Nach Luft ringend sprang sie auf und saß im Bett. Sie fasste sich panisch an den Hals, so als würde sie nach dem Grund ihrer Atemnot suchen. Doch als ihre dünnen Finger ihren Hals berührten, beruhigte sich ihr Atem fast von selbst. Mit der anderen Hand wischte sie sich den Schweiß aus dem Gesicht. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und aus Gewohnheit zog sie ihre Beine angewinkelt an sich. Als sie mit dem Handrücken die Tränen unter ihren Augen wegwischen wollte, stockte sie mitten in der Bewegung. Ihr fiel auf, dass das nicht der Raum war, in dem sie zuvor einschlief. Die Wände waren weiß und strahlten eine einengende Kälte aus, der Raum war seltsam klein, nur mit einem Bett und einem kleinen Nachttisch gefüllt, ein kleines vergittertes Fenster knapp unter Decke, das als einzige Lichtquelle diente. Es war taghell draußen. Sogar die Sonne schien. Der Platz reichte gerade so aus, um aus dem Bett zu steigen. Ihre Füße berührten den eisigen, glatten Beton und sie zuckte unter der Kälte zusammen. Sie sah an sich runter und bemerkte, dass sie nur ein graues Patientenhemd trug, das ihr gerade so bis zu den Knien ging. Sie sah instinktiv zu der stählernen, weißen Tür. Ein Gesicht sah durch das kleine Fenster in der Tür direkt zu ihr hinüber. Sie kniff die Augen zusammen, als ihr Gegenüber nickte, sich von der Tür entfernte und wegging. Sofort rannte sie zur Tür und hämmerte dagegen. "Hey! Hey, lass mich hier raus! Wo bin ich?!", rief sie verzweifelt hinterher. Aber sie wusste, dass wahrscheinlich kein einziger Ton durch diese Tür durchdrang. Sie konnte keine Klinke finden, nicht mal ein Schloss. Erst jetzt begriff sie; sie war eingeschlossen. Doch schon im nächsten Augenblick kehrte die schattenhafte Gestalt zurück, steckte hörbar ein Schlüssel in das Schloss und drehte, bis es laut knackte. Die Tür öffnete sich und es zeigte sich ein großer, einschüchternder Mann. "Komm mit.", sagte er ernst. "Du wirst erwartet." Ohne zu zögern verließ sie verängstigt diesen grausamen Raum. Der Fremde ging vorraus, wissend dass sie ihm folgen würde. "Wo bin ich? Was ist das hier?", fagte sie kleinlaut. Sie erhielt keine Antwort. Der Mann, ganz in weiß gekleidet, bog ab und ging um eine der vielen Ecken. Schon blieb er vor einer Holztür, mit der Aufschrift {Dr. Lurt/zuständiger Psychologe und Arzt}, stehen. "Psychologe?", dachte sich das Mädchen verängstigt. Noch bevor sie ihre Gedanken ordnen konnte, öffnete der Mann die Tür und winkte sie hinein. "Los.", fügte er bei. Zögerlich ging sie hinein. Kaum hatte sie den Raum betreten, fiel such schon die Tür hinter ihr ins Schloss, begleitet von dem Zusammenzucken ihres zierlichen Körpers. "Hallo, Emily", entgegnete es ihr aus dem anderen Ende des Raumes.
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HIDDEN
Misterio / SuspensoDie junge Frau Emily Deering wacht ohne jegliche relevante Erinnerung an einem fremden Ort auf. Schon beginnt eine tragische Reise, die sie durch Träume, Realität & Erinnerungen führen wird, auf der Suche nach Antworten. Doch schon bald wird sie mer...
