Prolog

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,,Leute halten mich für verrückt. Sie sagen ich sei psychisch labil. Sie wechseln die Straßenseite, wenn sie mich sehen. Die Angestellten, die meine Kindheit bestimmt haben, sagten ich sei verrückt und vielleicht haben sie damit recht. In der Schule war ich der Freak, doch das ist mir egal, denn bald werden sie alle tot sein. Ob mit oder ohne meine Hilfe. Es spielt keine Rolle.

Meine Name ist Riley McMirron und ich bin 17 Jahre alt.",sagte Riley auf der Polizeiwache, während des Verhörs.

,,Meine Eltern sind bei einem Amoklauf ums Leben gekommen und ich bin in einem Waisenhaus aufgewachsen. Damals hatten die Kinder schon Angst vor mir. Keines wollte ein Zimmer mit mir teilen, aber ich kann es verstehen. Ich war kein sehr einfaches oder in ihren Augen normales Kind. Ich habe nie gesprochen, habe mich nie mit anderen Kindern oder gar Menschen beschäftigt. Ich war und bin es heute immer noch, lieber alleine. Andere Menschen vergiften mit ihrer Dummheit nur meinen Verstand. Aber natürlich war ich dann das eine oder andere mal mit einem anderen Kind zusammen in einem Zimmer. Geschlafen habe ich nie wirklich, was wahrscheinlich auch dazu beigetragen hat, dass mich die anderen Kinder nicht mochten und Angst vor mir hatten. Als dann jedoch ein gewisser Vorfall passierte, in dem ein Kind meine Sachen durch suchte, verlor ich die Kontrolle. Damals war ich genau 12 Jahre alt. Ich habe solange auf das andere Kind eingeprügelt, bis mich 5 Pflegerinnen von ihm ziehen mussten. Der Junge trug ein blaues Auge, ein gebrochenes Nasenbein, einen am Ellenbogengelenk gebrochenen Arm und 3 angebrochene Rippen davon. Hätte er meinen Sachen einfach genau so wenig Beachtung wie immer geschenkt, hätte ich ihn ebenfalls nicht weiter beachtet. Aber nein, natürlich musste er unbedingt Sherlock Holmes spielen und seine Nase in Sachen stecken, die ihn einfach nichts angehen! Er hatte mich provoziert und musste die Folgen davon tragen. Nach diesem Vorfall hatten die Kinder mein wahres ich gesehen und konnten damit einfach nicht umgehen. Es machte mich zu einem noch größeren Außenseiter, aber es kümmerte mich nicht. Nein, im Gegenteil. Mich durchfloss das Gefühl von Macht, wie ein unter Strom geratener Fluss, wenn sie aufhörten zu reden, weil ich den Raum betrat oder schnell flüchteten, wenn ich mich in ihre Richtung bewegte.

Und mir gefiel dieses Gefühl ungemein.

Die Erzieher, die Nachts im Haus rum liefen um zu gucken, ob wir alle schlafen, waren nie ein Problem. Es gab so viele Lücken in ihrem System, dass ich auch Blind ungesehen an ihnen hätte vorbei laufen können. Eine meiner lieblings Beschäftigungen war es, nachts nach draußen zu gehen und mir den Sternenhimmel anzuschauen. Jedes mal aufs neue, wenn ich kurz davor stand die Kontrolle zu verlieren, beruhigte es mich, mir die verschiedensten Konstellationen auszudenken. Das mich die etwas jüngeren in dem Heim dabei immer beobachteten wusste ich natürlich, ich bin ja nicht dämlich, allerdings störte es mich nicht, solange sie mich nur in Ruhe lassen würden. Eines Nachts musste es aber natürlich dazu kommen, dass irgendwer, der sich für den Obermacker hielt, meine Ruhe störte. An dem Abend behielt ich zwar meine Kontrolle, der andere jedoch, verlor nicht nur seinen Mut und sein Selbstbewusstsein, nein. An jenem Abend verlor er als Denkzettel seinen Finger. Wenn er nicht so töricht gewesen wäre, hätte ich ihm seinen Finger sicherlich gelassen. Danach musste er natürlich in ein Krankenhaus gebracht werden. Seinen Finger konnten sie nicht wieder annähen, dafür hatte ich gesorgt.

