Der Mond und die Sterne spiegelten sich im Wasser. Bei Nacht sahen die Wassergärten von Sonnspeer ganz anders aus, als am Tag. All die Blumen und Pflanzen und das alte Gestein sahen nunmehr dunkel aus. Nichts war mehr zu sehen von all den wunderbaren Farben und Formen. Die Farbe jener noch so kleiner Blumen oder der großen Palmen wurden von der Dunkelheit der Nacht verschluckt. Es wehte ein angenehm warmer Wind um mein rotes Haar. Ich lief durch die Gärten und dachte nach. Eigentlich sollte ich bei Nacht nicht hier sein, jedoch war es nur zu verlockend. Zudem ich nicht nur wegen der Schönheit des Gartens und der Ruhe der Nacht hier war.
Es ertönte ein Pfiff, der mich aus meinen Gedanken riss und mich herumfahren ließ. In einem Tor, etwas ab von den Wassergärten, stand er und winkte mich zu sich. Ich schaute mich um. Soweit ich Dank des scheinenden Vollmondes sehen konnte, war außer uns niemand hier. Also ging ich leisen Schrittes auf ihn zu. "Ihr wisst nicht, wie glücklich es mich stimmt, dass Ihr Euch entschlossen habt, Euch zu mir zu gesellen", sagte er mit dieser lieblichen Stimme, die mich so faszinierte. "Es ist mir eine Ehre", entgegnete ich aufgeregt. Seine braunen Locken fielen ihm ins Gesicht als er sich ein wenig nach vorn beugte, jedoch strich er sie mit einem Lächeln direkt wieder hinter sein Ohr. "Kommt mit, nehmt meinen Arm", flüsterte er mir ins Ohr. Ich tat, wie mir geheißen und wir gingen ein Stück. Weg von dem Palast und weg von den wunderschönen Wassergärten. "Die Nächte in Dorne sind zwar genauso dunkel wie jene in Rosengarten, jedoch um einiges wärmer", merkte der junge Tyrell an. "Ja, ja, das sind sie wohl", stammelte ich. Meine Hände waren ganz schwitzig vor Aufregung und ich zitterte ein wenig, obwohl es gar nicht kalt war. Allein seine Anwesenheit machte alles so aufregend.
Wir gingen noch etwas weiter ohne ein Wort zu sagen. Ich genoss die Stille und seine Nähe. Jedoch war ich auch etwas beunruhigt, da wir nun schon sehr weit vom Palast entfernt waren. Falls uns jemand sieht dann- "Lady Sansa? Hört Ihr mir überhaupt noch zu?", erkundigte er sich. "Gewiss, ich war nur gerade ein wenig in Gedanken versunken, weil wir schon so weit vom Palast entfernt sind. Ich glaube, wir sollten langsam wieder umkehren..." Er blieb stehen und lächelte. "Seid unbesorgt, Mylady. Es geht alles ganz schnell." "W-wie? Ich verstehe nicht ganz...", entgegnete ich ihm verwirrt. Plötzlich legte jemand von hinten seine Hand auf meinen Mund und flüsterte: "Ganz ruhig kleiner Vogel. Wir wollen doch kein Aufsehen erregen." Dann riss sich Loras seine Goldkette vom Hals und öffnete die kleine, unscheinbare Ampulle, die der Anhänger der Kette war, und flößte mir die darin enthaltene dunkle Flüssigkeit ein. Ich wollte mich dagegen wehren, um mich schlagen und treten, jedoch hielt der Mann hinter mir mich so fest, dass all dies unmöglich schien.
Auf einmal begann sich alles zu drehen und ich versuchte um Hilfe zu schreien, doch aus meinem Mund kam kein Laut. Ich begann zu schwitzen, doch war mir auch kalt und meine Beine ließen langsam nach. Alles drehte sich und die dunkle Nacht wurde langsam komplett schwarz. "Aber Loras", dachte ich, "mein Loras würde mir doch niemals so etwas antun..."
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Die Wölfin in Sonnspeer
FanfictionDie Tochter der Fürstin von Dorne wird zu einem Abenteuer verführt. Dass es sich hierbei um nichts Gutes handeln kann, ahnt die junge Frau nicht. Währenddessen drängt jedoch auch schon die nächste Bedrohung: Euron Graufreud, der Lord der Eiseninsel...
