Christian;
Aufgeregt lief ich den knatschenden Holzboden hin und her. Die Flammen des Kamins knisterten ruhig und sinnlich und die orange gefärbten Blätter fielen von den Bäumen, was man durch das große Fenster sehen konnte. „Wenn mein Vater in den nächsten 5 Minuten nicht nach hause kommt, werde ich das ganze selbst in die Hand nehmen und zur Polizei fahren." flüsterte ich mir selbst zu. Mein Blick schweifte immer wieder zu unserem Wohnzimmertisch worauf sich eine leere Nudelverpackung befand. Allerdings war diese Nudelverpackung nicht das, was ich dachte. Mein Vater versteckte anscheinend Drogen und weiteres Zeug in herkömmlichen Haushaltsverpackungen. Vor ca. einer Stunde entdeckte ich die echten Geschäfte meines Vaters. Seit dem wartete ich ungeduldig auf seine Rückkehr von seinem 'Meeting'. Wahrscheinlich schaffte er in dem Moment nur noch mehr Drogen an um unser Haus damit zu verdrecken.
In dem Moment wurden meine Gedanken von dem klicken des Lift's unseres Apartments unterbrochen. Ich hielt den Atem an und wartete bis mein Vater aus der Tür des Fahrstuhls trat. Das einzige was ich zu hören bekam war die Stimme meines Vater und die einer unbekannten Frau.
Mir stockte der Atem als ich hörte wie die Frau mit einem mal lauthals anfing zu stöhnen. Ich überlegte nicht lange, verschwand in mein Zimmer und packte alle nötigen Dinge die man für ein paar Wochen braucht. Die Tränen stiegen mir in die Augen und ich versuchte sie krampfhaft zurück zu halten. „Christian du bist stark. Dein Vater ist dir egal." flüsterte ich mir selbst mit dunkler stimme zu. Ich schaute in den Spiegel und mit einem mal veränderte sich meine Miene schlagartig und meine Augen füllte eine Dunkelheit, welche ich nie zuvor gesehen hatte.
Meine Entscheidung war klar. Ich musste hier weg, koste es was es wolle.
Mit diesem Gedanken verließ ich das Apartment ohne, dass mein Vater etwas mitbekommen könnte. Die geöffnete Nudelpackung und die Drogen die sich dort drinnen befanden lagen noch offen auf dem Tisch, doch ich lies mich schon längst in Richtung Flughafen fahren.
Meinen 15. Geburtstag hatte ich mir anders vorgestellt.
YOU ARE READING
Christian
RomanceChristian kam so unerwartet, wie er gegangen war. Doch was bringt seine plötzliche Rückkehr mit sich? Und steckt vielleicht mehr als nur ein gelangweilter Teenager hinter der ganzen Geschichte? Vielleicht erfahren wir nie die ganze Wahrheit über Chr...
