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Prolog

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Tränen strömten über mein Gesicht während ich rannte.

Ich rannte, als ginge es um mein Leben.

Schneller. Einfach weg von hier.

Ich hörte meine kleine Schwester schreien. Sie schrie meinen Namen. Aber ich konnte nicht.

Kalte Luft strömte durch meine Lunge.
Meine Sicht war benebelt vor lauter Tränen. Ich konnte kaum noch sehen wohin mein Weg mich führte. Meine Beine schmerzten schon.

Es war 15 Uhr als ich das letzte Mal auf die nachgesehen hatte. Ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch.
Letztendlich musste ich stehen bleiben da mir die Luft zum atmen fehlte.

"Setzen Sie sich doch"
Ich drehte mich, noch immer mit Tränen in den Augen, um und erblickte eine alte Dame auf einer Bank sitzen. Neben ihr ein kleiner Hund.
Sie trug eine Bluse mit Blumenmuster und einen schwarzen Rock. Auf ihrem Kopf thronte ein sehr großer, hübscher Hut und eine ebenfalls schwarze Handtasche befand sich auf ihrem Schoß.
Sie lächelte mich freundlich an und deutete mit der Hand auf den noch freien Platz neben ihr.
Ich setzte mich ohne ein Wort zu ihr und eine angenehme Stille breitete sich aus.

Ich versuchte mich zu beruhigen.
Das alles zu stoppen.
Nichts mehr an mich heranzulassen.

Ich kam mit allem klar.
Ich schaffte das schon irgendwie.
Ich musste ruhig bleiben.
Ich brauchte niemanden.
Ich würde sowieso wieder verletzt werden.

"Wissen Sie, das muss nun wirklich nicht sein. Lassen Sie den Tränen freien Lauf. Heulen Sie sich so richtig aus! Das muss manchmal sein, denn wenn man alles in sich hineinfrisst, kann das böse enden. Meine Großmutter sagte immer zu mir, Tränen reinigen die Seele. Irgendetwas muss wohl daran stimmen weil ich mir das zu einer Art Lebensmotto gemacht habe. Manchmal, wenn alles verloren scheint, weine ich. Sie denken bestimmt, dass das nur kleine Kinder machen, aber mir hilft das. Spülen Sie einfach die Trauer und Wut aus ihrem Körper, indem Sie weinen. Na los. Ich weine mit, wenn es Ihnen hilft."

Sie fing an herzlich zu lachen und ich schniefte.
Warum tat diese Frau das?
Warum war sie so freundlich?

Fragen über Fragen in meinem Kopf und auf keine hatte ich eine Antwort.

Erneut wurden meine Wangen von einer kleinen Sinnflut nass.
Mein ganzer Körper begann zu beben und ich schluchzte laut auf.

Ein Arm wurde um meine Schulter gelegt und ein vertrauter Duft strömte mir entgegen. Es war ein Parfüm, das meine Oma immer benutzte. Ich war fünf Jahre alt, als sie wegging, mich verlassen hatte. Allein gelassen mit meiner Mutter.
Vanille, ja es war Vanille.
Die alte Dame auf der Bank nahm mich gerade in den Arm und sie erinnerte mich verdammt stark an meine Oma.

"Ich bin ja da..."

....

💕

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