Knurrend ließ der König eine seiner klauenartigen Fäuste gen Tisch sausen, bis er schließlich alle seiner höchsten Leute der Tafel zum Verstummen gebracht hatte. "Der Abschaum von hochrangiger Vampir will mich also", begann er aufgebracht und sah einmal in die stolzen Gesichter seiner treuesten Verbündeten. "Als ich damals hier aufgewachsen bin gab es Krieg, immer und überall. Die Kinder, wie auch ich eines war, wussten nicht um was es geht, doch was wir wussten war, dass wir stolz sind. Wir waren so stolz uns immer weiter durch zu kämpfen", leises Getuschel ging durch die Reihen, ehe der Alpha wieder seine Stimme erhob:" Wir hatten keine Angst vor dem Tod. Wir hatten Angst uns zu beugen. Allerdings muss ich euch mitteilen, dass die Situation sich geändert hat."
Kurz sah er zu Kirishima, welcher ihm durch ein knappes Nicken Mut zusprach. "Nun sind wir nicht mehr als ein Bruchteil unserer damaligen Macht. Wir können uns nicht gegen diese unzähligen Vampire mit ihren widerlich rausgeputzen Trachten beweisen. Zu viele unserer Freunde, zu viel Familie ist bereits von uns gegangen."
Kaminari schluckte merklich als ihm seine derzeitige Position noch einmal vor Augen geführt würde. Mina drückte unter dem Tisch Seros Hand. Er war für sie schon immer ein Fels in der Brandung gewesen. Kirishima zog die beiden immer auf, indem er meinte, dass sie soetwas wie Soulmates seien. Soulmates, bei diesem Gedanken musste Bakugou trotz der misslichen Lage grinsen. Soulmates waren eine alte Legende der Werwölfe. Eine Geschichte um die Kinder die Liebe näher zu bringen. Eine Geschichte die Eltern ihren Jungen erzählten die sich dann freuten bald selbst so einen Soulmate zu finden. Auch Bakugou selbst hatte damals gedacht er hätte einen. Um genau zu sein, dachte Bakugou früher sogar Kirishima, sein nun bester Freund und treuer Gefährt im Krieg, seie sein Soulmate. Eine peinliche Geschichte aus seiner Kindheit die praktisch niemand weiß und auch niemand jemals erzählen würde, da dies deren sicheren tot bedeuten würde. Als Bakugou älter wurde wurde ihm natürlich bewusst, dass all dies nur Stuss war, dennoch ein schöner Gedanke. Ein schöner Gedanke. Eine der wenigen Dinge an die er sich gerne zurück erinnerte.
Ein Räuspern ließ ihn aus den Gedanken wieder in die Realität schnappen. Er räusperte sich nun auch und erhob zum Wiederholten Male diesen abends das Wort. "Ich weiß, dass kein Werwolf meines Rudels es verdient hat so geknechtet, so misshandelt zu werden wie es momentan der Fall ist." Diese verdammten Blutsauger konnten ihm die Flöhe aus dem Fell fischen, dass ist das einzige für was sie zuständig sein sollten, so dachte zumindest der Alpha. Natürlich hatte er keine Flöhe. Werwölfe bekamen soetwas nicht, dennoch verglichen sie sich sogar selbst hin und wieder mit anderem Fellgetier. "Ich will das meine Gefährten stolz und in Freiheit leben können, also habe ich einen Deal mit dem König ausgehandelt", fassungslos schüttelte Kaminari den Kopf während Mina die Tränen zurück drängen musste. Kirishima blieb ruhig, doch Bakugou wusste ganz genau wie es unter seiner Versade brodeln musste. Sogar der sonst so gefasste Sero blieb nicht ruhig. Er sagte zwar nichts, aber seine Angespannung waberte wie dichter Nebel durch den Raum und schnitt einem gerade zu die Luft zum Atmen ab.
"Ihr werdet als normale Bürger behandelt, niemand von euch wird als Haustier gehalten", ein saurer Unterton schwang bei letzterem Punkt mit:" und zudem werdet ihr unter königlichem Schutz stehen. Kein Leiden, keine Sorgen, nur Leben für euch. Für mein Rudel"
Eine absolute Stille breitete sich im Raum aus. Niemand der anwesenden traute sich einen Ton hervorzubringen. So ging das ein paar Momente, bis Kirishima die Worte aussprach die allen so auf der Zunge brannten. Leise und möglichst kontrolliert klingend, verließen die Worte seinen Mund und hingen in der Luft wie zäher Kaugummi: "Was ist der Haken?" Sie alle wussten es. Trotzdem hoffte jeder eine andere Antwort zu bekommen, als die die Katsuki ihnen geben musste.
"Ich", leise fing Mina an zu Schluchzen bei den Worten die aus Bakugous Kehle kamen:" Ich werde nie wieder zu euch zurück kommen, werde dem König dienen und im Gegenzug bekommt ihr euer Leben zurück. Das was euch zusteht." Kaminari sprang auf und der Stuhl auf dem er gerade noch gesessen hatte flog klangvoll zu Boden. Alle sahen zu ihm, während er vor uns stand und sein bestes Tat seine Frustration zu verstecken. Er sah zu Kirishima als wäre er seine letzte Chance. Als könne er ihm helfen das Ganze aufzuhalten. Langsam schüttelte Kirishima den Kopf, den Blick fest auf Kaminari gerichtet. Bakugou atmete tief durch, ehe Kaminari mit lauten Schritten aus dem Zimmer stürmte. Mit einem seiner Ärmel wischte er sich die Tränen aus den Augenwinkeln. Niemand sollte ihn so sehen. Doch alle hatten es gesehen und alle fühlten mit Kaminari. Kaminari dem Bespaßer der Gruppe, der der es tatsächlich schaffte selbst Bakugou zum Grinsen zu bringen. Allen brach es das Herz ihn so zu sehen. Sero drückte Mina an seine Brust, nicht nur um ihr Trost zu spenden, auch um sich selbst beisammen zu halten. Kirishima währenddessen sah hinab auf seinem Schoß. Niemand vermag zu wissen, was in seinem Kopf vor sich ging.
