Jomsy- Die magischen Worte

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(Tirid)
Langsam legte er den Arm um mich. Seine Hand lag auf meiner Schulter und drückte sie.
Ich schmiegte mich ein bisschen mehr an ihn, sodass mein Kopf unterhalb seiner Schulter lag.
Seine Finger spielten gedankenverloren mit meinen Haaren. Ich schloss meine Augen und genoss den Moment.
Wir hatten solche Momente nicht oft, so für uns alleine. Das mit uns war noch nicht offiziell, warum wusste ich auch nicht genau. Wir hatten bis dato das Thema vermieden. Es war gut so, wie es war.
Wir beide zusammen auf meinem Bett, Arm in Arm.
"Hey...,", er rückte ein bisschen ab um mir ins Gesicht zu sehen,",also was ich sagen wollte,", nervös spielte er mit dem Zipfel meiner Decke. Ich sah ihn fragend an. Ich sah die Angst in seinen blau grünlichen Augen.
"Was ist los?", fragte ich ihn grade herraus. Irgendwie hatte ich Angst was passiert war, hatte er sich deswegen mit mir treffen wollen? "Also,", er holte tief Luft," wir sind ja jetzt schon seit fast 3 Wochen zusammen und... es wissen nur ein paar Leute, deswegen wäre es doch nicht schlimm, wenn...,"
Wenn was?
Mein Kopf schwirrte.
Machte er gerade mit mir Schluss? Würde er wegziehen?
Kommt er aus einem Paralleluniversum und will mich jetzt damit hin schleppen?
Was?
Wenn wir was?
"Gott, du siehst mich grad so geschockt an, ich wollte eigentlich nur, also, ähm,", stotterte er weiter. So langsam riss mir der Geduldsfaden.
"Was willst du denn, du machst mich noch ganz verrückt mit deinem gestotter! "
"Is ja gut ich wollte dich fragen ob, ob wir uns also das mit uns veröffentlichen wollen?"
Unsicher versteckte er sein Gesicht, während in mir etwas explodierte. Mein Herz pochte wie Wild und die Schmetterlinge entwickelten sich zu Regenbogen-kotzenden Flugsauriern weiter.
"Nein, egal vergiss es Josy, das war keine gute Idee, vergiss es einfach okay? Lass uns weiter so machen wie wir es hatten."
Alle Bilder die sich grade in meinen Kopf gebildet hatten platzten.
Tom und ich nebeneinander draußen auf der Bank während der Pause. Plopp.
Tom und ich an der Promenade lang spazieren. Plopp.
Tom und ich mir Freunden in Kino. Plopp.
Nein, ich wollte das, ich wollte diese Sachen!
Ich wollte mit ihm zusammen Eis essen gehen und ich wollte mich auch in der Öffentlichkeit an ihn schmiegen wie ein Wolfswelpe.
"Nein. Nein,ich will das nicht vergessen, Tommy! Ich will mit dir zusammen sein,auch in der Öffentlichkeit, auch wenn alle uns sehen und weißt du wieso? Weil du Schuld dran bist!"
Er sah mich entgeistert an.
"An was bin ich Schuld?", fragte er flüsternd.
"Daran,dass ich dich liebe."
Ich hatte die ganze Zeit verlegen auf meine Hände gestarrt. Er nahm mein Kinn vorsichtig in die Hand und drehte mein Gesicht zu ihm. Nun sah er die kleinen Tränen die mir die Wange runter liefen.
"Sag das nochmal,", forderte er während er die Tränen mit seinem Finger vorsichtig auffing. Es war das erste mal, dass jemand die magischen Worte ausgesprochen hatte.
"Ich liebe dich,", flüsterte ich und sah ihn tief in die Augen. Ich sah wie er sich entspannte. Langsam zog er mein Gesicht näher an seins. Mein Herz macht keine Lugtsprünge mehr, sondern flog förmlich.
"Ich liebe dich auch,", wisperte er und presste seine Lippen auf meine. Mein Blut gefrohr für einen Moment. Ich erwiederte zögernd.
Sein Kuss erfüllte mich mit Wärme, ich konnte ihn förmlich schmecken. Die leichte schärfe von dem Minz-Bonbon das er davor gegessen hatte. Es war so schön und es war unser erster Kuss. Ich wünschte mir das es niemals endete.
Mit einem Ruck ging die Tür auf und wir fuhren auseinander.
"Also ich hab jetzt diese Chips und... ach du heiliege Scheiße!", Livi schlug sich die Hand vor den Mund und sah uns perplex an.
Ich spürte wie das Blut in meinen Kopf wanderte und schaute peinlich Berührt weg, Toms Reaktion konnte ich nicht sehen.
"Also ähm ich g-geh dann m-mal kurz auf weg, nämlich,ja,", stotterte sie, drehte sich auf der Stelle um und marschierte aus dem Zimmer.
Ich klatschte mir die Hände vors Gesicht.
"Götter, war das peinlich!"
Neben mir hörte ich Tom glucksen. "Das ist nicht lustig! Ich ohh Gooott!" Er bekam sich kaum mehr ein. Ich konnte nicht mehr, auch aus mir brach ein Lachen hervor.
Als Livia wieder vorsichtig anklopfte und reinkam, krümmten wir uns beide vor Lachen auf dem Boden.

Das One-Shot BuchWhere stories live. Discover now