Zu aller Anfang

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Jeder sollte mal mit einem Tagebuch anfangen oder? Ich habe auf jedenfall etwas zu sagen. Etwas, dass ich nicht in die Welt hinaus schreien kann, auch wenn ich es vielleicht sollte. Deshalb habe ich mir das Tagebuch gekauft und werde einfach ein B mehr benutzen. SchreiBen anstatt Schreien. Denn dadurch wird es nicht weniger warhaftigt.

Beachten

Behmühen

Beleben

Beenden.

Ich hoffe zumindest, dass diese Geschichte irgendwann einmal ein Ende hat. Dass ich das Tagebuch schließen kann und niemals mehr daran denken muss, was damals passiert ist. „Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende" Glaubst du das wirklich? Ich nicht. Naja, am Ende wartet auf uns alle sowieso der Tod. Ach Gott, die ersten Zeilen im Tagebuch und schon komme ich rüber wie ein emotionales Wrack! Nein mir geht es gut, halbwegs zumindest. Meine Lebenskrise ist einfach noch nicht beendet.

SO. Liebes Tagebuch, ich habe dich nicht gekauft um rum zu heulen, sondern um meine Geschichte zu erzählen. Also los geht's! Um den Gedankensalat zu sortieren, starte ich wohl lieber ganz weit vorne...

Schwangerschaft, Geburt, Leben.

So oder so ähnlich beginnt es bei Allen. Bei mir war es genauso, das liebe, kleine, etwas schüchterne blonde Mädchen, welches im Kindergarten immer auf dem Schoß sitzen durfte. Keine Dramen, keine einschneidenden Erlebnisse nur der ganz normale Alltag. Und wie das so ist bleibt aus dieser Zeit kaum etwas zurück.

Das Gefühl meines rosa Spitzenkleides auf der Haut, „Prinzessin und Monster – Spiel" mit der Kindergartenfreundin, die Schatten der Bäume an der Zimmerdecke, die von den Taxis hervorgerufen werden und zum Einschlafritual gehören. Grundschule. Realisieren kann es in dem Alter noch keiner so wirklich, auch ich musste jetzt alleine auf einem Stuhl sitzen, Kleider wurden gegen Hosen getauscht, Freunde wechseln. Abends lag ich nicht im Bett sondern tanzte in meinem Nachthemd drehend im Kreis, der Schatten an der Decke blickte immer noch auf mich herab, doch nun hob ich meine Arme um ihn zu erreichen und drehte mich immer schneller und schneller. Kennt ihr das Gefühl das man hat wenn man dann plötzlich anhält? Wenn der Körper stockt, doch sich innerlich alles weiter dreht?...die Welt verschwimmt und man verliert jegliche Orientierung.

So oder so ähnlich fühlt sich mein weiteres Leben an.


Und das Leben fickt dich, oder die große Suche nach dem SinnHistorias para obsesionarse. Descúbrelo ahora