Liebes Tagebuch,
ich habe mir eigentlich fest vorgenommen nicht
„liebes Tagebuch"zu schreiben, was aber nicht so gut geklappt hat... Egal.
Ich hoffe, das ich dich als "Freund" nehmen kann, dem ich alles Sage.
Denn mit jemand anders kann ich zu 100% nicht sprechen!!
(Ich bin außerdem Layla und bin 14)
Also gut... Dann erzähle ich dir mal, was letztens alles passiert ist.
Vor ein paar Tagen war ein wirklich beschissener Tag!! Ich meine, am Morgen war noch alles gut. Ich habe mich für die Schule fertig gemacht und mich dann in den Bus gesetzt und bin zur Schule gefahren.
Da habe ich Tyler -meinen Schwarm-
Wie jeden morgen umarmt und bin mit ihm ins Klassenzimmer gegangen (ich bin außerdem in der 8).
Er ist nämlich auch mein bester Freund...
Dann hatten wir 8 Stunden Unterricht und durften nachhause...
Dort habe ich mich aufs Sofa gelegt und ein bisschen mit ihm geschrieben (ich habe ihm schon lange vorher gesagt, das ich in ihn verliebt bin, und er meinte, er will erstmal keine Freundin...) und irgendwann schrieb er ( jetzt kommt ne Kopie des Chats):
Er: Layla?
Ich: ja was ist los?
Er: ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll... Aber ...
Ich: du hast dich in eine andere verliebt oder?
Er: nein... Aber eine andere hat sich in mich verliebt... Gestern war ich beim Training und haben am ende pizza gegessen und so... rojin wollte mit mir reden sie war auf einmal plötzlich so ernst, sonst lacht und grinst sie immer wir gingen in einem Raum wo niemand war und sie hat angefangen zu heulen und gesagt das sie mich liebt sie hatte mich ja davor auch angerufen und hat gesagt das sie ohne mich nicht kann und so und den ganzen Tag war sie ernst und traurig jede 5 min. Kamen ihr Tränen in die Augen... ich fand es süß hatte aber schlechtes Gewissen ich musste sie umarmen und so alles...
(Nachdem ich den Text gelesen hatte habe ich meeega geheult!! Mich hat er noch nie getröstet und wir waren auch noch nie essen...)
Ich: Und jetzt?
Er: naja...sie hat sich überall geritzt wegen mir...
Ich: ja und ich?!
Er: ja siehst du?! Ich bin voll in der Zwickmüle!!
So... Das war das wichtigste.
Ich ging dann in die Küche und holte mir ein Messer. Ich wollte wissen, welche Gefühle das ritzen in mir hervorholt.
Denn Rojin ritzte sich ja auch... Vielleicht, dachte ich, tut es ja gut...
Also stach ich mit voller Kraft auf meinen Arm ein.
Ich rutschte ab und das warme Blut lief meinen Unterarm hinab.
Schnell holte ich ein Tuch und drückte es auf die Wunde. Ich wischte mit dem Tuch auch das mit Blut beschmierte Messer ab.
Als die Blutung gestillt war hielt ich das Tuch unter Wasser und wusch das Blut heraus. Ich hängte das Tuch zum trocknen auf. Es war ein tolles Gefühl.
Ja ehrlich... Der äußere Schmerz, der die inneren Wunden überdeckte.
Trotzdem weinte ich weiter. Denn auch das wusch die Last aus mir heraus. Ich ging ins Bad um mir die Wunde abzuwaschen.Als das Blut endgültig von der Wunde gewaschen war, zog ich mir einen extra großen Pullover an, der die Wunde gut verdeckte.
Als meine Mutter nachhause kam bekam ich schon ein bisschen Angst, das sie herausfinden würde, das ich mich ritze, doch das fanden meine Eltern bis heute nicht heraus.
Das ist aber auch gut so, denn sonst wären sie so traurig und sauer, das sie mich in die Psychiatrie stecken würden. Und darauf habe ich nun wirklich keine Lust.
Ich nam mir vor, sobald meine Eltern wieder weg waren (also am nächsten Tag) mich wieder zu ritzen. Denn der Schmerz faszinierte mich und machte mich irgendwie... Ja...glücklich und erleichterter. Würden meine Eltern wissen, das ich mich ritze, würden sie niemals verstehen weshalb.
Denn ich habe einen Hund, ein Pferd, bin beliebt, habe eine heile, gesunde und gute Familie. Eigentlich finde ich mein Leben ja auch gut, aber all das gute in meinem Leben machte Tyler wieder wett...
Seit dem Tag an dem ich mit der Ritzerei angefangen habe ritzte ich mir noch vier striche, einen Blitz und ein Kreuz auf den Arm.
Dieser wunderschöne Schmerz tat so gut!! Und tut er immernoch.
Doch glaub mir, ich lebe immer in Angst, das jemand das entdecken könnte. Denn dann müsste ich in die Psychiatrie!! Aber aufhören wollte und will ich nicht!! Es tut dafür viel zu gut! Also trage ich Tag für Tag und Nacht für Nacht immer einen langen Pulli. Jeden Tag habe ich Angst, das jemand sagt, das ich mal meinen Pulli ausziehen soll oder meine Jacke.
Doch trotzdem mache ich weiter...
Bis morgen...
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Liebes- mit Blut betropftes- Tagebuch...
Roman pour AdolescentsEs geht um Layla, die sich Tag für Tag das Messer tiefer in die Haut Schneidet, um den schmerz von innen nach außen zu holen...Und um einen ganz besonderen Jungen endlich zu vergessen. Doch wird sie es hinbekommen vom ritzen wegzukommen? und wird si...
