Kapitel 1

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Endlich. Vor mir nur paar Meter entfernt steht eine junge Frau in der Mitarbeiter Uniform in den typischen Farben - rot, blau. Ich stapfe mit meiner schweren Reisetasche über der rechten Schulter und die Fahrkarte in der linken Hand auf die besagte Frau und räuspere mich.

Keine Reaktion. Stattdessen quasselt sie weiter mit einer weiteren Frau über ihren letzten Urlaub. "Das Hotel war einfach traumhaft und dieser Ausblick - dieser Ausblick!"

"Entschuldigen Sie?", frage ich jetzt mit gespielter, honigsüßer Stimme und tatsächlich dreht sich der Kopf in meine Richtung. "Kleinen Augenblick", meint die Frau und widmet sich wieder ihrer Freundin zu. Ich fasse es einfach nicht. Frustriert und verärgert mache ich auf den Absatz kehrt und wollte schon zum weit entfernten Infostand gehen, aber dann bleib ich abrupt stehen. Neben mir murmelt ein Mann wüste Beschimpfungen, als er fast in mich rein rannte - ich achte nicht weiter darauf. Soll er sich doch wegen einer orientierungslosen Sechzehnjährigen aufregen. Wirklich kein Problem.

Wieder schweift mein Blick über die Mitarbeiterin. Ich gebe doch jetzt nicht einfach so auf. Hätte sie bloß eine andere Arbeitsstelle herausgesucht, das nicht meine Schuld. Also drehe ich mich wieder um und marschiere ein zweites Mal auf sie zu. "Sie als Personal der Bahn, müssen doch alle Zeit Hilfe leisten, habe ich Recht? Also helfen Sie mir verdammt noch einmal und sagen Sie mir wo ich hin muss", sage ich etwas energischer und es zeigte seine Wirkung. Anscheinend muss man einfach etwas Unhöflich sein, damit die einen Beachtung schenken. Gereizt reißt sie mir die Karte aus der Hand und schaut sie nicht einmal eine Sekunde an. "Gleis 7, der silberne Zug da hinten", erklärte sie mir schroff. Ich nahm wieder meine Karte an mich und grinse sie an. "Herzlichen Dank", bedanke ich mich mit ironischem Unterton und füge noch ein etwas Leiseres "geht doch" hinzu.

Während ich in die Richtung eile fisch ich mein Handy aus meiner Jackentasche. Kurz vor Vierzehn Uhr - noch fünf Minuten. Scheiße. Es dauert seine Zeit einmal herumzulaufen um endlich die Treppe zu erreichen, die zu Gleis 7 führt.

Nur noch paar Meter. Mittlerweile rannte ich schon. Die Menschen um mich interessieren sich nicht weiter für mich, sondern bilden lautlos eine kleine Gasse. Als ich die letzte Treppe hinaufsprinte sah ich endlich den riesigen, silbernen Brocken von Zug.

Schnell quetsche ich mich durch die Menschenmassen und erreiche die Tür. Im Inneren war es verdammt warm, aber es liefen nur sehr wenige Menschen herum, die meisten saßen schon in ihrem Abteil und warten ungeduldig auf die Abfahrt.

Zu meinem Glück fand ich noch ein leeres Abteil im hinteren Teil des Zuges und mache es mir bequem. Meine Reisetasche hieve ich in das Netzteil über meinem Sitzplatz. Ausatmen, Mel. Keiner hat gesagt, dass es leicht wird Amerika mit dem Zug zu durchqueren... Jetzt kommen erst einmal paar ruhige, entspannte Stunden und danach kommt der schwierigste Schritt von allen...

Aber zum Entspannen brauche ich ein Flasche Cola und mein Sandwich, das sich Beides in der Tasche befindet. Na toll... Ich hoffe doch, dass keiner sieht, wie ich mich anstelle, meine Reisetasche runterzuholen.

Mit einer Hand drücke ich von unten gegen die Tasche und mit der anderen versuche ich sie herauszuziehen - dabei stehe ich auf das gute Sitzpolster, war nur zu hoffen, dass das keine Flecken geben wird.

Jemand klopft an die Abteiltür. Bei dem Klang zucke ich zusammen und dann ging alles so schnell. Nur aus dem Augenwinkel sehe ich eine große, dunkle Gestalt. Plötzlich löst sich meine Reisetasche aus dem Netz. Automatisch mache ich einen Schritt nach hinten um das Gewicht zu halten, doch hinter mir ist nur Leere. Panisch suche ich nach etwas Greifbares finde aber nichts. Währenddessen öffnete sich die Tür.

Ich warte auf den schmerzhaften Aufschlag, aber der kam nicht. Stattdessen finde ich mich in unbekannte Arme - der Koffer liegt auf den Boden.

"Eigentlich wollte ich nur kurz nachfragen, ob hier noch ein Platz frei wäre", hörte ich an meinem Ohr. Verdutzt drehe ich mich zu der Stimme und schaue direkt in zwei dunkelgrüne Augen. Sie gehörten zu einem Jungen mit wild zerzausten, schwarzen Haaren. Er grinst mich an.

Alles begann am Ende der WeltStories to obsess over. Discover now