Alles in mir bebte vor Aufregung. Endlich würde der Schmerz aufhören und ich könnte frei sein. Noch ein letztes Mal ließ ich meinen Blick über die leuchtend Skyline Hamburgs schweifen.
Nun kletterte ich vorsichtig hinter die Absperrung der großen Brücke, auf der ich mich befand. Sofort durchfuhr mich ein Adrenalinkick, als ich den weit entfernten Boden unter mir im Dunklen nur schwer erkennen konnte.
Endlich!
Hinter der Absperrung angekommen, drehte ich mich um 180 Grad, sodass ich ohne den Kopf zu bewegen eine gute Sicht auf die Brücke hatte und mit dem Rücken zum Abgrund - zum Wasser - stand. Dem Rauschen der vorbeifahrenden Autos lauschend spreizte ich schließlich meine Arme weit von meinem Körper ab und schloss die Augen.
Ich nahm noch einmal meinen ganzen Körper wahr. Ich spürte, wie der Stoff meines T-Shirts vom Wind hoch geweht wurde und sich eine leichte Gänsehaut an meinem somit nackten Bauch bildete.
Die Lederjacke lag eng an meinen Armen an und breitete ein wärmendes Gefühl in mir aus. Ein Lächeln legte sich auf mein Gesicht, als ich daran dachte, wie ich mir diese extra für heute gekauft hatte. Kein einziges Mal hatte ich sie vorher getragen, abgesehen vom Anprobieren im Laden.
Nur zu diesem besonderen Anlass...
Mein Haar wurde vom Wind leicht zerzaust, doch das störte mich keineswegs, ganz im Gegenteil, es gab mir das Gefühl von totaler Freiheit. In der linken Hand hatte ich einen schweren Stein, welcher mich so lange wie nötig am Grund halten sollte.
In meiner rechten Hand hielt ich das einzige, was von mir übrig geblieben war. - Den Rest hatte ich verkauft, oder weggeschmissen.
Es sollte sich einfach niemand ein Bild von mir machen, nicht aufgrund von solchen materiellen Sachen. Wer mich hätte kennenlernen wollen, der hätte das gekonnt, als ich noch am Leben war.
Doch niemand wollte das. Das hat mich doch erst hierher gebracht.
Mit diesem Gedanken machte ich den letzten nötigen Schritt nach vorne und trat ins Leere.
Bye bye, Welt.
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How To Deal With Fate
FantasyAlice beschließt ihr Schicksal selbst zu schreiben. An dem Tag, an dem sie sich von der Brücke stürzt, kann sie endlich mal etwas in ihrem Leben, was sonst immer von anderen bestimmt wird, selbst entscheiden. Doch anscheinend will das Schicksal nich...
