So hatte sie sich das alles nicht vorgestellt. Aura's Seele schwebte ohne irgendwelchen Halt oder Ziel durch eine ewige Dunkelheit. Eine klare Stimme sang eine Melodie, deren Sprache Aura nicht verstehen konnte. Dennoch war es das schönste Gefühl der Welt. Ihr Kopf war leer, ihr Körper frei. Sie konnte sich nicht daran erinnern, jemals solch Frieden und Glück gefühlt zu haben. Sie wollte sich auch gar nicht erinnern, selbst wenn sie es könnte. Die Zeit raste an ihr vorbei, aber sie spürte nichts davon. Es war, als würde Gott selbst ihren Körper liebkosen. Den Körper, den sie nicht spüren konnte.
Doch dieses Glück währte nicht ewig. Etwas spitzes, wie ein Speer hatte sich in ihre treibende Seele gebohrt. Der Spiegel sieht dich.
Was war das? Diese Stimme die sich in ihren Kopf bohrte und dort Gestalt annahm. Die Seele geriet in unruhige Schwingungen und wurde schließlich aus dem nichts gerissen.
Aura schlug die Augen in einem Anflug von Panik auf. Die braunen Rehaugen erfassten kaltes Licht, das blonde Haar wiegte sich wie von einem bösen Fluch besessen im Wind. Sie spürte ihren Körper wieder. Wie lange hatte sie geschlafen? Nur wenige Minuten oder waren es Äöonen gewesen? Die letzten Gefühle der Freiheit verließen ihren Körper. Sie zitterte. Außer einem dünnen, weißen Kleid welches einem Nachthemd glich, trug Aura nichts.
Sie war an einer Klippe. Sie hörte das Rauschen des Meeres als es gegen die Felsen spritzte und überall fühlte sie die salzige Luft. Sie verschränkte die Arme, versuchte sich zu wärmen. Wo war sie bloß? Sie sah in den Himmel hinauf. Voller Angst, denn der Himmel war nicht so, wie er sein sollte.
Dunkle Wolken tobten über ihr, als würden sie Fangen spielen. Rote und weiße Blitze durchzuckten ihn. Ihre Augen waren vor Angst geweitet, auch wenn sie wusste, dass dieses Wetter ihr nichts tun würde. Lange blieb es nicht ruhig. Nun sah Aura sich um. Wie Schatten standen Gestalten um sie herum. Nicht alle von ihnen waren menschlich, auch Tiere. Sie konnte ihre Umrisse nicht klar erkennen. Es war, als wären es Phantome. Aula blickte sich verzweifelt um und drehte sich im Kreis. Gab es doch eine Hölle? Noch immer umklammerte sie ihren eigenen Körper mit den Händen. Ihre Beine wollten sich nicht bewegen, es war, als wären sie festgewachsen.
Dann geschah nach Minuten endlich etwas. Diese Stimme... Das einzige, was ihrer Seele real vorgekommen war. Sie kam von einem weißen Licht, welches langsam auf sie zukam. Aulas Augen weiteten sich. Dieses Licht von der Schönheit, die man nicht in menschliche Worte fassen konnte.... Es hielt vor dem Mädchen und die Stimme begann sich zu Worten zu formen.
"Lamm, Aura dein Name. Hüte ihn, willst du siegreich sein, darf Niemand deinen Namen erfahren. Hüte dich vor dem Bastard, denn er soll dein Jäger sein. Der Wolf ist dein Freund und du beschützt Das Schneekind. Deine Beute schimpft sich Katzenkönigin. Das sind deine Spielregeln."
Das Licht verblasste und mit ihm Auras Angst. Der Himmel besaß die Farbe von gemaltem blau. Sie spürte wie sie wieder den Drang hatte zu atmen. Sie schnappte nach Luft und klopfte sich auf die Brust. Das Lamm? Wolf? Katzenkönigin? Was hatte das alles nur zu bedeuten. Aura wusste es nicht und vermutlich würde sie es auch niemals wissen.
Aber etwas wusste sie... Sie musste diesen Ort verlassen.
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Das Lamm und sein Wolf.
FantasyAura war 17, als sie sich das Leben nahm. Da ist doch klar, dass sie tot sein sollte, richtig? Aber dem ist nicht so. Eines Morgens wacht sie auf einem seltsamen Stein auf, inmitten von Bäumen und Gräsern. Dies ist die Anderstwelt. Jene, die zu fr...
