Draco pov.
Nun sitze ich hier schon wieder alleine auf dem Astronomieturm und starre auf die schönen Ländereien Hogwarts. Wenn er nur jetzt bei mir sein könnte. Aber nein, ich war alleine, so wie immer und so, wie ich es immer sein werde. Der Krieg ist vorbei, alle halten mich für einen Todesser, obwohl ich nie einer sein wollte. Ich wurde gezwungen. Alle bewundern den großen Harry Potter, aber ich bin allen egal, sogar meinen ehemaligen Freunden. Sie betonen, auf der guten Seite gewesen zu sein und ihnen wird nichts vorgeworfen, weil sie kein Dunkles Mal tragen. Aber ich Idiot muss ja eins tragen. Zum Glück bin ich nicht in Askaban bei meiner Familie. Aber ich mache mir Sorgen um meine Mutter, sie hat nie einer Fliege was getan. Sie ist eine tolle Frau und die einzige Person, die je zu mir hielt. Naja, sie wird wahrscheinlich eh sterben. Eine stille Träne läuft meine Wange herunter.
"WARUM ?"
Warum soll ich noch leben, als dieses einsame Häufchen Elend. Das einzige, was ich mir je gewünscht habe, war endlich nicht mehr alleine zu sein. Meine Tränen werden mehr und ich muss genauso, wie viel zu oft in letzter Zeit an Harry denken. Mit seinen wunderschönen Haaren, den smaragdgrünen Augen und dem perfekten Lächeln. Was er gerade wohl mit dieser scheiß Weasley-Schlampe macht. Err. Ich könnte sie töten. Mit ihren hässlichen roten Haaren und dem falschen lächeln, und nicht zu vergessen ihre Augen, mit denen sie ihn immer so verliebt anschaut. Ich könnte kotzen bei ihrem Anblick. Ahr. Aber irgendwas hat sie an sich, sonst würde Harry nicht mit ihr ausgehen. Oder hat sie ihm einen Liebestrank gegeben? Mann Draco, du bist echt erbärmlich! Du gibst immer anderen die Schuld, obwohl du selbst dran schuld bist. Ich hasse mein jüngeres ich dafür, dass ich so gemein zu ihm war. Aber bei meinem Vater war das ja kein Wunder. Wie ich ihn hasse. Das ist aber jetzt alles egal, im Moment zählt nur das Hier und Jetzt, in dem ich alleine mein scheiß Leben lebe. Frustriert schlage ich gegen die Steinwand. Der Schmerz zieht sich ganz langsam von meinen Knöcheln hoch, durch meinen ganzen Körper, was mich zusammenzucken und meinen ganzen Körper spüren lässt, als Beweis, dass ich noch lebe. Ich muss wieder an Harry denken, an seine wunderbare Stimme. Aber ohne ihn möchte ich nicht leben. Soll ich das alles, dieses verhunzte Leben beenden ? Ja, ein Ende wäre am besten. Meine Tränen werden mehr. Plötzlich höre ich Schritte hinter mir.
"Draco, was machst du hier ? Hast du geweint ?" Er geht einen Schritt auf mich zu.
"Das geht dich nichts an, Potter, scher dich um deinen eigenen Dreck, du Arschloch !!!"
"I..ich hab doch gar nichts gemacht, ich wollte dir nur helfen."
"Deine bloße Anwesenheit ist schlimm genug für mich !"
"I..ich"
"Verpiss dich zu dem Weasel, du Spast." Unterbreche ich ihn barsch. Warum bin ich so wütend auf ihn ? Er hat doch gar nichts getan. Scheiße, das wollte ich nicht.
"Harry, warte, das wollte ich nicht, es tut mir leid." Rufe ich Harry hinterher, der gerade verschwunden ist. Wo ist er hin ? Ich sprinte die Treppen runter. "HARRY, warte!" Er ist nirgends zu sehen, obwohl ich schwören könnte, ihn gerade noch hinter der Ecke verschwinden gesehen zu haben.
Harry pov.
Draco ruft noch ein paar Mal meinen Namen und dreht sich um. Aber ich bleibe still unter meinem Tarnumhang versteckt und beobachte ihn. Was ist mit dem los ? "Warum ist Harry abgehauen ? Ich hab doch nix gemacht. Wo ist er ? Scheiße. Ich hätte auf dich hören sollen und nett zu ihm sein."
