Wintergedanken

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[Omegaverse, MxM, Fluff] (Collab with @DarkSkeletonDoll ♡ -> Du gehörst mir! )

Seit Monaten war er gefangen in den Fäden seiner Gefühle. Wie eine Spinne hatten sie ihn umwickelt, ließen ihn nicht mehr los. Diyan, Sohn des Grafen, Omega. Er hatte keinen Grund sich zu beschweren. Sein Leben verlief nach Plan, seit er geboren war. Für sein Alter war es ungewöhnlich, noch nicht verheiratet zu sein, doch seit Diyan vor einigen Tagen siebzehn geworden war, hatte sich das geändert. Sein Vater hatte ihn verlobt, an die Alphatochter der Gräfin eines weit entfernten Gutes.

Seit einigen Tagen lebte sie bei Diyan im Haushalt. Sie war perfekt in allen Kategorien. Umwerfend schön, intelligent, gesprächig. Sie kochte wundervolle Gerichte wenn sie in der Küche half und widersetzte sich der vornehmen Rolle, die ihr dank ihres Vaters zustand. Sie laß viel, war gebildet. Ihre Figur makellos.

Eines brachte Diyan dennoch um den Verstand, wenn sie ihm eine gute Nacht wünschte, ihn süß anlächelte und auf ihr Zimmer verschwand: Diyan liebte sie nicht. Seine Gefühle gehörten längst einem Anderen.

Finn der Stallbursche. Diyan bezweifelte, dass der junge Mann,Vater sagte er wäre fast zwanzig, ihm mehr Beachtung schenkte als jedem anderen auf diesem Anwesen. Und dennoch bekam Diyan ihn nicht mehr aus dem Kopf seit er sein verwuscheltes blondes Haar zum ersten Mal gesehen hatte. Vor drei Jahren hatte sein Vater Finn eingestellt und seit drei Jahren war Diyan völlig auf ihn fixiert. Finn war kleiner als Diyan, soweit Diyan das sagen konnte, er wagte es nicht ihm näher zu kommen. Stallburschen und Grafenkinder sollten sich nicht zu nahe kommen, die Standesunterschiede waren viel zu groß.

Und doch bekam Diyan ihn nie aus dem Kopf. Er würde töten um Meilen von ihm entfernt zu sein und doch wollte er ihn so unendlich nahe bei sich haben. Diyan wollte Finns Atem auf seiner Haut spüren, doch das würde nie geschehen, war nur eine wilde Fantasie des Grafensohnes.

Kalter Wind heulte durch die sonst so kunstvoll beschnittenen Bäume auf dem Grund des Anwesens. Im Winter trugen sie kein Laub, bildeten nur den Kontrast zum Weiß unter ihnen. Diyan war schon den ganzen Tag über so unruhig. Immer wieder lief er in seinem Zimmer umher, begann eine Sache und verwarf sie wieder. Diyan hatte keinen Appetit, fragte sich was nur mit ihm los war. Dennoch oder gerade deswegen zwang er sich etwas Sinnvolles zu tun. Seine Füße führten ihn wie von selbst zu den Stallungen. Das Schnauben der Tiere, der Geruch von Heu beruhigten ihn. Doch gleichzeitig hing dieser Duft im Stall - sein Duft. Finns Duft.

Diyans Herzschlag zerriss seine Brust fast, als er hastig eines der Pferde sattelte und es rasch aus dem Stall führte. Finn war nirgendwo zu sehen. Und doch waren Diyans Gedanken überfüllt von ihm. Diyan stieg auf, führte sein Pferd hinunter vom Gut seines Vaters. Winzige weiße Flocken fielen vom Himmel als Diyan seine Stute in den Wald führte. Diyan brauchte Abstand von allem und doch wollte er gerade an nur einem Ort sein… Bei einer einzigen Person.