Die Polizisten konnten gar nichts sagen, zu geschockt waren sie von der Schilderung, die der gerade mal 17 Jährige vor ihnen von sich gab. Sie blieben also still und horchten Rileys Stimme weiter, bis das Verhör vorüber war und sie wahrlich nie wieder ruhig schlafen konnten. Wie sollten sie auch, wenn sie wissen, dass es noch weitere Menschen wie Riley gab die vielleicht sogar noch viel schlimmere Dinge tun konnten.

,,Ich habe mit einem im Kaminfeuer erhitzten Küchenmesser erst seinen Finger abgetrennt und danach mit eben dieser heißen Klinge den Stumpf an seiner Hand verschlossen. Nun ja, um es für Sie verständlich zu erklären, ich habe die Klinge an die Wunde gehalten, bis das bluten gestoppt hat und die Wunde somit verschlossen. Ich habe also, mit bestem Wissen was ich dort tat, alle Muskeln, Sehnen und Kapseln verbrannt. So konnten die Ärzte nichts finden, wo sie den abgetrennten Finger wieder hätten ansetzen konnten. Mit der Zeit begriffen diese zwei Kinder dann auch ihrer eigene Dummheit, gaben sich selbst daran die Schuld und das mit Recht. Hätten sich mich einfach in Ruhe gelassen oder sich nur um ihren eigenen Kram gekümmert, hätte ich das alles vermutlich nicht mit ihnen angestellt.

Die beiden Polizisten warfen sich einen ungläubigen Blick zu. Dieser Junge hatte es doch tatsächlich geschafft, dass zwei unschuldige Opfer, dachten es sei ihre eigene Schuld gewesen. Danach widmeten sie sich wieder dem Teenager vor ihnen.

,,Riley, du sagtest, du hast jemanden umgebracht-.".

,,Es waren mehrere. Nicht nur eine Person. Mit einer fing es an, dann wurde ich süchtig nach dem Gefühl.", unterbrach Riley den Polizisten aufgebracht, während seine Stimme lauter würde und er sich in seinem Stuhl nach vorne beugte. Danach ließ er  sich wieder ganz entspannt in den Stuhl zurück fallen.

,,Ja, mehrere. Waren die Menschen in deiner Pflegefamilie die ersten?". 

,,Nein, dass waren sie nicht. Obwohl, es kommt eigentlich darauf an, welche Pflegefamilie sie meinen. Sie dürften ja sicher wissen, dass ich in mehr als nur einer war.".

Der Polizist, welcher links, von Riley gesehen, saß und auf dessen Namensschild Parker stand, räusperte sich kurz und sagte anschließend: ,,Hast du jemals ein Mitglied aus irgendeiner deiner Pflegefamilien ermordet oder bist dieser gegenüber Handgreiflich geworden?".

Einen kurzen Augenblick musste Riley über diese Frage schmunzeln, bevor er mit einer Stimme, welche für die Polizeibeamten eindeutig zu erheitert klang, antwortete. ,,Wissen Sie, Detektiv Parker, dass ist eine sehr lustige Frage, denn Sie müssten eigentlich alles über mich wissen, wenn sie nicht umsonst die ganze letzte Nacht in meiner Akte herum gelesen haben. Also, warum beantworten Sie sich diese Frage nicht selber?".

Der noch recht junge Parker stutze für einen Moment, fasste sich danach jedoch schnell wieder und sagte dann, doch etwas widerwillig: ,,Wir können Sie nur mit den Morden der Schüler in Verbindung bringen.".

Genau diese Antwort hatte der Jungendliche erwartet, denn er wusste, dass man ihm mit den toten Erwachsenen nichts nachweisen konnte. Selbst wenn er es war. Diese Erkenntnis ließ den an den Tisch gefesselten ein weiteres mal leicht schmunzeln, was den beiden jungen Männern vor ihm nicht verborgen blieb.

Der Junge, der vor ihnen saß und dem es anscheinend gar nichts ausmachte mehrere Anklagen wegen Mordes und vieler anderer grausamen Taten zu bekommen, bewies ihnen allemal, was für kranke, sadistische und narzisstische Menschen es doch gab.

The journey of a PsychopathStories to obsess over. Discover now