Little Heartless - Vorweihnachtliche Eifersucht

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Mit einem leisen ‚wusch' löste sich der letzte Schattenquasar vor seinen Augen in Luft auf. Prüfend sah sich Ventus auf dem Platz um, um sicher zu gehen, dass er alle Herzlose besiegt hatte. Zufrieden mit seiner Arbeit wollte er sich auf den Weg zu dem mit Riku vereinbarten Treffpunkt machen, als er plötzlich einen leichten Druck an seinem Bein spürte. Verwundert sah der Blondschopf an sich herunter und erblickte einen kleinen Schattenlurch der sich an ihm festhielt, aber keine Anstalten machte ihn anzugreifen. Schnell löste er sich aus dessen Griff und hob intensiv sein Schlüsselschwert um den Herzlosen zu erledigen, doch kurz bevor sein Schwert das Schattenwesen berühren konnte, hielt Ventus abrupt inne. Der Schattenlurch blickte den Jungen einfach nur an, während er seinen Kopf zu Seite legte, ganz so als ob er fragen wollte, was der andere da tat. Irgendetwas an diesem Herzlosen war anders, das sagte ihm sein Gefühl, aber... was genau es war konnte sich der Blonde auch nicht erklären. Unsicher ließ er sein Schlüsselschwert verschwinden, ehe er vor dem Wesen in die Knie ging und vorsichtig seine Hand danach ausstreckte. Sofort tapste der Schattenlurch näher an den Schlüsselschwertträger heran, bis dessen Hand auf dem Kopf des Herzlosen ruhte. Dessen schwarze Fühler zuckten leicht bei der Berührung, während sich seine Augen schlossen und er sich an die Hand des Jungen schmiegte. „Du bist ja niedlich!", entfuhr es Ventus, als er sah wie sehr das Schattenwesen seine Berührung zu genießen schien. Lächelnd strich der Blauäugige über den schwarzen Kopf und kam nicht umhin zu bemerken, wie angenehm warm sich dieser kleine Schattenlurch doch anfühlte. Bisher dachte er immer, dass die Herzlosen eiskalt sein würde, da sie keine Herzen besaßen... Ob es womöglich das war, was das Wesen vor ihm von den anderen unterschied? Doch bevor Ventus sich noch länger darüber nachdenken konnte, riss ihn das Schlagen der Turmuhr aus seinen Gedanken. Ein letztes Mal strich er dem Herzlosen über den Kopf ehe er sich erhob „Tut mir leid... Ich muss los. Pass auf dich auf!" Ob der Schattenlurch ihn überhaupt verstand, wusste der Blonde nicht, aber einfach so zu gehen, kam ihm einfach nicht richtig vor und er hoffte wirklich, dass diesem Kleinen nichts passieren würde, auch wenn er wusste, dass es eigentlich seine Aufgabe war ihn zu erledigen. Schnell machte sich Ven auf dem Weg zu dem Treffpunkt, wo er aus der Entfernung auch schon einen Jungen mit silbernen Haaren erkennen konnte. Gerade als er seine Schritte beschleunigen wollte, spürte er erneut ein leichtes Ziehen an seinem Bein, das ihn beinah zu Fall brachte. Schnell drehte er sich um und erblickte wieder den kleinen Herzlosen vor sich, der zu ihm aufsah. Noch bevor der Junge etwas sagen konnte, hob das Wesen plötzlich seine kleinen Arme in die Luft, so wie ein kleines Kind, dass auf den Arm genommen werden wollte. Der Blonde haderte einen Moment lang mit sich selbst, ehe er mit einem leisen Seufzen mit den Schultern zuckte und den Schattenlurch schließlich in seine Arme schloss. „Du bist wohl nicht gerne allein, was?" Wie als hätte das Wesen ihn verstanden kuschelte es sich in die Arme des Blonden, der sich ein leises Lachen nicht verkneifen konnte. „Keine Sorge, ich werde auf dich aufpassen!" Sanft strich er dem Herzlosen über den Kopf, sodass dessen Fühler wieder freudig zuckten und er sich noch näher an die Brust des Schlüsselschwertträgers schmiegte.

Riku lehnte mit vor der Brust verschränkten Armen an einer Hauswand und sah erst auf, als er schnelle Schritte auf sich zukommen hörte. Ein kleines Lächeln schlich sich auf seine Züge, wisch allerdings sofort einem ungläubigen Blick als er erkannte, was der Jüngere in seinen Armen hielt. „Ven, das ist..." Angesprochener sah kurz auf das Wesen in seinen Armen, ehe er sich wieder mit einem Lächeln an den Älteren wandte. „Ich hab ihn gefunden und konnte ihn nicht allein lassen!" Dieser kleine Herzlose wäre wohl nicht lange am Leben, wenn Ventus sich nicht seiner angenommen hätte. Entweder wäre der Kleine seinen Artgenossen zum Opfer gefallen, oder einer ihrer Verbündeten hätte ihn einfach beseitigt und beides wollte der Blondschopf unbedingt verhindern. Der Silberhaarige war allerdings alles andere als begeistert von dieser Idee. Einen Herzlosen aufnehmen? Das konnte der Blonde unmöglich ernst meinen, er musste doch wissen welche Gefahr von ihnen ausging. „Ventus, du kannst ihn nicht", begann Riku schließlich mit ernsten Ton, hielt aber inne als er das Gesicht des anderen sah. Der Junge vor ihm hatte seinen Kopf leicht gesenkt und seine blauen Augen hatten einen traurigen Glanz angenommen. Augenblicklich machte sich ein schlechtes Gewissen in Riku breit, als er seinen Freund so vor sich sah. Wie sollte er es denn bei diesem Anblick übers Herz bringen, dem Jüngeren zu sagen, dass er den Schattenlurch in seinen Armen nicht mitnehmen konnte? Mit einem tiefen Seufzen legte der Größere ihm eine Hand auf die Schulter, woraufhin Ven ihn verwundert ansah. „Lass uns gehen! Er sieht ziemlich müde aus, so wie er sich da in deine Arme kuschelt!" Schlagartig verbesserte sich die Laune von Ventus und er blickte den Silberhaarigen dankbar lächelnd an, ehe sich die beiden auf den Weg zurück ins Land des Aufbruch machten. Sollte doch ein anderer die Aufgabe übernehmen und Ventus sagen, dass der Herzlose vernichtet werden musste!

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