Mein Zimmer. Viel zu groß und leer. Und doch gibt es einen Platz, an dem ich mich wohlfühle. Einer meiner Lieblingsorte auf der ganzen Welt. Mein Fensterbrett. Wenn ich mich mit meiner Decke auf mein Fensterbrett setze und beobachte, wie die Zeit vergeht und wie langsam Sterne am Himmel auftauchen, höre ich am liebsten Musik und schreibe. So wie jetzt. Ich schreibe, weil dann die Zeit schneller vorbeigeht, aber eigentlich ergibt das gar keinen Sinn, weil ich auf nichts warte. Oder doch? Jetzt werde ich nachdenklich. Ich denke an all die Zeit, die man mit warten verbringt. Sei es beim Arzt, auf die Pizza oder bis es wieder Sommer wird. Diese Zeit ist doch verschwendet, oder nicht? Aber dann könnte man sagen, alles im Leben sei Verschwendung. Ich sehe aus dem Fenster und stelle fest, dass es windig ist. Die Bäume biegen sich und die Blätter auf meinem Hof haben begonnen zu tanzen. Wieso existiert so etwas wie Wind überhaupt? Oder Regen? Oder Sterne? Zu einer Million Prozent gibt es dafür irgendeine geografische, biologische, chemische oder physikalische Erklärung, aber mal allgemein betrachtet, wieso gibt es den Regen? Klar, damit Fotosynthese bei Pflanzen stattfinden kann und so, aber wieso gibt es dann Pflanzen? Natürlich, Wald bietet Lebensraum für Tiere, aber wieso gibt es dann Tiere? Ich glaube, es wird deutlich was ich meine. Okay ich schweife ab. Warten… Gibt es Menschen auf der Welt, welche genau in dieser Sekunde (die jetzt schon wieder vorbei ist) auch über das Warten nachdenken? Ob unnötig oder nicht, ob verschwendet oder nicht, kommt es doch letztendlich darauf an, was wir aus der Wartezeit machen, denn wenn wir ehrlich sind, warten wir unser ganzes Leben doch sowieso nur auf den Tod.
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Warten💭🕰️
Short StoryWarten ist eine Kurzgeschichte, in der der/die Protagonist/-in sich mit dem Warten beschäftigt🕰️💭
