Landvidi

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Moin!
Kurz vorab ein paar Dinge. Ihr werdet nichts verstehen, wenn ihr nicht vorher die Kurzgeschichte In Walhalla von MuffintotheMountain lest (im Buch Traumfänger - Kurzgeschichten). Schaut bei der Gelegenheit insgesamt mal bei ihr vorbei, es lohnt sich wirklich!
Für alle, die von ihr kommen oder selbst Muffin sind: Ich weiß, es ist nicht halb so gut wie das Original, aber ich hab's probiert und das Ende ist nicht mehr traurig. Ups, das war ein Spoiler, tut mir leid.
Das da unten irgendwo, was keiner versteht soll Norwegisch sein. Ich kann kein Norwegisch und hab's mit Google Übersetzer gemacht, wenn jemand diese Sprache beherrscht und es mir ordentlich übersetzen kann, wäre ich eine glückliche Phobie :3
Danke auch an die gaile Hannah, meine Betaleserin und beste Freundin mit Suppe. Wenn ihr auf Lockwood&Co oder Reiseberichte (sie ist in Australien o.O) steht, könnt ihr bei ihr vorbei schauen. Tut mir leid, dass ich dir das immer antue Bby (sie schaut kein YT auf sie mit Gebrüll!). Es gibt sie nur auf FanFiktion xoxHannahxox, einfach bei Autorensuche eingeben, der Link mag mich nicht :(

Das Bild da oben ist übrigens Random und nicht von mir, ich fand's nur witzig.

Faden verloren. Los geht's!








Landvidi



„Werden wir uns jemals wiedersehen?“, flüsterte Patrick und Manuel sah ihn traurig an. „Wenn Asgard fällt, werde ich an deiner Seite sein.“



Sein Herz verkrampfte sich schmerzhaft und Patricks Atem wurde immer flacher. Nicht lange noch, und er würde für immer abbrechen. Er würde hinabsteigen nach Helheim und Manuel würde zurück nach Asgard kehren. Bei dem Gedanken, den Gott wahrscheinlich niemals wiederzusehen, stiegen ihm weitere heiße Tränen in die Augen, welche Manuel sanft fortstrich, die Hand auf seiner eingefallenen Wange ruhend. "Weine nicht. Du wirst deine Familie wiedersehen. Deine Mutter, deine Brüder. Es wird dir gut gehen. Und mit der Zeit wirst du mich vergessen“, flüsterte er tonlos. Ein unverständliches Krächzen entwich Patricks Kehle. Er wollte protestieren, wollte sagen, er könnte Manuel niemals vergessen, wollte ihn niemals vergessen. Doch er hatte keine Kraft, als hätte er jegliche Energie für das Warten auf seinen Geliebten aufgebraucht und nichts zurückgelassen. Er hatte keine Kraft zu sprechen, keine Kraft zu atmen. Es tat so weh, jede Sekunde, die er sich an sein Leben, an Manuel klammerte, tat so unglaublich weh, das er sich beinahe wünschte, er würde sterben.

