Ist es ein Flugzeug? Ist es ein Vogel? Nein, es ist SUPERWAITRESS!

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Wie sonst auch hatte ich verschlafen. Ich schaute auf die Uhr "Keine Zeit für Frühstück, ich zieh mich an und muss los; SOFORT!" Ich zog mich rasend schnell an und rannte, so schnell wie ich konnte, zum Café in der Hauptstraße. Zum Glück fing ich pünktlich um 8:45 Uhr mit meinem Nebenjob als Kellnerin an. Ich ging als erstes in den Umkleideraum. Ich zog mich um in meine Uniform; ein roter Rock mit einer weißen Schürze mit dem Logo des Cafés darüber, eine schwarze Bluse und ein rotes Band, locker um den Hals gebunden, ebenso mit dem Logo. Im Haar steckte meine rote Schleife, die mir letztens eine Freundin zum Geburtstag geschenkt hatte.
Nachdem ich mich also umgezogen hatte, betrat ich den Hauptbereich des Cafés, wo die meisten Leute saßen. Vor dem Café standen auch noch Tische, jedoch saßen dort nicht viele Leute, da es erstens noch am frühen Vormittag war und zweitens direkt neben den Tischen die Autos vorbeifuhren. Ich seufzte. Dies konnte man leider nicht ändern, die Haupstraße war halt der beliebteste Platz und das bedingte leider den Lärm und die Abgase all der vorbeifahrenden Autos. "Na ja... man kann es ja nicht ändern -" dachte ich mir also. Plötzlich schaute ich auf meine Uhr "Oh verdammt! Ich muss endlich mal anfangen zu bedienen!" Ich lief schnell zurück zum Tresen um eine Bestellung zu nehmen und zu Tisch 6 zu bringen. Das Ehepaar hatte einen Kaffee, einen Espresso und zwei Eisbecher Tropic bestellt. Ich nahm das Tablett und machte mich auf den Weg zu dem Tisch, von dem die Bestellung kam. Auf meinem Weg bemerkte ich nicht den Henkel einer Handtasche an Tisch 2, die eine Frau auf den Boden gestellt hatte. Ich fiel natürlich direkt voll auf die Nase, ungeschicklich wie ich bin. Das Tablett flog aus meiner Hand, die Kaffeetassen und Eisbecher zersprangen auf dem Boden nachdem der Großteil des Inhalts ausgelaufen war. "Na toll. Erst falle ich hin, auf den heißen Kaffe und Tee und auf das Eis und das muss ich jetzt natürlich alles saubermachen... Mein Glück ist echt sooooo groß." dachte ich mir, dann schaute ich an mir herunter. Meine Uniform war total dreckig und ich fühlte dass etwas Eiscreme in meinem Gesicht war. "Erstmal muss ich mich und meine Uniform saubermachen" murmelte ich leise zu mir selbst. Ich rappelte mich auf und verschwand hinterm Tresen. Bevor ich in den Umkleideraum ging, raunte ich noch einer netten Kollegin von mir zu, dass sie bitte die Scherben und den Rest saubermachen soll denn ich müsste mich erst umziehen. Ich sah noch wie sie lächelnd nickte bevor ich dann in den Umkleiden verschwand. Ich schaute in den Spiegel. Ich sah schrecklich aus, meine gesamte Uniform war oben verdreckt. Ich schüttelte den Kopf um ein paar Haare aus dem Gesicht zu schütteln.
Doch während dieser Aktion überkam mich ein Schwindelanfall. Ich stützte mich am Waschbecken ab und wollte mir grade etwas Wasser ins Gesicht spritzen, als meine Beine nachgaben und ich zu Boden sank. Kurz darauf wurde mir schwarz vor Augen.

