Jeder Mensch hat ein Schicksal. Dieses Schicksal wird sich erfüllen, egal ob du den Mut, die Kraft oder die Stärke dafür hast. Es wird sich erfüllen. Egal welche Entscheidung du auch triffst, es ist unaufhaltbar.
Ich kannte mein Schicksal nicht. Ich war mir nicht sicher, ob ich den Mut, die Kraft und die Stärke besaß. Aber ich war bereit, bereit alles zu tun. Nur für sie. Dann schoss ich und mein Leben veränderte sich.
*
Es war dunkel und es war kalt, als ich eins Nachts wieder durch die Straßen Hollywoods wanderte. Ich liebte dies Straßen die ich mein Zuhause nannte. Ich liebte die Anonymität. Hier kannte mich keiner und ich kannte keinen. Und doch wusste ich wie das Leben hier läuft.
Seit fast einem Jahr Schlich ich mich nachts raus, schwänzte die Schule, die mir eh viel zu teuer und Nobel war, oder erzählte ich sei bei Freunden. Hätten mich meine Eltern besser gekannt oder sich für mich interessiert, wüssten sie, dass ich keine Freunde hatte. Aber Ihnen war das egal. Ich war ihnen egal. Und dass war wiederum mir egal. Meine Eltern oder besser gesagt meine Erzeuger , Eltern klingt zu sehr nach Familie, dachten immer zu erst an das Geld, dann an sich und dann an die Firma. Der Rest interessierte sie nicht. Sie waren Monster.
Ich wanderte jetzt also schon fast ein Jahr durch diese Straßen, schaute den Gangs bei ihren brutalen oder weniger brutalen Macht kämpfen zu, die im Schlimmsten Fall mit toten endete. Am Anfang hatte es mich mitgenommen, wenn jemand bei diesen Kämpfen gestorben war. Doch mittlerweile ließ mich das kalt.
Die Straße reizte mich. Sie bot Abenteuer und Gefahr. Die sieben Jahre meines Lebens bevor ich die Straße entdeckte, war ich immer von bodyguards umgeben. Ich durfte nicht einmal mit einem Messer spielen geschweige denn eins in der Hand halten. Ich war meinen Erzeugern zwar egal, doch am Leben sollte ich trotzdem bleiben. Irgendwer musste ja die Firma übernehmen wenn mein Erzeuger zu alt war und außerdem würde mein Tod dem Image der Leopolds schaden.
Doch hier war ich allein, niemand der mich beschützte. Ich war ein Survivor. Ich überlebte, in dem ich immer zuerst an mich dachte. Das war das einzig nützliche was ich von meinen Eltern gelernt hatte.
Während ich an den mit Häusern mit kaputten Dächern, schiefen Zäunen und vertrockneten Gärten vorbei lief, dachte ich darüber nach, ob mein Leben wohl ewig so aussehen würde. Ob ich ewig als Survivor durch Compton laufen würde.
Während ich ganz in meinen Gedanken vertieft war, bemerkte ich nicht, dass aus den Häusern langsam Fabriken mit eingeschlagenen Fenstern und Graffiti an der Wand wurde. Ich lief geradewegs in den Gefährlichste Teil Comptons hinein. Hier war ich noch nie. Jeder der ein bisschen über Compton wusste, wusste dass man diese Gegend meiden sollte.
