Chapter 1

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Nicht alle Geschichten fangen immer damit an, dass sich etwas ändern und dann alles perfekt ist. Genau wie diese.
Es ist ein grauer Dienstag Morgen, die Sonne scheint gerade so durch meine Fenster und trifft mein Gesicht. Ich drehe mich von ihr weg und brumme einmal kurz, bis ich meine Augen öffne. Nichts. Ich richte mich langsam auf und starre weiter gegen die weiße Wand zu meiner linken. Ich wende meinen Blick ein wenig nach rechts und ich sehe ein Dutzend Kartons auf meinem Fußboden, der immer noch nicht gewischt ist. Eine kleine Bewegung nach links und meine Füße rutschen von der Matratze auf den kalten, dreckigen Boden. Ich sollte vielleicht mein Bett, welches hier in dem Zimmer in Einzelteilen herum liegt, aufbauen. Ich strecke mich einmal und bemerke, ich sollte wirklich mein Bett aufbauen. Oh man hab ich Rückenschmerzen. Ich stelle meinen zweiten Fuß auf den Boden und lasse der Bewegung ihren Lauf. In der Küche angekommen setze ich den Kaffe auf, den ich gestern Abend schon in die Maschine gefüllt hatte, sodass ich jetzt nur noch den kleinen roten Kopf an der Seite drücken musste. Während ich dem Geräusch des kochendem Wassers lauschte, sehe ich aus dem Fenster und schnaufe. Ich dachte hier in Köln würde zur Frühlingszeit besseres Wetter herrschen.
Die warme Tasse schon kurz danach in beiden Händen und meine Lippen an dem Rand. Ich puste leicht gegen die braune Flüssigkeit, die mich jetzt hoffentlich etwas fröhlicher stimmt und nehme direkt danach einen kleinen Schluck. Ich schaue zur Uhr. Es ist gerade mal 08:14 Uhr. Mein Nebenjob fängt aber erst um 10:00 Uhr an. Ich jobbe neben meinem Studium noch in einem kleinen Café in der Innenstadt, sodass ich mir die erste Zeit hier besser finanzieren kann. Ich sehe mich in der leeren Küche um, nur die eine Zeile mit Herd und Arbeitsplatte schmückt den Raum. Das Geld aus dem Café sollte mir meine ersten Einrichtungsgegenstände hier gut ermöglichen. Ich stelle die leere Tasse wieder unter die Maschine und meine Füße tragen mich ins Badezimmer. Ich schaue in den Spiegel und sehe blaue aber endlos müde Augen. Ich fasse mir ins Gesicht und versuche die kleinen Augenringe bei Seite zu ziehen, dennoch ohne Erfolg. Meine braunen schulterlangen Haare stehen in alle Seiten ab und mein weißes T-shirt ist von meinem unruhigen Schlaf total zerknittert. Ich fang an meine Zahnpasta auf der Zahnbürste aufzutragen, ohne etwas daneben zu schmieren.  Neben dem Zähneputzen sehe ich wieder in den Spiegel. Ich sehe todmüde aus, obwohl ich hellwach bin. Geräusche letzter Nacht aus meinem Stockwerk haben mich eine Zeit lang wach gehalten. Bei meinem Einzug wurde mir gesagt, dass sich überwiegend junge Leute meines Alter hier befinden würden. Also kann ich mich schon einmal darauf einstellen, dass dies nicht die letzte Nacht war, in der ich vorübergehend wach sein würde.
Nachdem ich meinen Mund gut ausgespült hatte, ziehe ich mich aus und springe unter die warne angenehme Dusche. Ich spüre wie jeder einzelne Tropfen Wasser meine Haut berührt, an ihr kaputt geht und wie ein kleiner Fluss an mir herunter gleitet. Mir fällt auf, dass ich hier aus meinem Stockwerk noch niemanden so wirklich kenne. Vielleicht ist das aber auch von Vorteil, denke ich und fange an mich einzuseifen. Mein Duschgel riecht nach Melone und ich erwische mich dabei wie ich leicht anfange zu grinsen, da mir dieser Duft so gefällt.
Meine Hände umklammern mein Handtuch, welches ich an meine Brust drücke. Eine Hand löse ich um in meinem Koffer zu wühlen. Ich lege mir eine schwarze Hose und ein schwarzes T-shirt bei Seite und suche in dem Koffer nach Unterwäsche.
Als ich welche gefunden habe, löst sich meine andere Hand wie automatisiert vom Handtuch und es rutscht meine Beine entlang auf den Boden. Schnell schlüpfe ich in meine Klamotten, da das Schlafzimmer fürchterlich kühl war. Ich ziehe zuletzt die Socken an und binde danach meine Haare nach oben. Sie sind nass aber fühlen sich sehr weich an. Ich streiche die Strähnen aus dem Pferdeschwanz glatt und schaue auf die Uhr. Ich habe noch eine Stunde Zeit, genügend um etwas essen zu gehen.
Im Flur sammle ich meine Schuhe ein, die ich gestern nach meiner Ankunft in meinem Apartment direkt ausgezogen hatte und sie deshalb wild herum lagen. Ich ziehe sie mir an und sehe mich kurz nach meinem Schlüssel und meinem Portemonnaie um. Beides finde ich auf der Ablage neben der Tür. Meine Jeansjacke liegt vor ihr auf dem Boden. Diese habe ich gestern auch einfach hinter mich geworfen, als meine Tür zufiel. Ich hebe sie auf und streiche sie etwas glatt bevor ich sie mir überziehe. Ob das warm genug ist? Frag ich mich selbst, doch ich entscheide mich nicht um und verlasse das Apartment. der Schlüssel steckt nun in meinem Schloss und ich drehe ihn einmal um, als neben mir eine andere Tür zu knallt. Vor Schreck lasse ich meinen Schlüssel fallen und fluche leise: „Verdammt." Ich bücke mich nach meinem Schlüssel und mein Blick trifft auf weiße, dennoch dreckige Schuhe und ich erhebe mich langsam mit meinem Schlüssel in der Hand. Eine schwarze ausgewachsene Jeans, ein dunkelblauer Pullover, aus dem Hände mit dunkler Tinte ragen, ein Hals an dem genauso viel schwer herrscht, gefolgt von einem breiten Grinsen und braune Augen treffen meinen Blick. Wieder vollständig gerade stehend, bleiben meine Augen an seinen hängen. Ich bringe kein Wort heraus, geschweige denn schaue ich wo anders hin, bis eine tiefe Stimme aus dem Grinsen hervorkommt: „Du bist also die Neue?"

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⏰ Last updated: Apr 08, 2018 ⏰

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