Kapitel 1

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„Ich bring ihn um! Gib mir seine Adresse.", sagte ich zu Nina, meiner besten Freundin. „Ach lass nur, Svea. Er ist es nicht wert, dass du deine Karriere versaust."„Ich mach es heimlich. Niemand wird mich bemerken." „Ich kann mich erinnern, dass Mord unter Strafe steht, oder liege ich da falsch, Frau Jurastudentin?" „Naja, ich kann es ja wie Notwehr darstellen.", druckzte ich herum. Nina lächelte mich an. „Ich wusste doch, auf was ich mich einlasse. Mark hat schon seine letzte Freundin verarscht. Liebe macht wohl wirklich blind." „Schätzchen,das tut mir so leid. Ich hätte das niemals zulassen sollen. Er ist wirklich ein Arschloch." „Du kannst doch nichts dafür." Ich stand von dem Sitzsack auf, der in Ninas Zimmer stand und setzte mich neben ihr auf das Bett. „Ich habe ja immer noch dich. Wir werden immer beste Freunde bleiben." Sie legte ihren Kopf auf meine Schulter. „Genau. Bis wir sterben und dann machen wir die Hölle unsicher." Nina lächelte. Wir saßen einfach nur da und machten nichts. Wir freuten uns einfach, dass wir uns haben. Der Rest der Welt konnte uns mal Kreuzweise. Nach einer Weile hob Nina ihren Kopf. „Sag mal Svea..." „Ja was ist denn?" „Hast du nicht gleich Uni?"Ich schaute sie an. Sah auf meine Armbanduhr und blickte anschließend wieder nach oben. „FUCK!" Ich stand auf, nahm meine Tasche und umarmte Nina noch flüchtig. „Gott, was würde ich nur ohne dich machen!" „Ich schätze mal, du würdest dein Studium nicht schaffen." „Ich hab dich lieb. Wir sehen uns!" Und schon rannte ich aus ihren Zimmer, die Treppe hinunter, an der Küche vorbei und aus den Haus.

Zwei Minuten von Ninas Haus entfernt,war gleich eine Bushaltestelle. Ich hatte Glück und ein Bus hielt genau dann, als ich dort angelangt bin. Ich zeigte meinen Studentenausweis und setzte mich hin. Ein Hoch auf mein wöchentliches Training. Ansonsten hätte ich den Sprint wohl nicht so schnell hinbekommen. Ich schaute wieder auf meine Armbanduhr. In sieben Minuten fängt meine Vorlesung an, ich musste circa fünf Minuten mit dem Bus fahren. Wenn ich mich beeile, dann müsste ich es also noch schaffen. Ich hasste es zu spät zu einer Vorlesung zu kommen. Man wird von jeden angestarrt, wenn man hineinläuft, da anscheinend alles interessanter erscheint, als die Vorlesung. Wenn man Glück hat, bekommt man noch einen Kommentar von dem Professor zugerufen.

Der Bus war nicht voll. Es waren ein paar Omis und Opis zu sehen und ein paar Schulkinder. Die wissen wirklich gar nicht, wie gut sie es haben. Die Schule ist schon aus und jetzt können sie den ganzen Tag irgendwo abhängen, während ich in die Uni muss. „Sigmüllerstraße", sprach die Kinderstimme aus dem Lautsprecher. Man sagt, dass eine Kinderstimme das Aggressionspotenzial verringert und beruhigend auf einen einwirken soll. Und tataaa, sogleich haben sich schlaue Köpfe überlegt: ach,sollen doch Kinder die Durchsagen machen. Dann sorgt das bestimmt für Frieden. Dass sie manche Haltestellen ziemlich komisch aussprechen und dadurch neue kreieren, ist wohl Nebensache. Ich drückte den Halt-Knopf. Der Bus blieb stehen uns ich sprang hinaus.Einmal nach links abbiegen und nur noch der Straße folgen. Kurz an einer Ampel anhalten, die natürlich gerade auf rot umgeschalten hatte. Ich seufzte. Das Glück ist heute wirklich auf meiner Seite. Was solls. Ich schaute nach links und nach rechts. Es kam kein Auto,also nahm ich meinen Sprint wieder auf. Die Oma auf der gegenüberliegenden Seite schüttelte abwertend den Kopf und schaute mich herablassend an. Ja und, du wirst es eh nie mehr eilig haben, alte Frau. Ich stand vor der Universität, sprintete die tausend Stufen hinauf, einmal nach links und dann geradewegs auf die Tür zu. „Svea!" Bevor ich die Tür aufmachen konnte, drehte ich mich um. „Gott sei Dank, du kommst auch erst jetzt." Mia stand vor mir. „Ja, jetzt aber schnell." Ich machte die Tür auf und wir setzte uns. Der Professor fängt gerade mit der Vorlesung an, als wir uns setzten. Ich lehnte mich zurück, atmete tief durch, holte meine Unterlagen heraus und ließ mich von der Schlauheit des Profs berieseln. Nach ca. 20 Minuten öffnete jemand die Tür. Es war ein Spargel auf zwei Beinen. Ich wusste gar nicht, dass schon Erntezeit war. „Hat sich der Herr auch einmal entschlossen der Vorlesung beizuwohnen?", sprach der Professor ihn direkt an. Und boom. Die ganze Aufmerksamkeit lag jetzt auf unseren Spargel. Er lief rot an,senkte seinen Kopf und setzte sich schnell in eine Reihe. Er tat mir ja schon ein bisschen leid.