Mit wem redet der denn ? Ich folge ihm zu seinem Gemeinschaftsraum und auch weiterhin. Ich will ja rausfinden, was los ist. Im Gemeinschaftsraum ignorieren ihn alle und er sie auch. Er läuft schnellen Schrittes in sein Zimmer. Es ist derselbe Schlafsaal, wie unserer, nur in grün und mit grünem Licht, das durch die Fenster, die dieses Zimmer vom See trennen, scheint. Draco legt seinen Umhang über den Koffer und beginnt auch seine restlichen Klamotten auszuziehen. Ich glaube, er möchte schlafen gehen. Warum so früh ? Naja, das ist seine Sache. Ich beobachte ihn dabei. Ich muss sagen, einen geilen Körper hat er ja, aber er ist echt dünn. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er nie was isst. Er erscheint ja fast nie in der Großen Halle und wenn, besonders viel isst er nicht. Plötzlich mache ich mir sehr große Sorgen um ihn. Ich spüre ein Stechen in meinem Herzen. Was hat er ? Was ist mit ihm los ? Warum isst er nichts ? Ist er krank ? Ich sollte Mal mit ihm reden.
" Hilfe, Harry. Hilfe, nein töte mich nicht. Aah." Er beginnt zu weinen und Tränen laufen ununterbrochen seine Wangen herunter und gefolgt von Schluchzern erzittert sein ganzer Körper.
Nein. Ich sollte zu ihm. Er braucht Hilfe. Ich nehme meinen Tarnumhang ab und stecke ihn in meine Hosentasche. Dann gehe ich auf Draco zu und setze mich auf die Bettkante. "Draco, alles ist gut. Das ist nur ein Traum. Ich bin da, ich beschütze dich."
Warum tu ich das gerade ? Ich weiß es selber nicht. Aber Draco so zu sehen bricht mir mein Herz. Und es fühlt sich irgendwie... richtig an.
Draco pov.
"Ich bin da, ich beschütze dich."
Wer ist das ? Ah, wer ist da ? Er will mich töten ! Moment Mal beschützen ? Wer will mich beschützen ? Das ist bestimmt nur eine Falle. Und er will mich töten. "GEH WEG ! ICH WILL NICHT STERBEN ! ICH FALLE NICHT AUF DEINEN TRICK REIN !!!"
Ich schaue voller Furcht auf den Menschen, der auf meinem Bett sitzt. "Draco, alles ist gut.."
"Wer bist du ? Warum willst du mich töten ?" Unterbreche ich ihn.
Moment Mal. Ich weiß wer es ist. Das ist Harry, aber wieso ist er hier ? Plötzlich kommt er mir näher. Ich weiche nicht zurück, da dies ja nur Harry ist, der Harry, den ich so sehr liebe. Aber wieso ist er in meinem Schlafsaal und sitzt auf meinem Bett ? Er kommt mir noch näher, zieht mich auf seinen Schoß und schlingt seine Arme um mich. Warum ich mir das gefallen lasse ? Weil ich ihn liebe. Aber er mich nicht. Wenigstens kann ich den Moment genießen. Er drückt mich noch enger an sich.
"Alles ist gut, du hast nur geträumt." Seine wunderschöne Stimme beruhigt mich sofort und ich beginne voller Emotionen zu weinen.
Er fährt mir beruhigend mit der Hand durch die Haare. Ich lege meinen Kopf in seiner Halsbeuge ab und die Tränen werden mehr. Alle Emotionen, die ich die ganzen Wochen versuchte zu verstecken, kommen hoch und ich klammere mich zitternd noch fester an seine haltende Schulter. Es ist das beste, was mir seit Tagen, ach was, seit einer Ewigkeit passiert ist. Ich liebe ihn so sehr. Er drückt mich noch näher an sich und versucht mich mit seinen Worten zu beruhigen: "Draco alles ist gut, ich bin da. Ich beschütze dich."
Als mir bewusst wird, dass er das nur sagt, um mich zu beruhigen, weiche ich aus seiner engen Umarmung zurück. Alles leere Worte. Doch er zieht mich wieder an seine Brust.
Ich lasse meinen Tränen freien Lauf und klammere mich an Harry. Er hat so eine beruhigende Wirkung auf mich, dass nach weiteren Minuten meine Tränen versiegen. "Was ist los mit dir Draco ?"
