst. Mir lief ein Schauer über den Rücken. Falls das ein Traum ist wollte ich schnellstmöglich aufwachen. Ich sah wieder zu Heather. Sie wandte ihren Blick von der Gestalt... oder Dahli,was auch immer SIE ist, ab.
Meine Schwester fing an mit ihrem Kopf zu wackeln und es wurde immer schneller und schneller. Irgendwann wackelte er so schnell das man an jeder erdenklichen Stelle ihren Kopf sah. Plötzlich fing sie an zu altern. Sie wurde älter und älter. Ich erschrack, sprang vom Stuhl auf, ging zurück und presste mich an die Wand. Heather alterte weiter und weiter. Irgendwann gliten mir Tränen über die Wange. Heather's Gesicht wurde faltiger. Die Falten rissen irgendwann auf und das ganze Gesicht verformte sich. Das pure Entsetzen sprudelte fast aus meinen Augen. Dieses ganze Szenario war einfach nur verstörend und ekelerregend.
"Heather!",schrie ich zu ihr. Ich hatte so eine schreckliche Angst. Mein Körper zitterte. Doch im Vergleich zu Heather's Zuckungen war mein leichtes Zittern gar nichts. Die Haut meiner Schwester wurde irgendwann ledrig und nahm eine eklige Farbe an. Die Zuckungen hörten auf und Heather's Körper fiel vom Stuhl. Ich wollte ihren leblosen Körper nicht begutachten. Es war eine Mischung aus Angst, Wut und Trauer. Diese Gestalt, diese Dahlia..., SIE hat meine Schwester umgebracht und meine Mutter.
"Ich habe niemanden getötet.", sagte diese Dahlia. Ihre Stimme trat hallend von den Wänden wieder, doch sie selbst war nicht aufzufinden.
"Was willst du von mir?", schrie ich einfach nur irgendwo hin. Ich konnte nicht ausmachen wo SIE ist. Meine Mutter und meine Schwester waren tot und ich wusste nicht was ich tun sollte. Ich rannte aus dem Raum die Treppe hoch und verbarrikadierte mich in meinem Zimmer, wo ich früher mit meiner Schwester gelebt habe. Bevor sie starb.
Ich spürte wie meine Wangen immer feuchter wurden wegen den Tränen die mir über die Wangen rangen. In einer Kiste unter meinem Bett, lag mein Tagebuch. Aus irgendeinem,  mir unerklärlichem, Grund musste ich mein Tagebuch aktualisieren.
Ich schrieb:
Ein Wesen Namens Dahlia hat meine Zwillingsschwester Heather und meine Mutter getöttet. Es ist allerdings sehr sonderbar wie sie gestorben sind. Meine Schwester verweste binnen weniger Sekunden und meine Mutter war mit einem Mal tot. Sogar schon ein Skelett. Sie tötete beide. Ich wüsste trotzdem gerne wie sie es angestellt hat, damit ich mit dem Tot meiner Familie klar kommen kann. Ich habe niemanden mehr. Nur noch diesen komischen Freund von Mom. CHARLES CLAUDIUS. Auf jeden Fall bleibe ich hier. Ich kann sonst nirgendwo hin.
Bis bald, Tagebuch.《
Eine Träne tropfte auf die aktuelle Tagebuchseite und ich schlug sie schell wieder zu und verstaute es wieder in der Kiste.
"Ich habe niemanden getötet.",sagte ein Raunen, das vermutlich das ganze Haus erfüllte.
"Ich verriet  ihnen nur Dinge. Dinge die sie offenbar nicht verkraften konnten.",sagte vermutlich diese Dahlia, doch ich konnte ihre Position nicht ermitteln.
"Was willst du von mir?", schrie ich irgendwo hin. Mein Kopf dröhnte. Ich packte mir an den Kopf und vernahm die Klebrigkeit von meinem eigenen Blut. Plötzlich fing an sich alles zu drehen. Es drehte sich schneller und schneller. Ich versuchte aufzustehn, doch ich fiel immer wieder hin. Auf einmal fing an alles zu schimmern. Das Bett, die Tür, der Boden, die Schränke und das Spielzeug. Alles löste sich auf und ich war gefangen in einer grünen Unendlichkeit. Doch ich konnte nur auf IHR Gesicht achten, das wie ein großes Hologram vor mir war.
Es wirkte so echt, doch ich wusste das es das nicht seien konnte. Diese ganzen Geschehnise konnten nicht war sein. Ihre langen schwarzen Haare hingen nicht mehr in ihrem Gesicht. Dafür wikten ihre Augen umso verstörender. Sie wirkten leer und waren nur schwarze Öffnungen. Ihre weiße Haut war faltenlos aber an den Rändern ihres Mundes blutunterlaufen.
"Ich will dich nicht verletzen. Ich werde dir nur Dinge zeigen.",sagte sie. Obwohl ich in der Unendlichkeit schwebte drehte sich wieder alles. Die grüne Unförmigkeit nahm eine andere Gestalt an. Erst jetzt bemerkte ich das ich an einen metallenen Stuhl gefesselt war. Um mich herum standen Spiegel. Anscheinend habe ich geschlafen und die ganze Sache mit Dahlia war nur ein Traum. Doch die Freude darüber, das ich nur geträumt habe, war von sehr kurzer Dauer. Vor mir stand der Mann von dem ich bei der  Erforschung des Asylums immer wieder gehört habe. Der Mann der so unauffällig war und dennoch viele Menschen bei einem Massaker getötet hatte.

Es war der Massenmörder Jack Smith.

InsaneWhere stories live. Discover now