Die zwei Stunden Vorlesung neigten sich den Ende zu. Es ging um Rechtsgeschäfte und Vertretung. „Und zum Schluss: Denkt daran! Ist das Kindlein noch so klein, kann es trotzdem Bote sein! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Übrigens,morgen ab-" Mehr verstand ich nicht, da die Jungsreihe hinter uns es wohl ziemlich eilig hatten und zusammen räumte. „Was haben wir jetzt?", fragte mich Mia. Sie war wirklich ziemlich verplant, hatte man aber eine Frage über irgendein Thema, konnte sie dir verdammt gut weiterhelfen. „Strafrecht. Zwei Räume weiter.", antwortete ich. „Also gut.", sagte sie. Wir packten unsere Sachen, liefen aus dem Raum und dann 20 Meter weiter in den nächsten.

Strafrecht ging schnell vorbei. Es war auch wir wirklich verdammt interessantes Thema. Mia verabschiedete sich schnell von mir. Sie wollte sich noch ein paar Bücher aus der Bibliothek ausleihen. Es war mittlerweile 18:00 Uhr und ich machte mich auf den Weg zurück zu Nina. Ihre Eltern waren nicht da, also hatten wir beschlossen, dass ich bei ihr übernachte. Ich lief die Strecke, die ich davor gesprintet bin, wieder zurück. An der Ampel musste ich nicht warten, da es gleich grün wurde. Wenn man es nicht brauchte, läuft natürlich alles glatt. Ich wartete an der Haltestelle kurz auf den Bus und als er ankam stieg ich hinein.

Das gibt es ja jetzt wohl nicht.Es waren ungefähr fünfzehn Leute im Bus und in der letzten Reihe saß Mark. Was will der Depp denn hier? Das ist ja mal überhaupt nicht seine Richtung. Ich lief schnurstracks auf ihn zu. „Was machst du hier?", giftete ich ihn an. Er erschrak und blickte zu mir. „Oh.. hey, Svea. Ich äh, ich gehe zu Nina." „Was willst du da?" „Jetzt beruhige dich doch mal, was soll die dumme Fragerei.", motzte er. „Ich soll mich beruhigen? Du bist Nina fremd gegangen und postest das auch noch auf Snapchat, ich meine, hallo?" „Mh, ja das war ein Versehen. Ich wollte das nicht posten." „Achso.", lächelte ich ihn an, „ein Versehen. Dann ist ja alles gut.", sagte ich freundlich. Er erwiderte mein Lächeln. „Bist du eigentlich komplett bescheuert?"Seine Mundwinkel gehen wieder nach unten. „Denkst du, du kannst deine Taten irgendwie entschuldigen?" Die Leute im Bus schauten uns komisch von der Seite an. „Ich sag dir ein. Würde es nicht verboten sein, würde ich dieses Scheibeneinschlagding, das hier hängt, nehmen und mal nachschauen, ob du überhaupt ein Gehirn hast. Du wirst an der Haltestelle nicht aussteigen, dass das klar ist. Fahr zur Hölle, Mark." Mit diesen Worten drehte ich mich um, lief nach vorne und setzte mich hin. Eine Frau schaute mich an, zwinkerte mir zu und zeigte mir einen Daumen nach oben. Ich lächelte sie an.

Es wird nicht mehr lange dauern, dann bin ich endlich an der richtigen Haltestelle. Wir hatten anscheinend eine Grüne-Welle und fuhren über jede Kreuzung. Die Frau, die mich zuvor angelächelt hatte schrie auf einmal auf. Ich blickte zu ihr hinüber. Die Autos hupten. Ein Lastwagen fuhr direkt auf uns zu.

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