Mir wird wieder schmerzlich bewusst, dass er nicht hier ist wegen mir, sondern nur wegen seinem Ruf. Der, der es allen Recht macht und zu jedem, auch zu seinem Feind, nett ist. Ich schaue auf meine Hände, da mir die Situation unangenehm wird. Er hat mich schwach gesehen und wird es in der ganzen Schule erzählen, was ich für ein Feigling bin. Er hasst mich, da bin ich mir ganz sicher, so wie ich ihn auch hassen sollte. Aber wie kann man so ein perfektes Wesen wie ihn hassen ?
"Draco, was ist mit dir los ? Du kannst mir vertrauen." Er hat solche Emotionen in seiner Stimme. Besorgtheit, aber auch Wärme.
"Ich möchte dich nicht verletzen. Glaub mir Harry, das ist besser wenn du es nicht weißt."
"Draco, du verletzt mich nicht. Du kannst mir alles anvertrauen. Bitte, vertrau mir, ich bin mir sicher, dass du es nicht bereuen wirst."
Er ist so toll. Meine Tränen beginnen wieder meine Wangen herunter zu laufen. Und ich klammere mich erneut an seine starke Schulter.
"Harry i..ich würde es dir ja erzählen... aber es geht nicht. Es wäre für uns beide am besten, wenn du gehen würdest." Ich entferne mich von ihm und setze mich wieder auf meine Decke. Ich schaue wieder auf meine Hände.
Harry geht nicht, sondern bleibt sitzen und schaut mich nur an, bis er das Schweigen bricht. "Draco, warum isst du nichts mehr ?"
Ich schweige.
"Draco, hat es etwas damit zu tun, weshalb du weinst? Bitte rede mit mir." Er klingt sehr verzweifelt. "Nein, es ist nichts." Ich möchte nicht, dass sich Harry Sorgen um so etwas unnötiges wie mich macht. Harry zieht mich wieder auf seinen Schoß und umarmt mich erneut. Ich bin so müde, dass mir plötzlich die Augen zu fallen und ich ins Land der Träume gleite.
Harry pov.
Ich bleibe noch lange sitzen und streichele dem schlafenden Draco durch die wunderschönen Haare, bis ich beschließe, in meinen Schlafsaal zu gehen. Ich lege Draco hin und decke ihn zu. Er sieht echt gut aus. Am liebsten würde ich hier bleiben und weiter mit ihm kuscheln, aber er schläft und es ist schon spät. Ich ziehe meinen Tarnumhang an und gehe. Als ich gerade zur Tür raus gehe, drehe ich mich nochmal um und schau ihn an. Was ist, wenn er wieder schlecht träumt ? Vielleicht sollte ich hier bleiben. Nein, ich sollte auch schlafen gehen. Ich drehe mich wieder um und laufe aus der Tür. Warum mache ich mir so viele Sorgen um ihn ? Immerhin ist er ein Todesser. Diese und viele weitere Gedanken folgen mir bis zu meinem Gemeinschaftsraum. Was hat er und wieso lässt er mich erst an sich ran und dann doch nicht ? Ich laufe durch die leeren Flure. Kurz darauf betrete ich den Gemeinschaftsraum, natürlich nicht, ohne vorher der Fetten Dame das Passwort entgegen zu murmeln. Und natürlich ziehe ich meinen Tarnumhang aus, damit sie mich bemerkt. Der Gemeinschaftsraum ist leer, niemand ist da. Na gut das ist auch kein Wunder, denn es sind Ferien und alle sind bei ihren Familien. Ron und Hermine sind bei den Weasleys, aber ich wollte nicht mit. Sie sind noch sehr am Trauern wegen Fred, da wollte ich ihnen nicht auch noch zur Last fallen. Hermine ist wegen Ron mit, sie sind ja ein Paar. Und natürlich wollte ich auch Abstand von Ginny gewinnen. Sie ist wie eine Schwester für mich, nicht wie eine Freundin. Naja Egal. Mir ist jetzt eh nicht nach Essen zu Mute. Ich gehe in meinen Schlafsaal und lege den Tarnumhang in meine Nachttischschublade. Auch ich ziehe mich aus und lege mich schlafen. Natürlich nicht ganz nackt, sondern wie Draco in Boxershorts. Ich lege mich hin und decke mich zu. Bevor ich jedoch in den Schlaf gleiten kann, muss ich an den Tag und besonders an Draco denken. Was ist mit ihm los ? Ich werde mal mit ihm reden müssen. Mit meinen Gedanken war ich immer noch bei Draco, als ich endlich einschlief.
