Die Stimmen in meinem Kopf

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Dunkelheit.
Kein Strahl eines Lichts dringt bis an diesen Ort vor. Doch die Dunkelheit ist nicht drückend, sie wirkt eher schützend, sanft, fast sogar verletzlich. Als könnte nur durch das kleinste Licht die Dunkelheit grellend erleuchten.
Es ist nicht vollkommen still. Man hört immer wieder ein leichtes Gluckern, Brummen, Summen. Als würde man sich in einem Organismus von unglaublichen Ausmaßen befinden, den man selbst mit einem übermächtigen Verstand gar nicht begreifen kann. Als wäre es etwas so umfassendes, dass man sich nicht vorstellen kann, wie so etwas in der Wirklichkeit existiert.
Doch schlagartig ändert sich etwas. Die natürlichen Geräusche des Organismus werden von etwas übertönt, einer Stimme, so laut und klar, als würde eine Person direkt vor einem stehen.
"Guck mal!", ruft die Stimme. Sie klingt jung, wie die eines Mädchens, das sich grade in einem früheren Stadium der Pubertät befindet. Eine zweite Stimme, welche viel älter, reifer und vor allem ernster klingt, antwortet der ersten Stimme. "Was ist denn, Herz?"
Ein leichtes, helles Kichern. "Schau Kopf, da vorne. Da ist der Junge, den wir so süß finden. Mit den tollen Haaren."
"Oh Gott nein, nicht er schon wieder. Schnell, sind hier irgendwo Möglichkeiten, um uns zu Verstecken? Das ist ein Notfall!"
"Warum ein Notfall? Wir könnten hingehen und ihn ansprechen...wobei, ist das wieder eine Aktion, die du als wahnwitzig bezeichnen würdest?"
"Das ist mehr als wahnwitzig. Haben wir darüber nicht schon hundertmal geredet? Wir. Crushen. Nicht. Mehr. Auf. Andere. Menschen. Das bedeutet emotionalen Stress und das können wir nicht gebrauchen, ich meine, wir stecken mitten in der Klausurenphase?! Wir müssen unser Gehirn nutzen, um Informationen zu speichern und nicht um gutaussehenden Menschen nachzugucken und über sie nachzudenken."
"Du gibst also zu, dass er gut aussieht? Hätte ich ein Gesicht, würde ich jetzt besserwisserisch grinsen, Kopf."
"In dem Fall ist das einfach ein...feststehender Fakt. Kann man nicht ändern. Aber nur weil jemand hübsch ist und vermutlich auch einen ganz annehmbaren Charakter hat -"
"- Er hat sicher einen wundervollen Charakter!"
"- heißt das nicht, dass wir einen Crush auf ihn haben müssen! Wir wissen letztendlich nicht, wie nett er eigentlich ist! Wir mögen seine Freunde nicht, hast du das vergessen?"
"Nur weil wir seine Freunde nicht mögen, dürfen wir ihn auch nicht mögen?"
"Ähm, ja. So ungefähr. Beziehungsweise nein, aber wie gesagt, dieser Typ ist in unserer Parallelklasse und wir haben wenig mit ihm zu tun. Wir wissen eigentlich kaum etwas über ihn!"
"Wir könnten ihn ansprechen und das ändern..."
"Nein Herz! Das kommt nicht in Frage! Das wäre eine Blamage!"
Das Herz stößt einen tiefen Seufzer aus. "Also gut, wir sprechen ihn heute nicht an. Du hast gewonnen. Aber...können wir den hübschen Jungen wenigstens mal wieder anlächeln? Wie letztes Mal? Da hat er zurückgelächelt. Das weiß du noch."
Es herrscht einige Sekunden lang Stille. Dann erwidert der Kopf: "Okay. Lächeln wirkt freundlich, aber nicht seltsam oder aufdringlich. Lächeln ist okay. Das können wir machen." Mit einem Husten fügt er so leise hinzu, dass es das Herz nicht hören kann:"Wenn er uns denn jemals anschauen wird."

Falls ihr euch jemals gefragt habt, wie es ist, wenn ich einen Crush habe (habt ihr vermutlich eh nicht :thinking:): so sieht das ungefähr in mir drinnen aus xD
Ich werde versuchen, dieses Buch ein wenig öfter zu updaten, weil ich die Idee 1. witzig finde, mich 2. beim Schreiben relativ leicht tue und 3. es so für mich einfacher ist, mir über meine Beziehung zwischen Herz und Kopf ein wenig klarer zu werden:)
Ich hoffe, es sind keine komplett unverständlichen Sachen dabei.
Also dann, liebe Grüße und hoffentlich bis bald! <3

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⏰ Last updated: Dec 12, 2018 ⏰

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