~ Stephan ~
Ich öffne meine Augen und alles ist hell, sofort schließe ich meine Augen wieder. Wo bin ich? So langsam spüre ich meinen Körper wieder. Alles bis auf meinen linken Arm. Wieso spüre ich meinen linken Arm nicht? Ich versuche wieder meine Augen zu öffnen und kämpfe gegen die Helligkeit an. Die Sonne strahlt mir durch den hinteren Teil des Planwagens direkt ins Gesicht. Draußen zieht der Wald an mir vorbei und ich sehe noch ein anderen Planwagen hinter meinem. Mein Arm spüre ich immer noch nicht, also lasse ich meinen Kopf schweifen. Zuerst sehe ich hellblonde, lange Haare mit einem braunen Lederband gehalten. Wer ist das und wieso schläft sie auf meinem Arm? Ein grünes Kleid fließt um ihren zarten, feingliedrigen Körper. Sie sieht wunderschön aus mit ihren vollen Lippen, der kleinen Stupsnase und den geschlossenen Lidern, die mit langen, vollen Wimpern geschmückt sind. Der Planwagen ruckelt über ein Schlagloch, ihre Haare fallen zur Seite und zeigen ein spitz zulaufendes Ohr. Sie ist also eine Elfe. Was macht eine Elfe hier? Solange sie sich nicht von meinem Arm runter bewegt, wird mein Arm weiter eingeschlafen bleiben, allerdings wird sie dann wach sein und ich kann sie nicht weiter betrachten. Da ich aufstehen und endlich meinen Arm ausschütteln will, versuche ich es mit einem räuspern. Ich hatte mit keiner Reaktion gerechnet, aber sofort schreckt die Elfe hoch, setzt sich auf und starrt mich aus großen, grünen Augen an. Sie mustert mich und scheint auf etwas zu warten. Auf was wartet sie? Ich mustere sie also weiter und sehe eine kleine, aber auffallende Wölbung ihres Bauches. Wieso liegt eine schwangere Elfe, schlafend, auf mir? „Wie geht es dir?", sie fragt es leise, aber ihre Stimme ist sanft und melodisch. „Ganz gut, würde ich sagen.", ich habe keine Schmerzen, da ist nur dieser Nebel in meinem Kopf, der mir erst jetzt auffällt. Wie bin ich eigentlich hier hergekommen? Wo bin ich überhaupt? Ich würde aus meinen Gedanken gerissen als die Elfe elegant auf mein Schoß klettert und ihre Arme um meinen Hals schließt. Ihre Berührungen kribbeln auf meiner Haut und ihr süßer Duft nach Blumen und Natur steigt mir in die Nase.
Der Nebel zerplatzt und tausende Erinnerungen stürzen auf mich ein. Toni und ich als wir klein waren. Meine Verbannung. Meine Zeit bei den Kräuterkundlern. Das Lager. Meine Freunde und Patienten aus dem Lager. Meine Entführung. Und dann ist da meine kleine bezaubernde Luna. Die Luna, die auf meinem Schoß sitzt, mich umarmt und schwanger ist. Wieso ist mein Mädchen schwanger? Es waren Monate die ich weg war. Sie konnte einfach jemand neuen finden. Mich ersetzten. Sie hat mich ersetzt. Ich höre mich selbst nur dumpf," Wer sind sie?", fragen. Sie entfernt sich sofort, weit aufgerissene Augen starren mich an. Wie tosende Wellen brechen ihre Gefühle auf mich ein. Drohen mich umzuhauen. So viel Schmerz, Trauer und Liebe. In ihren wunderschönen Augen bilden sich Tränen, sie steht auf und springt elegant wie immer vom Planwagen und steigt auf den anderen. Wieso weint sie? Ich will sie halten und trösten, küssen und mit ihr reden, aber irgendetwas hält mich zurück, das selbe
Gefühl, das mich dazu gebracht hat ihr vorzuspielen, dass ich sie nicht erkenne.
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533 Wörter
So meine lieben Leser, das ist mein „erstes" Kapitel.
Ein paar Anmerkungen dazu:
die Geschichte handelt, wie ihr euch bestimmt schon gedacht habt, von Luna und Stephan. Wie fast alle Geschichten die ich mal angefangen habe zu schreiben, entspringen meinen Träumen. Ich habe lange keine Geschichte mehr geschrieben bzw. Weitergeschrieben, weil ich nicht wirklich Motivation oder Anreiz dazu hatte. Allerdings wollte ich diese Geschichte auf jeden Fall schreiben, der Traum hat mir sehr gefallen und ich wollte ihn auf keinen Fall vergessen.
Der Titel des Kapitels verrät es euch vielleicht schon, aber ich sage es trotzdem; das hier ist sozusagen das Ende der Geschichte, ich fand es schön das hier vorzugreifen und die richtige Geschichte davon handeln zu lassen, wie die beiden sich kennenlernen und zu eineinander finden.
Ich hoffe es gefällt euch. Anmerkungen sind immer willkommen und ich versuche auch gerne Vorschläge einzubauen. Ich kann allerdings nicht versprechen, dass es regelmäßig Updates gibt. Ich stecke gerade im Umzugsstress und mache eine Ausbildung, da bleibt nicht unbedingt viel Zeit zum Schreiben.
Viel Spaß beim Lesen.
- S. -
KAMU SEDANG MEMBACA
Luna & Stephan
FantasiLuna & Stephan. Zwei Personen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Luna, eine Verstoßene der Elfenstadt. Stephan, ein Empath, verbannt aus seiner Familie und seinem alten Leben. Schaffen sie es ihre Unterschiede und Hindernisse zu überwind...
