Eins

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„Es ist Sommer. Ein wunderschöner Tag. Die Schule ist fast zu Ende und der Tag wird langweiliger denn je."

Diese Gedanken liefen mir am Ende der Mathestunde durch den Kopf. Erst die Schulklingel weckte mich aus meiner Trance. Alle Sprangen auf. Schnell nahm ich mein I Pad und steckte es in meine Handtasche. Dann stand auch ich auf und verließ den Raum. Vor der Tür warteten schon meine Freundinnen auf mich.

„So Leute heute Nachmittag an den Strand?" fragte Ems.

„Oh ja das wird super!" Natascha war leicht zu begeistern.

„Was meint ihr denn Mädels? Wer kommt mit?"

„Ich und Kelly kommen."  meinte Maya. Nun fehlte nur noch ich.

„Nein sorry, aber ich kann nicht. Mein Vater hat ein Firmentreffen. Ihr wisst ja... Aber vielleicht kann ich nach kommen."

„Das wäre super. Lasst uns sagen um drei."

Wir gingen über den Schulhof Richtung Parkplatz. Als wir da waren trennten sich unsere Wege. Jeder ging zu seinem Wagen.

Ich steuerte meinen neuen Mercedes an, den ich zum 18 Geburtstag vor einer Woche bekommen habe. Er ist silber mit einem lila glitzerstich, ein echt protziges Auto. Meine kleine Schwester wartete ans Auto gelehnt auf mich.

Hier war es echt sehr wichtig ein Auto, das neueste Handy und die besten Markenkleider zu haben. Das war im Grude genommen alles was an dieser Schule zählte. Niemand schaute auf die inneren Werte, deswegen war es auch echt schwer eine beste Freundin zu finden. Ich dachte ich hätte sie. Die beste Freundin die es gibt.

Meine Schwester und ich stiegen in das Auto und fuhren los. Der Weg war nicht weit zehn Minuten mit dem Auto. Als wir rein kamen hatte unsere Haushälterin bereits das Essen für uns fertig. Wir aßen schnell und gingen in unsere Ankleidungszimmer um uns umzuziehen. Ich zog meinen türkis goldenen Bikini an und dazu ein passendes schickes türkises Kleid und High-Heels. Anschließend frischte ich mein Make up noch einmal auf.

Nach einer halben Stunde ging ich wieder runter, meine Mutter wartete schon. Als alle da waren gingen wir zum Wagen meines Vaters und fuhren zum Hafen. Dort wartete schon eine Yacht. Es waren bereits einige Menschen versammelt. Auf einer Liste wurde von einem Angestellten notiert wer an Board kam. Wir waren die Letzten die noch gefehlt hatten.

Es ging sofort los und kaum waren wir ein paar Meter vom Hafen entfernt kamen schon Angestellte mit Sekt um die Ecke. Ich nahm mir ein Glas und stellte mich neben meinen Vater, bis wir alle wichtigen Personen begrüßt hatten, dann ging ich ans andere Ende in eine etwas ruhigere Ecke.

Ich mochte dieses „glücklich tun" nicht. Ich hatte keine Lust ständig auf solche Veranstaltungen zu gehen, wo man glücklich sein muss egal wie es einem geht.

Ich wollte mich nicht glücklich Verhalten ich wollte glücklich sein.

Nach einer Weile kam die Tochter eines Kollegen meines Vaters zu mir. Wir verstanden uns eigentlich ganz gut. Der Tag auf der Yacht zog sich dennoch. Wir führten ein paar nette Gespräche und das wars.

Als wir um fünf Uhr die Yacht wieder anlegte schrieb ich Ems, ob sie noch am Strand waren. Als die Antwort ja lautete hielt mich nichts mehr auf. Ich wollte, dass dieser Tag wenigstens einen schönen Abschluss hatte.

Ich fragte meinen Vater ob es ok sei, wenn ich noch ein wenig surfen gehen würde, und als die Yacht fertig angelegt hatte, ging ich sofort zu unserem Stammplatz.

Ems winkte mir und wir rannten uns wie verrückte in die Arme.

Als ich bei den anderen ankam hatte ich schon wieder super Laune. Ems schaffte es einfach immer, dass ich super Laune hatte. Kelly und ich nahmen uns jeder ein Surfbrett und rannten ins Wasser. Kelly, Ems und ich waren die einzigen die surften und Ems hatte mir zuvor erlaubt ihr Brett zu nehmen.

Im Wasser angekommen paddelten wir los und schnappten uns so viele Wellen wie möglich, aber plötzlich kam eine Monsterwelle auf uns zu. Wir waren zu weit vom Strand entfernt um zurück zu paddeln und unter so einer Welle durch zu tauchen ist extrem gefährlich. Oft kommt direkt danach noch eine Welle und die reißt dich dann vom Brett runter. Wir entschieden uns die Welle zu bezwingen, aber mich schmiss es sofort runter. Mir fehlte einfach die nötige Erfahrung.

In solchen Momenten ist man zum Glück immer noch mit dem Brett durch die Sicherheitsleine verbunden, doch sie riss und ich wurde Unterwasser gedrückt. Ich wollte wieder auftauchen, aber ich konnte nicht. Im Gegenteil ich sank immer tiefer. Ich strampelte und bekam Panik. Irgend etwas hatte meinen Fuß umklammert und ich versuchte verzweifelt mich los zu reißen, aber es packte mich immer fester. Die Panik in mir wuchs und ich hatte das Gefühl das mir die Luft jetzt endgültig aus ging. Ich ließ einen verzweifelten schrei los und wurde Bewusstlos. Kelly stand bei den anderen am Strand und Ems' Brett wurde zerbrochen angespült. Von mir fehlte jede Spur.

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