So viel hatten diese Truppe schon gemeinsam durchgestanden. Sie wuchsen gemeinsam auf, hatten den Krieg überstanden und taten alles für eine bessere Zukunft. Bakugou als Alpha hatte das Schicksal nunmal getroffen. Niemand konnte dies ändern, denn der König wollte ihn. Das höchste Tier des Rudels. Der König wollte den Stier an den Hörnern packen und sie so antriebslos machen, so hatte sich das wohl der König gedacht. Doch nicht mit seinem Rudel, dachte sich Bakugou. Er hatte sich schon seit jeher immer auf den Fall vorbereitet, könne er einmal nicht sein Rudel führen. In dem Fall solle Kirishima das Rudel übernehmen. Niemand anderem würde er soetwas zu trauen, denn Kirishima konnte das. Schon immer hatte der Rothaarige Optimist ein Händchen für Kriegsführung gehabt. Zumal er auch noch mit Menschen klar kam, etwas was Bakugou nicht von sich behaupten konnte.
"Ich werde morgen ins Schloss ziehen. Ihr werdet unter keinen Umständen", brach er mit viel Nachdruck hervor:" irgendetwas dagegen unternehmen. Jeder Regelbruch könnte uns allen den Kopf kosten, dass wisst ihr." Er sah einmal in die Runde seiner engsten Freunde, ehe er wieder zu sprechen begann:"Geht jetzt." Die Aufforderung war klar, der Alpha musste jetzt allein sein. Niemand dürfte ihn bis morgen stören. Bakugou stieß sich von der Tischplatte ab und gab einen knurrenden Laut von sich. Allerhöchste Zeit den Raum zu verlassen. Schnell verließ Sero mit Mina im Arm den Raum. Die beiden würden die nächsten Tage erstmal nicht aus ihren Höhlen - wie die Vampirbevölkerung der Stadt die Häuser in denen Werwölfe wohnten gerne nannte - kommen. Wieso auch? Es gab nichts worüber man sich freuen sollte.
Als Kirishima und der Alpha dann allein waren wurde es still im Raum. Bakugou hatte sich von Kirishima abgewandt und sah nun aus dem Fenster hinauf zum Mond. Es war Halbmond, die Straßen waren matt vom Mondlicht beleuchtet und der Vampir Abschaum vergnügte sich der entspannten Nacht. Zischend sah er diesen antiken Kreaturen nach wie sie stolz durch die Straßen stolzierten wie es eigentlich nur den Werwölfen zustehen sollte. Seine krallenartigen Hände verkrampften sich unbeabsichtigt in das Holz der Fensterbank und hinterließen kleine Furchen.
"Katsuki", leise und fast schon vorsichtig begann Kirishima zu sprechen. Wie Bakugou diese Stimmlage hasste. Auch wenn Kirishima der Einzige war, der seinen Vornamen benutzen durfte ohne zumindest eine Nahtoderfahrung mitzuerleben, musste er ihn ja trotzdem nicht in so einer Stimmlage klingen lassen. Missbilligend ließ Bakugou deshalb seine Zunge schnalzen, ehe er sich zu Kirishima wandt und ihn eindringlich ansah. "Katsuki, ich-", seine Stimme brach ab und er lief auf seinen Alpha zu. Ohne ein Wort zu äußern öffnete dieser seine Arme und ließ Kirishima an seine Brust.
Im Gegensatz zu Mina gab Kirishima keinen Ton von sich. Er krallte sich lediglich in das Shirt seines Alpha, als würde er dort den Halt finden, den er jetzt gerade so dringend brauchte. Noch nie wusste Bakugou wie er mit solchem Verhalten umgehen sollte. Allerdings erkannte Bakugou mit der Zeit, dass Kirishima sich immer recht schnell beruhigte, wenn er einfach über seinen Rücken strich und sanft an ihn drückte. So auch dieses mal. Bakugou brummte leise, was auch als ein Grummeln durchgehen konnte, wie er es immer tat, wenn er Kirishima tröstete. Gleichzeitig strich er Kirishima über den Rücken und hatte mit der anderen Hand seinen Kopf an seine Brust gedrückt. Tränen weichten den Stoff des Oberteils des Alphas etwas auf, was ihn jedoch nicht störte.
"Eijirou, hab keine Angst", seine Stimme war so ruhig, wie sie nur Kirishima kannte:" Du schaffst das. Ich sehe dich nicht als ebenbürtig, weil du einer dieser verweichlichten Scheiße fressenden Vampir Bastarde bist, verstanden? Also lass mich, lass mein Rudel, nicht hängen." Kirishima drückte sich daraufhin von Bakugous Brust weg, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und sah seinem Gegenüber fest in die Augen. "Ich werde dich nicht enttäuschen, Alpha!" Mit diesen Worten verließ nun auch der Letzte seiner besten Krieger den Besprechungsraum. Jetzt konnte Bakugou sicher sein, dass sein Rudel in Sicherheit war. Nun konnte er sich guten Gewissens in die Höhle der Löwen begeben und dort etwas aufmischen.
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Unterschätz' mein nicht
FanfictionSeit jeher waren Werwölfe den Vampiren untergeordnet. Seitdem die Adelsfamilie der Todoroki allerdings Anspruch auf den hochrangigen Rudelführer Bakugou Katsuki stellten, wurde es unruhig in den Gassen einer alten Stadt die schon seit Jahrtausenden...