Ohne auch nur einmal schneller Schritt zu reiten, die Schneehöhe ließ es gar nicht anders zu, kehrte Diyan schließlich aus dem Wald zurück. Es schneite mittlerweile um einiges stärker und Diyans Kleider waren nur noch minder trocken, seine Glieder kalt, als er den erleuchteten Stall erreichte und von seinem Pferd stieg. “Darf ich mich um Euer Pferd kümmern, mein Herr?”, fragte eine allzu vertraute Stimme. Diyan musste nicht hinsehen, musste die Stimme nicht hören um zu wissen, wer da neben ihm stand. “Finn”, begann Diyan um die Frage des Stallburschen zu bestätigen, doch in diesem Moment... Von einer Sekunde zur nächsten stand Diyan in Flammen, innerlich. Finn schnappte hörbar nach Luft als Diyan zu Boden ging. Vergessen war die Kälte des Winters, Diyan verbrannte von innen heraus. Seine Gedanken lagen bereits in Trümmern, ersetzt von Gedanken, die er sonst nie zuließ. Er wollte Finn. Er wollte ihn hier, jetzt, sofort! Mit zusammengebissenen Zähnen hob Diyan den Blick. Finn stand wie versteinert, starrte auf Diyan herunter wie ein Wolf auf seine Beute. “Ich bringe das Pferd weg", presste der Alpha hervor und führte die Stute in die nächstbeste freie Box hinein. Den Riegel schob er noch zu, ehe seine Füße ihn wie von selbst zu Diyan zurückführten. “Ihr könnt hier nicht bleiben", brachte er heraus und fuhr sich nervös durch das kurze Nackenhaar. Diyan war nicht in der Lage zu antworten. “Ich bringe Euch auf Euer Zimmer", sagte Finn, doch er klang so unsicher, dass seine Aussage mehr einer Frage glich. “Es ist zu kalt hier draußen…” Dabei wusste der Alpha wohl selbst, dass Diyan jetzt ganz sicher nicht kalt war. Plötzlich spürte Diyan kräftige Arme die ihn hochhoben. Diyans Herzschlag dröhnte ihm in den Ohren, Finns Duft war überall. Abgelenkt durch seine ausgebrochene Hitze bemerkte er weder die Kälte außerhalb des Stalls, noch Reaktionen der Angestellten im Anwesen. Was er jedoch mitbekam war das Knurren, das Finn irgendjemanden schenkte, der einige undeutliche Worte sprach, auf die sich Diyan nicht konzentrieren konnte.

Er landete auf seinem Bett, Finn schwer atmend am Bettende. “Wo hast du deine Medizin?” Finn durchwühlte bereits die erste Schublade von Diyans Schreibtisch als dieser sich aufsetzte, immernoch halb liegend. “Ich will keine", raunte Diyan leise. Er hatte die Kontrolle verloren. Seine Hitze war bisher nie ausgebrochen. Die Unterdrücker hatten immer gewirkt! “Ich will dich, Finn!”, wimmerte Diyan, laut diesmal. Finn zuckte zusammen, drehte sich zu Diyan um. “Das geht nicht.” Seine Stimme zitterte. “Willst du mich nich?”, wütend setzte sich Diyan auf. “Das hab ich nicht gesagt", murmelte Finn, ging jedoch auf Diyan zu. Der Raum war längst getränkt von Diyans Pheromonen und selbst Finn konnte seinen Instinkt nicht ewig bekämpfen. “Du bist ein Omega, Diyan!” “Verdammt ich weiß das!” Diyan hatte keine Geduld mehr. Alles brannte und Finn wollte jetzt diskutieren?! Diyan konnte nicht nachvollziehen wieso Finn das Offensichtliche ansprach. “Du wirst das bereuen Diyan", sagte Finn, kletterte jedoch bereits zu Diyan aufs Bett. “Du bist zu jung für…” Er vergaß seine Worte als Diyan sich aus seinen Kleidern wand. Diyan wollte nicht mehr warten. Er. Brauchte. Finn. Schon saß Diyan nackt vor ihm, bereit.

Und Finn gab auf.

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