Die letzte Vorlesung des Tages hatte geendet, die Studenten strömten aus der Uni. Anja saß mit ihrer besten Freundin in dem kleinen gemütlichen Cafe ein paar Straßen weiter.
Es gab gerade mal 10 kleine Runde Bistrotische, deren Tischplatten alle mit einem anderen Muster aus steinernem Mosaik verziert waren und je zwei passende Stühle hatten. Sie saßen an ihrem Lieblingstisch, das Mosaik bildete eine dunkelrote Rose auf cremeweißen Grund mit satten grünen Blättern, in der Unrandung spiegelten sich die Farben wieder.
Anjas Freundin, Marie, trug ein passendes Kleid im Stiel der 60er und dazu ein rotes, breites Haarband in ihrem braunen Haaren, was ihre gleichfarbenden Lippen betonte. Sie war immer Top gestylt.
Anja dagegen trug einfache Jeans mit einer weiten weißen Bluse, die Haare zu einem Lockeren Dutt hochgesteckt und kaum Make-up.
Sie tranken Milchkaffee und unterhielten sich über die Vorlesung als Anjas Handy kurz vibrierte.
Mit einem wischen entsperrte sie den Bildschirm, der eine Uhr zeigte, die ihr mitteilte, dass es 16Uhr waren. Der Titelbildschirm zeigte ein einfaches Foto einer Hibiskusblüte. Das Nachrichtensymbol blinkte, eine Nachricht ihrer Mutter.
>>Bitte besorg auf dem Rückweg ein paar Dinge fürs Abendessen!
Milch, Hackfleisch, Erbsen, Jogurt<<
Anja seufzte.
"Meine Mutter... ich soll noch etwas einkaufen. Lieber jetzt wenn ich heute Abend noch etwas zu essen bekommen will." Marie streckte sich bei ihren Worten.
"Nun, wir sind ja auch schon eine Weile hier. Wir sehen uns morgen wieder in der Uni und dann planen wir, was wir am Wochenende unternehmen! Ich hab von einer Party gehört, diesmal musst du einfach über deinen Schatten springen und wirklich mitkommen!"
"Ich überlegs mir, du weißt, ich bin kein Fan von großen Partys..."
Sie winkte ihrer Freundin zum Abschied, bezahlte und machte sich auf den Weg zum Supermarkt.
*--*
Es war Montag Abend und der Supermarkt brechend voll, genau wie die Straßen davor. Sie räumte ihre Einkäufe in den kleinen Stoffbeutel, den sie für solche Fälle immer in ihrer Handtasche hatte. Besonders sorgfältig ging sie mit dem Schälchen frischer Himbeeren um, das sie ergattert hatte und nachher zum Nachtisch essen wollte. Sie trat aus dem Laden auf die Straße als das Chaos ausbrach.
Ein Schuss ertönte, sie sah, wie sich jemand umdrehte und weglief, dann fiel die Person vor ihr zu Boden.
Er war tot, das wusste sie instinktiv, ohne dass sie zu ihm blickte. Doch tat sie es trotzdem.
Die Sonnenbrille saß dem Mann nur noch schief auf der Nase, eine Narbe zierte seine linke Augenbraue, über seinem offenen Auge, welches unter ihr hervor lugte.
Es war als würde er die mit diesem blauen Auge, aus dem langsam das Leben schwand, ansehen. Sein Blick verstumpfte.
Sein buntes Hemd, das er über einem ehemals weißen T-Shirt zu einer hellen Stoffhose trug, sog sich über dem Herzen voll mit Blut. Unter seiner Jacke meinte sie eine Pistole zu erkennen.
Anja bezweifelte trotz des Dreitagebartes, dass er über 30 war.
Eine Frau kreischte auf und riss Anja aus ihren belanglosen Gedanken. Um sie herum brach Panik aus.
Jeder versuchte schnellst möglich aus dem Weg zu kommen, als könne der Täter erneut zuschlagen und es dieses Mal einen von ihnen treffen. Doch zur gleichen Zeit wollten sie alle den Toten noch einmal sehen.
Anja blieb ganz still, fast versteinert vor dem Toten stehen.
Erst als sie jemand an der Schulter berührte erwachte sie aus ihrer Starre.
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Mafia - Eure Regeln
RandomAnja, eine normale Studentin, wird Zeugin eines Mordes, der ihr Leben auf eine Art verändert, wie sie es nie erwartet hätte.
