I'm glad to see you again

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Meine braunen Augen klebten geradezu auf dem weißen Papier, das ich fest umschlossen zwischen meinen Händen hielt, und überflogen Stück für Stück immer wieder diese vier kleinen Sätze.

Sie brannten sich in meinen Kopf hinein und suchten sich einen Platz um nie wieder dort zu verschwinden.

Immer wieder. Immer wieder erschienen diese vier kurzen Sätze, die eine solche Bedeutung hervorriefen und mich verrückt werden ließen, vor meinem Inneren Auge.

„Du hast also Interesse an meinem Besitz.“

Interesse an wessen Besitz? Was ist damit gemeint? Ich verfiel in eine Schock Situation und hielt mich etwas an meiner Küchentheke fest um etwas Halt zu finden.

Doch lange hielt meine Kraft nicht an, als mir wieder dieser Satz in den Sinn kam und mir einen Schauer über den Rücken laufen ließ.

„Wenn ich du wäre, würde ich lieber die Finger von Sachen lassen, die dir nicht gehören.“

Von wessen Sachen. Ich hatte doch nichts was mir nicht zustand oder nicht gehörte?

Von wessen Besitz und welchen Sachen sprach dieser Absender? Was meinte derjenige damit?

Mein Blick huschte auf das Ende des weißen Papierstücks.

- S

Wer zum Teufel war  S?

Mein Kopf war wie ein Buch mit allerlei Menschen mit denen ich je gesprochen hatte oder ein Wort gewechselt hatte.

S. Mein Gehirn stöberte in all meinen Erinnerungen und fand wiederum, nichts.

Ich hatte keinerlei Kontakt zu einer Person mit Initialen wie dieser.

Die Handschrift war sauber und hatte einen schönen Schreibstil.

Ebenfalls hatte ich noch nie zuvor diese Schrift gesehen. Nie. 

Mein erster Gedanke, lag bei einer Verwechslung, doch da es unter meiner Fußmatte lag und mein Name in dem kleinen Brief vor mir stand, konnte ich dies ausschließen.
Auch wenn ich es nicht wollte, jemand hatte ihn mir mit Absicht gebracht.

Eine Hälfte in mir sagte es war geplant, dass ich ihn bekomme, wobei sich sofort meine andere Hälfte zu Wort meldete und mir über den Mund fuhr.
Diese Hälfte schien mich wiederzuspiegeln.

Ihrer Meinung nach lag es hierbei bei einer Verwechselung. Dass es bei den Fakten und plausiblen Erklärungen der ersten Hälfte wohl die Wahrheit war, dass es alles geplant und durchdacht war, nahm sie nicht zur Auswahl.
Ebenfalls wie ich. Ich konnte es nicht glauben, dass mir jemand so etwas schreiben würde.
Wieso auch? Ich hatte nichts getan, was darauf zurücklaufen könnte.

Es war sicherlich eine Verwechslung.
Mein Unterbewusstsein kannte mein Verhalten und erkannte sofort, dass ich der Sache aus dem Weg ging.
Doch aus dem Kopf. Da wird es mir nie wieder rausgehen schätze ich.

Ein letztes Mal sah ich auf die Worte. Ich war in Gedanken bei dem Vorfall. Wer zum Teuf-.

Ein Klingeln ließ meiner Kehle einen kleinen Schrei entlocken.

Schlagartig hielt meine Hand sich auf meinen Mund und ließ den Schrei somit verstummen.
Durch die ruckartige Bewegung fiel der Brief zu Boden, sodass nur das weiße Papier zu sehen war. Der Text wurde verdeckt, da er mit der beschriebenen Seite auf den Boden fiel.

Hitze der Angstwellen stieg mir in den Kopf.

Wer oder was ist das?

Mein Kopf durchflogen die lächerlichsten Vorstellungen.

He's mineWhere stories live. Discover now