Nur eine Legende?

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Sind die Geschichten und Legenden die wir unseren Kindern erzählen wirklich nur frei erfunden oder haben sie alle einen wahren Kern?
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„Der dunkle Wolf schnappte nach Egin und riss ihm den Speer aus der kalten Hand. Seine tauben Finger tasteten hektisch nach dem Schwert an seiner Seite, doch der Wolf war schneller. Wie ein Schatten stürzte er sich auf Egin und warf ihn um. Scharfe Krallen schlugen sich durch das Leder seiner Rüstung in sein Fleisch und warmes Blut tropfte in den frisch gefallenen Schnee.
Mit einem unheilvollen Knurren näherte sich das Maul der Bestie seinem Gesicht, die messerscharfen Zähne gefletscht und bereit ihm den entscheidenden Biss zu versetzten.
Die leuchtend roten Augen fixierten seine Kehle, die nun offen da lag... schutzlos... verwundbar.
Mit einem Ruck schnappten die Kiefer zu und ein Schrei ertönte in der Dunkelheit, dann herrschte wieder Stille.
Das dunkle Blut sickerte in den Schnee und färbte ihn rot. Ein letztes Mal betrachtete der Wolf sein Opfer, dann verschwand er im Nebel und Scheefall, eine Spur blutiger Pfoten hinter sich her ziehend...", beendete Sven die Geschichte, „Jetzt weißt du was passiert, wenn du im Winter alleine losziehst, mein Sohn."
Der Junge Leki nickte nur und zeigte dann auf das Schwert seines Vaters. „Du könntest den Wolf aber besiegen Papa, du bist ein großer Krieger!", er sprang auf und wedelte mit den Händen durch die Luft, „So würdest du ihn packen und in den Schnee schmeißen!"
Mit einem Lächeln packte Sven seinen kleinen Sohn und hob ihn hoch über seinen Kopf, „Sooo hoch? Und wo soll ich dich jetzt hinwerfen?", lachte er und drehte sich einmal im Kreis.
„Nicht werfen Papa, ich bin doch auch ein Krieger!", lachte Leki und zappelte im festen Griff seines Vaters, „Ich kämpfe an deiner Seite."
Vorsichtig setzte er seinen Sohn wieder ab, kniete sich lächelnd vor ihn und legte ihm seine rechte Hand auf die Schulter, „Schon bald wirst du auch ein großer Krieger sein, dann kämpfen wir Seite an Seite."
„Aber nicht mehr heute! Der große Krieger muss jetzt schlafen.", Frey lehnte im Türrahmen und schaute schmunzelnd zu ihrem Mann herüber, „Für heute habt ihr genug finstere Geschichten erzählt und auch ein großer Krieger muss einmal schlafen."
„Aber ich bin noch garnicht müde!", Leki baute sich vor seinem Vater auf, „Ich muss noch nicht schlafen!"
„Deine Mutter hat recht, auch ein großer Krieger kann ohne Schlaf nicht kämpfen, du solltest auf deine Mutter hören.", mit einem Lächeln gab er ihm einen Stoß in Richtung seiner Mutter, die mit offenen Armen auf ihn wartete.
„Na komm her mein Krieger, deine Augen fallen ja schon von allein zu."
Leki umarmte sie und Frey nahm ihn vorsichtig auf den Arm.
„Aber Mama ich bi...", ein Gähnen unterbrach ihn und seine Mutter hob lächelnd eine Augenbraue.
„Sag Papa noch gute Nacht, Leki.", sagte sie und drehte sich nochmal um.
„Gute Nacht Papa.", murmelte er müde und machte mit der Hand eine Klaue nach, dann verschwand Frey mit ihm Richtung Zimmer.
Nachdenklich drehte sich Sven wieder zum Feuer und betrachtete gedankenverloren die Flammen. Das Knistern der Flammen und das Knacken des Holzes waren das Einzige was die Stille durchbrach.
Während das Feuer langsam herunter brannte, begann auch Sven die Müdigkeit zu überwältigen.

Plötzlich schreckte er auf. Etwas hatte er gehört. Verschlafen hielt er den Atem an und lauschte, doch bis auf das leise Knistern des heruntergebrannten Feuers hörte er nichts mehr. Hatte er es sich nur eingebildet? War es nur ein böser Traum der ihn geweckt hatte?
Noch immer müde ließ er sich auf den Stuhl zurück sinken und blickte aus dem Fenster. Draußen wirbelte der Schnee um das Haus und legte sich sanft auf die Spuren des vergangenen Tages.
Muss wohl der Wind gewesen sein. Oder ein Knacken des Feuers...
Wieder fielen ihm die Augen zu und er dämmerte langsam wieder ein.

Plötzlich ein Schrei. Dann Stille...

Eine Stimme? Frey?... „FREY!"

Mit einem Satz stand er auf, das Schwert in der Hand, die Augen angstvoll aufgerissen.
Woher kam der Schrei? Was hat das zu bedeuten?
Mit rasendem Herzen blickte er sich um, dann spürte er einen kühlen Windhauch.
Die Tür!
Im nächsten Moment stand er schon im Flur, vor ihm die offene Tür. Schneidend kalter Wind wehte ihm entgegen.
Warum ist sie offen?
Der Schein der Fackeln erhellte nur etwa zwei Fuß der Schneefläche hinter der Tür, dahinter herrschte Dunkelheit. Finstere, allumfassende Dunkelheit.
Langsam bewegte er sich auf den hell erleuchteten Rahmen der Tür zu. Wie in Zeitlupe glitt sein Schatten über den Boden und verschwand in der Dunkelheit als er die Tür erreichte.
Spuren. Fußspuren, die vom Haus weg führen!
Mit schlagendem Herzen trat er hinaus in die Kälte. Eisiger Wind schlug ihm ins Gesicht und seine Füße sackten tief ein im frisch gefallenen Schnee.
Nach nur wenigen Schritten in der Finsternis blieb er abrupt stehen, die Augen weit aufgerissen.
Sein Blick fiel auf den Schnee vor ihm und das Entsetzen ließ alle Farbe aus seinem Gesicht weichen.
Ein kalter Schauer fuhr durch seinen Körper und er begann am ganzen Leib zu zittern, das Schwert glitt ihm aus der Hand und viel mit einem dumpfen Schlag zu Boden.

Das... das kann nicht sein! „FREY! FREY!"

Dort, vor ihm im Schnee, schimmerten die blutroten Abdrücke von Wolfspfoten...

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Ich hoffe meine erste Kurzgeschichte hier auf Wattpad hat euch gefallen. Wenn ihr mögt, lasst gerne Feedback da, ich freue mich über jede Rückmeldung :D
gezeichnet Valaron

Nur eine Legende?Where stories live. Discover now