Avada Kedavra

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Avada Kedavra.

let the things be destroyed

Tom Riddle ist ein bemerkenswert hübscher Junge im Teenageralter, mit dunklen Haaren und blassem Gesicht.
Sein außergewöhnliches Talent, was Magie betraf, und seine herausragenden Leistungen ließen ihn schnell zu dem Liebling der Lehrer werden und auch sein Ansehen bei seinen Mitschülern stieg immer weiter.

Er verspürte weder Trauer noch Angst als er seinen Zauberstab auf seinen eigenen Vater richtete. Nur die Vorfreude, die ihn erfüllte.

Tom Vorlost Riddle ist mehr als nur ein gewöhnlicher Schüler von Hogwarts.
Er ist der Erbe von Slytherin und wenn er es klug anstellt, könnte er die Welt verändern.
Ob zum positiven oder negativen blieb ihm überlassen.

Und er würde es klug anstellen, er ist ein außergewöhnlich intelligenter Zauberer mit einer raschen Auffassungsgabe.

Er weiß, wie er seine Mitschüler von seinen Zielen überzeugen würde und wie er eine überzeugte Gruppe von Anhänger um sich scharen würde.
Er würde sich ein Imperium aufbauen, ein unbezwingbares Königreich, dass er nach seinem Willen formen würde.
Es lag in seinen Genen.
Er war dazu bestimmt, all diese Dinge zu vollbringen.

Tom Riddle ist einer der brilliantesten Schüler, die Hogwarts je gesehen hat, deshalb war es nur plausibel, dass er nur zwei Monate, drei Tage, vier Stunden und genau sechsunddreißig Sekunden benötigte, um alles, bis ins genauste Detail, über seine Herkunft rauszufinden.

Seine vollblütige Mutter hieß vor ihrer Heirat Merope Gaunt.
Die damals erst achtzehnjährige Hexe und Nachfahrin Slytherins war alles andere als attraktiv: Sie war arm und zerlumpt, sah bleich aus, schielte und ihre langen Haare waren stumpf und strähnig. Unter elenden Verhältnissen lebte sie am Rande von Little Hangleton, der Ortschaft, in der auch die reiche Familie von seinem Muggel-Vater ihr protziges Anwesen hatte. Der gutaussehende Tom Riddle Senior zog mit Merope zusammen weg und heiratete sie wohl nur deshalb, weil sie ihn mit einen Liebestrank bezaubert hatte.

Als Merope von ihm schwanger war, nahm sie törichterweise an, ihr Mann werde jetzt auch ohne Liebestrank bei ihr und dem Kind bleiben und setzte den Zaubertrank ab. Stattdessen verließ Tom Riddle Senior - was selbst Tom für einen Muggel ziemlich kaltherzig fand, auch wenn seine törichte Mutter es wohl verdient hatte - seine schwangere Frau sofort, kehrte in sein Elternhaus zurück und beklagte, er sei arglistig getäuscht und betrogen worden.

Die schwangere Merope konnte nicht zu ihrem Muggel-hassenden gewalttätigen Vater Vorlost Gaunt nach Little Hangleton zurückgehen.
Ob aus Verzweiflung, Scham, pure Dummheit oder magischem Unvermögen, da ist sich der zweifellos grandiose Slytherin-Schüler selbst nicht ganz sicher, kümmerte sie sich danach nicht mehr um ihre eigene Versorgung.
Völlig verarmt brachte sie ihr Kind in der Silvesternacht vom 31.Dezember 1926 zum 1.Januar 1927 in einem Muggel-Waisenhaus zur Welt.
Sie starb etwa eine Stunde nach der Geburt. Vor ihrem Tod bestimmte sie noch, der Junge solle nach seinem Vater Tom heißen und mit zweitem Vornamen Vorlost wie sein Großvater.

Und wenn Tom's Mutter nicht schon unter der Erde liegen würde, hätte er sie schon längst dafür getötet, dass sie ihn nach seinem unwürdigen Muggel-Vater benannt hatt.
Wenn der Zauberlehrling in der Lage gewesen wäre, Mitleid zu verspüren, dann hätte seine Mutter ihm wirklich leid getan.
Da Tom Riddle jedoch nicht dazu in der Lage war überhaupt irgendwelche positiven Gefühle spüren zu können, störte es ihn überhaupt nicht, dass seine Mutter tot ist.
Eigentlich fügt sich das wunderbar in seinen Plänen ein,
Eine Person weniger, die er töten musste.

Auch wenn es ihm sehr missfiel in ein Muggel-Waisenhaus augewachsen zu sein, wo doch sein Vater genau wusste, dass er einen Sohn hatte.
Vielleicht hätte Tom ihn ja nicht töten müssen, wenn sein Vater ihn nicht im Stich gelassen hatte.
Um ehrlich zu sein, hätte der Slytherin ihn so oder so getötet.
Aber sein Vater hätte eine viel größere Überlebenschance gehabt.

Nun war er hier, in Little Hangleton.
Das Haus stand auf einem Hügel mit Blick über das Dorf.
Wäre Tom ein normaler Junge, hätte er vielleicht seine ganze Kindheit an sich vorbei ziehen sehen, die eventuell so verlaufen wäre, wenn sein Vater ihn aufgezogen hätte.
Er würde sehen, wie er als kleiner Junge an der alten Schaukel an einem der Bäume vor dem Anwesen sich hin und her schwingen würde oder wie er mit seinen Vater einen Schneemann bauen würde.
Da Tom mehr oder weniger nicht wirklich viel mit seinen durchschnittlich Mitschülern, die eigentlich ziemlich gewöhnlich sind, gemein hatte, sah er nichts von alledem.

Er sprach den Zauber nicht mal laut aus.
Tom Riddle Senior ist nur ein Muggel, der ihn in jederlei Hinsicht unterlegen ist.
Es ging schnell, Toms Meinung nach, viel zu schnell.
Ach könnte er nur die Zeit anhalten, um diese Erinnerung immer und immer wieder überleben.

Aber natürlich ist er sich dem fragilem Zustand von Zeit und Raum durchaus bewusst.
Und er würde bestimmt nicht dieses Risiko eingehen und zulassen, dass seine Pläne vereitelt werden könnten.

Ihm machte die Leiche seines eigenen Vaters nicht wirklich was aus.
Eigentlich tat ihm nur das Putzmädchen leid, die diese Schweinerei beseitigen musst, sobald er weg war.
Nein, nicht mal das wirklich.

Er stieg problemlos, mit der geschmeidigen Eleganz einer Schlange, über die Leiche.
Er sah noch ein letztes Mal in das Gesicht seines Vaters.
Das pure Entsetzen auf seinem Gesicht, verbesserte seine Laune schlagartig.

Ohne sich noch einmal umzudrehen, verließ er das Anwesen der Riddles.
Er überlegte, ob er es nicht doch noch in die Luft sprengen sollte, aber das würde nur Aufmerksamkeit auf ihn lenken.
Da war er nun.
Er ist nicht mehr der bemitleidenswerte, halbblütige Tom Riddle.
Nehmt euch in Acht, Zauberer und Hexen dieser Welt.
Jeder wer der glorreichen Schreckensherrschaft Lord Voldemort's im Wege steht, wird gnadenlos zermalmt.

The Unforgivable CursesWhere stories live. Discover now