Ich lief weiter und stieß mit etwas zusammen. Mit etwas menschlichem. "Na hast du dich verlaufen kleines?" Fragte mich ein Mann mit drei Tage Bart und einer ekeligen schmutzigen Stimme. "Juce du machst Ihr Angst, sie ist höchstens acht. Lassen wir sie laufen..." kam es von einer genauso schmutzigen Stimme aus dem Hintergrund. Die beiden Männer schauten sich an und fingen an zu lachen. "Guter Witz Zack. Es war dumm hier her zu kommen kleines." Er spuckte vor mir auf den Boden und zog eine Waffe. Es war ein Revolver 45 Kaliber. Er richtete den Lauf auf mich. Ich war starr vor Schreck. Ich spürte meine Angst, aber da war noch etwas. Etwas kleines, ein Gefühl welches größer werden wollte. Wut. Ich spürte sie deutlich und lies sie größer werden bis sie die Angst besiegte. Ich spürte das Klappmesser, welches ich von meinem Erzeuger geklaut hatte, in meiner Tasche. Langsam tastete ich danach. "Jetzt schieß schon Juce. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit." Juce drehte sich zu seinem Kumpel um. "Ich möchte aber ihre Angst noch etwas mehr spüren." In dem Moment als er sich umdrehte wusste ich, das es meine einzige Chance war. Es ging hier um Leben und Tod. Ich griff nach dem Messer und warf. Wenn ich nicht traf, würde ich sterben. Doch ich traf genau. Die Klinge bohrte sich in seinen Arm und er lies die Waffe fallen. Blut spritzte und ich begann zu rennen. Ich rannte so schnell ich konnte, doch ich hatte vergessen, wie egal es den Leuten in diesem Teil war, wenn ein Mitglied der Gang verletzt wurde oder starb. Ich rannte in irgendeine Richtung. Der Mann namens Zack war mir dicht auf den Fersen. Er schoss und verfehlte mich nur knapp. Der zweite Schuss streifte meine Wange, es brannte und ich merkte, wie etwas Warmes meine Wange herunter tropfte. Ich lief weiter, doch leider wurde mir zu spät bewusst, dass ich in eine Sackgasse lief. "Hier ist der Weg zu ende Schätzchen." So sollte ich also sterben? Irgendwo in irgendeiner Gasse. Ob ich wohl überhaupt gefunden werden würde? Oder würden sie mich verbrennen um ihre Spuren zu verwischen? Langsam schloss ich die Augen und bereitete mich vor zu Sterben. Es klickte, der Mann hatte die Waffe geladen und musste nur noch seinen Finger leicht bewegen. Dann ertönte ein Schuss. Ich sank zu Boden und wartete auf den Schmerz. Doch er kam nicht. Ich riss meine Augen auf und sah den Mann auf dem Boden liegen. Er krümmte sich vor Schmerzen und aus seinem Bein strömte das Blut. Hinter ihm stand ein Junge. Er war ungefähr zehn Jahre alt und hielt einen Revolver in der Hand. Seine grünen Augen funkelten. So ein Grün hatte ich noch nie gesehen. So klar. "Komm!" Schrie der Junge und zerrte mich hoch und hinter sich her. Wir rannten so schnell wir konnten. Der Junge kannte den Weg besser als ich und innerhalb 2 Minuten waren wir wieder zwischen den heruntergekommenen Häusern Comptons.
Wir wurden langsamer und blieben schließlich stehen. Er blitzte mich mit seinen Grünen Augen an. "Betrete nie wieder diese Gegend! Halte dich von den Fabriken fern!" Ich nickte leicht. Unfähig etwas zu sagen. Er sah mich noch einmal mit seinen wunderschönen Augen an und verschwand.
Erschöpft lies ich mich zu Boden sinken. Wer war der Junge? War die Einzige Frage die mir im Kopf rum schwirrte.
Da stolpert etwas über mich. Ich fluchte und rieb mir die Hand auf die mir jemand getreten war. "Oh tut mir leid. Ich hab dich nicht gesehen." Ein Junge auch um die zehn hielt mir seine Hand entgegen. Ich ergriff sie und zog mich hoch. " Ich bin Jason und du?" "Rubina" antwortete ich langsam und dachte noch immer an den Jungen der mich gerettet hatte. "Schöner Name. Wie alt bist du? Woher kommst du? Wohnst du in Compton? Und oh du bist verletzt. Wenn du mitkommst kann ich dir helfen Sie zu versorgen. Möchtest du mitkommen?" Jason bombardierte mich mit Fragen, auf die ich nicht antworten konnte. Ich konnte nicht klar denken. Ich wusste nichts mehr. So überrumpelt war ich. Was ich auch nicht wusste war, dass Jason in den nächsten zwei Jahren wie ein Bruder für mich werden würde und dass ich den Jungen mit den grünen Augen nie wieder sehen würde.
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Back on streets
AdventureJeder Mensch hat ein Schicksal. Dieses Schicksal wird sich erfüllen, egal ob du den Mut, die Kraft oder die Stärke dafür hast. Es wird sich erfüllen. Egal welche Entscheidung du auch triffst, es ist unaufhaltbar. Ich kannte mein Schicksal nicht. Ic...