Hels dunkle Seite war ihm abgewandt, als sie erneut erschien. Ihre pechschwarzen Haare spielten lang und glatt um ihre blasse Gesichtshälfte und ein trauriges Lächeln lag auf den dünnen Lippen. „Es ist Zeit, Vidar“, sprach sie sanft und blickte bedauernd auf die Hände des Gottes und des Sterbenden, welche auf dem Fell verschränkt waren. „Du kannst nichts mehr für ihn tun. Seine Stunden sind gezählt, er lebt bereits so viel länger als er sollte“, fügte sie hinzu, als Manuel keine Anstalten machte den Liegenden loszulassen. Patrick wusste nicht mehr, ob er ihn festhalten oder gehen lassen wollte. Sein Geist klammerte sich verzweifelt an den Mann vor ihm, doch er spürte wie sein Körper sich nach dem ewigen Schlaf sehnte. Der Griff Manuels jedoch verfestigte sich, ein Leuchten war in seine Augen getreten.
„Es gäbe eine Möglichkeit“, sagte er langsam und seine Stimme klang vorsichtig, überlegend. Er blickte der Totengöttin in das lebendige Auge. Inzwischen sah Patrick alles in einem Schleier. Die braunen Haare des Stehenden schienen ihm wie ein Kranz aus Licht und seine grünen Augen strahlten wie die Nordlichter am winterlichen Nachthimmel. Jede Minute, die sein Tod hinausgezögert wurde, war schmerzhaft. Es tat weh, wenn die Luft, die er verzweifelt einsog, in seine Lunge strömte, aber es tat auch weh, wenn er nicht atmete.
„Was werden die anderen dazu sagen?“, wandte Hel zweifelnd ein. „Das ist unwichtig. Es wäre möglich, nicht wahr?“, fragte der Gott hart. Patrick sah nicht, ob die Göttin nickte. Seine Lider waren schwer. Sein Herz schlug verzweifelt in unregelmäßigen Abständen. Das Pochen schien ihm so laut, dass es in seinen Ohren klingelte und er hörte kaum, was die Zweigesichtige antwortete.
„Du wirst nicht viel Zeit haben. Er kann nicht viel länger leben, seine Seele wird Schaden daran haben. Du musst es innerhalb von drei Stunden schaffen.“ Patrick wusste nicht mehr was geschah, er spürte bloß, wie Manuel die Hand aus seiner zog. Er flüsterte seinen Namen wie ein Mantra, bis sich eine schwere Dunkelheit um ihn legte und er in Hels Arme sank.

Die Dunkelheit veränderte sich nicht, er merkte nur daran, dass der Schmerz zurückkehrte, schlimmer als zuvor, dass er wieder wach war. Er legte sich auf seine Brust, machte das Atmen beinahe zu einem Ding der Unmöglichkeit. Patrick konnte nicht mehr. Sein Körper war zu schwach, er selbst war zu schwach, um sich weiterhin an seinem Leben festzuhalten. Seine Gedanken waren wirr, er fühlte sich, als würde er schweben und ein warmes Händepaar strich über seine bereits erkaltete Haut. Er konnte nicht sagen, ob es wirklich da war oder ob er sich es einbildete. Finger fuhren über seine Lippen und eine Hand umschloss seinen Kiefer, drückte ihn auf. Patrick schmeckte etwas auf seiner Zunge, so süß wie Honig und doch sauer und frisch.

Und dann drang Manuels Stimme durch den Nebel in seinem Kopf und befahl ihm zu kauen. Später wusste er nicht mehr, wie er es geschafft hatte, wo er sich eigentlich nicht mehr bewegen konnte, doch nachdem er die liebliche Süße geschluckt hatte verschwand der Schmerz, der Nebel und die Dunkelheit. Er spürte wie das Alter aus seinem geschundenen Körper wich, wie seine Haut sich straffte und seine Muskel sich anspannten. Als er seine Augen öffnete, blickten sie schärfer, als sie es jemals getan hatten.
Und neben ihm, an der Seite seines Sterbelagers stand Manuel, in der Hand einen angebissenen Apfel, der schimmerte wie Gold.
„W-was...“, setzte er an, doch der Gott streckte ihm wortlos seine freie Hand entgegen und zog ihn hoch. „Danke nicht mir, danke Idun“, lächelte er und verflocht ihre Finger. Patricks Blick wanderte erneut zu dem Apfel. Erkenntnis durchflutete ihn. „Hver uke en?“, fragte er, die Stimme so leise, dass man sie fast nicht gehört hätte. Doch Manuel hörte ihn und nickte. Er trat noch näher an ihn heran. „Wohin willst du gehen, dir steht jede Welt offen. Du musst nicht mehr in Midgard verweilen.“
Patrick sog den Duft des Gottes tief in seine Nase. „Mein Platz ist bei dir. Wo du bist, werde ich sein. Ich bin dein Schild, oder hast du das vergessen?“ Der Grünäugige lächelte und sein Lächeln war ein Versprechen. Ein Versprechen auf ein unendliches Leben an seiner Seite in den grünen Auen eines weiten Landes.

„Wie könnte ich?“

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⏰ Last updated: Jul 15, 2018 ⏰

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