Wie immer, wenn der Mond voll und rund am Himmel stand, saß sie auf ihrer Fensterbank. In Sommernächten was hier, bei geöffnetem Fenster, angenehm kühl. In Frühlings- und Herbstnächten war es hier trocken und im Winter war es schön warm.
In ihren Augen spiegelt sich das Mondlicht unbeleuchtete die Zeichnung die vor ihr lag. Ein großer, runder Vollmond. Es war nicht die einzige Zeichnung, die sie hatte. Hunderte hingen an ihren Wänden, ließen kaum Platz, um die Tapete zu sehen. Weitere, Unzählige, lagen in ihren Schubladen und warteten darauf, vollendet oder aufgehängt zu werden. Es waren Zeichnungen von Tieren, Federn, Gegenständen, Szenerien. Manche Dinge waren nur wenig, zur Hälfte, oder kaum sichtbar. Manche waren schwarz-weiß, Bund, oder einfache Bleistiftzeichnungen. Das Motiv, das mit Abstand am meisten vor kam, war der Mond. Ob nun als schmale Dauner, als elegante Katzenkralle oder starke und stabile eine Kralle, der halbe oder volle Mond. Aber es blaue, eisige Zeichnung oder feurig-rote, alleine oder mit eintausend Sternen um ihn herum. Wildes geht's and und liebevolle Gemälde. Je nach Stimmung malte sie. Wenn es ihr besonders gut ging, wunderschöne Zeichnungen, wenn sie einfach da war wurde es andere Dinge als der Mond, wenn sie wütend war waren es rote Blutlandschaften, wenn sie nichts fühlte nutze sie blau auf hab Töne. Der Mond für ihr Leben, ihre Liebe und ihre Kraft. Wenn sie nach draußen musste, um einzukaufen oder andere Dinge zu erledigen, Dann konnte sie kaum atmen. Die Menschen, die mit den Menschen verbundene Lautstärke und das Sonnenlicht ließen sie verkrampfen, hektisch nach Luft schnappen und, so schnell es ging, wieder fliehen. Als freischaffende Künstlerin weil sie dann keine festen Arbeitszeiten gebunden und war durch ein gutes Erbe und gekonnt es Anliegen eben dessen auch finanziell quasi unabhängig. Wenn sie in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden das Haus verließ, so drehten sich die Leute, die zu diesen Zeiten unterwegs waren, stehst du ja um. So klein und zart, wie sie gebaut war, mit den, dank einem Erbgutfehler, Weißen Haaren, weil sie einen weil ich erstaunlicher Anblick. Dazu kam die blasse haut und die traurige Augen. „Wie Salz, so klar und rein", sagten die Leute über sie. „Zucker" wollte sie niemanden nennen, denn süß war sie ganz bestimmt nicht. Eine breite Narbe zog sich halbmondförmig, in der Mitte der Stirn beginnend und über die rechte Schläfe laufend, bis hin zum inneren Kiefer, über ihr Gesicht und ein schmalere zierte ihre linke Augenbraue. Überbleibsel eines Aufenthalts in einer Sekte, in die sie als Baby hinein geboren wurde. Sie erinnerte sich nicht einmal mehr, wie sie zu den Namen gekommen war, aber sie dankte dafür, wann immer die Menschen sie dank dieser mieden. Für den Tod ihrer Mutter und ihrer Großeltern war sie alles andere als dankbar. Aber es war nicht zu ändern. So, wie es war, war es gut. Sie würde für immer in diesem Haus leben, ihre Zeichnung verkaufen, einmal alle zwei Wochen einkaufen, nur nachts im Garten arbeiten, Gemüsepflanzen und ernten und auf ewig die seltsame, Mitte 20-jährige sein, die allein in einem riesigen Haus lebte.
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Moonchild - RM
Short StoryRM's Moonchild könnte ich stundenlang am Stück hören. und aus jeder Zeile Inspiration ziehen... Also bitte. Da. Ich hab wieder mal was fabriziert. Kathie~