Ich schlug meine Augen auf, es musste wohl daran legen dass ich heute morgen nichts gegessen hatte. Aber es war ja gleich Mittagspause; ich merkte dass ich nicht sehr lange weggetreten war nachdem ich auf die Wanduhr schaute. Plötzlich bemerkte ich es. Ich stand schnell auf und schaute mich im Spiegel an. Tatsächlich! Ich hatte andere Klamotten an, und sie waren auch sauber. Wie bitte konnte das denn jetzt sein?
Ich musterte meine Klamotten genauer... meine schlichten schwarzen Highheels mit rotem Absatz hatten sich in höhere Keilabsatzschuhe verwandelt, die mit roten Bändern noch zusätzlich am Bein festgebunden waren. Meine Schürze war unerklärlicherweise wieder sauber und meine Bluse - ihr fehlten die Ärmel und sie hatte ein Symbol drauf... es sah ähnlich aus wie das Superman Logo. Meine rechte Hand war in einem - Technohandschuh? Außerdem hing ein roter Umhang um meine Schultern und eine schwarze Maske bedeckte meine Augen, meine schöne Schleife hatte sich in ein Bandana verwandelt. Ich schaute neben mich auf den Boden. Dort lag ein Haufen aus Servietten. Ich hob eine auf, doch es stellte sich heraus, dass es ein gesamtes Seil aus zusammengeknoteten Servietten war, ein Lasso um genau zu sein.
Ich rollte mit den Augen. Das war ja wie in einer schlechten TV Serie die von einem ach-so-tollen Superhelden handelte, nur weil der Sender versuchte, etwas von Marvels Erfolg abzugucken. Ich seufzte und schaute aus der Tür hinaus in das Café, schließlich war ich ja nun sauber. Ich stutzte. Die Tische waren verlassen, das Besteck stand noch darauf. Die Gäste standen in einer Ecke und sahen verängstigt, manche geschockt aus. Ich schaute mich um. "Das konnte doch nicht ich gewesen sein..." murmelte ich mir zu. Ich entdeckte Bewegung auf einem der Tische und ohne dass ich es wollte, hob sich mein rechter Arm und der Technohandschuh leuchtete auf. Ein kleiner, blau leuchtender Bildschirm fuhr hoch. Ich bückte mich ein bisschen und schaute hindurch. Es war wie ein hochwertiges Fernglas; auf dem Tisch konnte ich eine Horde grüner seltsamer ... Wesen sehen, die alle irgendwo Flecken hatten, ob Weinflecken, Dreckflecken, Kaffeeflecken, Eisflecken - Ich stutzte. Kaffee- und Eisflecken? Das konnte kein Zufall sein, aber ich konzentrierte mich auf die grünen Wesen. Sie kamen mir von irgendwo bekannt vor, doch wusste ich nicht woher, ich wusste nur dass sie nichts Gutes im Schilde führten. Ich gab den Leuten in der Ecke ein freundliches Lächeln und warf mein Lasso unbeholfen in Richtung des Tisches, mit weit geöffneter Schlaufe. Trotz meiner Erwartungen landete das Lasso genau dort wo es hin sollte und zog sich selber zu, die Wesen waren im Lasso eng gefangen. Ich grinste. Superheld sein, ich hatte mich nun drauf eingelassen dass ich offensichtlich eine Superheldin war, hatte wohl an sich dass man direkt neue Skills bekam ohne zu üben. Ich nahm das Lasso und ging zur Tür und öffnete sie. Bevor ich herausflog, lächelte ich den Leuten nochmals zu "Ihr könnt euch alle einen Kaffee auf den Schreck nehmen; gratis!" Dann flog ich heraus um die Wesen weit wegzubringen.
Plötzlich fühlte ich etwas auf meiner Schulter, ich wollte es abschütteln doch kam aus dem Gleichgewicht und stürzte auf den Boden aus nicht allzu großer Höhe. Ich fühlte wieder etwas auf meiner Schulter, dann schüttelte sich mein Oberkörper. Nein, jemand schüttelte meinen Oberkörper. Ich blinzelte und als ich die Augen aufschlug, befand ich mich wieder im Umkleideraum, vor dem Waschbecken auf dem Boden, in meiner dreckigen Uniform. Ich blickte in das besorgte Gesicht einer Kollegin. Sie sprach mich an "Alles okay? Du schienst für eine ziemlich lange Zeit weggetreten zu sein, ich wollte schon fast den Notarzt rufen. Was ist passiert?" Ich schaute verwirrt. War das alles nur ein Traum gewesen? Es schien so. Ich rappelte mich auf "Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich heute morgen keine Zeit für Frühsrück hatte" Ich lächelte entschuldigend. "Du solltest nach Hause gehen, zieh dich um und iss was sobald du zuhause bist. Ich sage der Chefin Bescheid" Ich nickte und ging zu meinem Spind. Sie verließ zum Glück grade den Raum als ich begann mich umzuziehen. Als ich dann fertig war, brachte ich meine dreckige Uniform in die Waschmaschine im Nebenraum. Als ich meinen Spind zumachte, bemerkte ich nicht, dass dort am Boden ein Lasso aus Servietten lag...
Ich ging also nach Hause in dem Glauben dass das alles ein Traum war.
Heute weiß ich, dass ich aus irgendeinem seltsamen Grund für ein paar Stunden Superheldin war.😄

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⏰ Terakhir diperbarui: Dec 30, 2017 ⏰

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