Ich öffne vorsichtig meine Augen, aber erblicke nichts als Dunkelheit um mich herum. Die Anderen sind alle bei ihren Familien, also bin ich ganz alleine in meinem Schlafsaal. Ich schließe meine Augen und versuche einzuschlafen, was sich aber als unmöglich herausstellt . Deshalb beschließe ich eine Runde spazieren zu gehen. Es ist zwar verboten, aber ich habe ja meinen Tarnumhang. Ich hole mir diesen und mache mich darunter versteckt auf den Weg nach draußen. Die Gänge sind alle leer, bis auf die schlafenden Portraits. Als ich das Tor öffne, Filch muss es Mal wieder offen gelassen haben, atme ich die frische Luft ein. Es tut so gut hier draußen zu sein. Als ich im Licht des Mondes, der heute ziemlich hell leuchtet, über das Gelände laufe, erblicke ich Draco. Er sitzt am Ufer und starrt in den von Sternen geschmückten Himmel.
Draco pov.
Warum ist Harry schon so früh auf den Beinen ? Warum läuft er über die Ländereien ? Hoffentlich bemerkt er mich nicht. Ich habe jetzt überhaupt keine Lust mit ihm zu reden, nachdem was gestern Nacht passiert ist. Zu spät, er setzt sich neben mich. Ich versuche meinen Blick immer noch starr auf die Sterne zu richten und ihn nicht anzuschauen. Ich lehne mich mit meinem Rücken wieder an den Baum hinter mir.
Nach einer Weile der Stille, bricht Harry das Schweigen . "Draco was ist mit dir los ?"
Ich schaue ihn immer noch nicht an und antworte kalt:"Was meinst du ?"
Natürlich weiß ich, was er wissen will und was gestern geschehen ist, aber darüber reden möchte ich nicht. Harry wendet seinen Blick, der starr auf die Sterne gerichtet war, ab und schaut mich an. Ich spüre seinen Blick ganz deutlich, wende meinen aber nicht ab. Ich versuche weiterhin verzweifelt die Sterne zu fixieren. Wenn ich einmal in seine wunderschönen Augen blicke, kann ich meinen Blick nicht mehr von ihnen nehmen. Harry legt seine Hand auf meine Schulter und macht es mir so nur noch schwerer, ihn nicht ansehen zu können. "Draco, bitte sag mir die Wahrheit. Was ist mit dir los ?"
Ich kann nicht verhindern, dass meine Augen glasig werden und sich Tränen in ihnen bilden. Um es wenigstens ein bisschen zu verhindern, beiße ich mir auf die Lippe. Ich spüre seinen verzweifelten Blick noch deutlicher als zuvor auf mir liegen. In diesem Moment bricht meine Fassade und ich muss ihn einfach anschauen. Ich drehe meinen Kopf und schaue ihm in seine wunderschönen Augen. Eine Träne läuft meine Wange herunter."Draco, hör bitte auf zu weinen, es ist alles gut." Etwas Flehendes, Verzweifeltes liegt in seiner wunderbaren Stimme.
Er nähert sich mir und schließt mich, so wie gestern, wieder in seine Arme. Aber ich schiebe ihn weg, das alles hier hat doch keinen Sinn. Harry blickt mich nicht mehr an und schaut auf den See, in dem sich der Himmel mit all seinen funkelnden Sternen widerspiegelt. Und fragt mich erneut, was mit mir sei und warum ich nichts esse. Ich bleibe still, aber nach einer Weile antworte ich dann doch. "Ich kann es dir nicht sagen, ich möchte dich nicht verletzen."
"Draco, du könntest mich niemals verletzen..." Er sagt das mit so einer Sanftheit und gibt mir somit das Gefühl, geborgen und sicher zu sein. Ich lege meinen Kopf auf seiner Schulter ab, er nimmt meine Hand in seine und legt seinen Kopf auf meinem ab.
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Der Tod ist nie eine Lösung
FanfictionDer Krieg ist vorbei und alles ist wieder beim alten. Naja fast alles. Textauszug: Er fragt mich erneut, was mit mir sei und warum ich nichts esse. Ich bleibe still, aber nach einer Weile antworte ich dann doch. "Ich kann es dir nicht sagen, ich mö...
