Kurzgeschichte:

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"Warum?" fragte ich.

"Warum?!" diesmal schrie ich es heraus.

Ich schrie meinen gesamten Schmerz, meine Angst und Trauer hinaus, mit meinen nass geweinten Augen schaute ich zu ihm hoch.
Sanft nahm er mich in den Arm um mich zu trösten.

Aber was soll das bitte bringen?

Er wird mich verlassen, mich alleine zurücklassen, obwohl er weiß, was für eine Phase ich gerade durchmachte.
Er weiß es genau und lässt mich trotzdem allein...

"Es tut mir leid.." flüsterte er mir ins Ohr, ehe er sich aus unserer Umarmung befreite.
Mit meiner linken Hand wollte ich nach seinem Arm greifen, doch er zog ihn schon zur Seite.

"Bitte geh nicht." flüsterte ich ihm zu, während mein Kopf zu sinken begann.

Ich kannte seine Antwort schon.
Egal was ich machen würde, er würde trotzdem gehen.
Dennoch wollte ich versuchen ihn aufzuhalten!
Mit meinem Blick verfolgte ich, wie er in unsere Küche ging, um seinen Karton zu hohlen.
Die anderen sind bereits in seinem Auto unten, das hier war der letzte.

Er hob ihn an und umschloss ihn mit seinen Armen.
Ich stellte mir vor, dass ich der Karton wäre und wie er mich umarmen würde.
Ich stellte mir vor, dass er mich so umarmen würde, wie er es immer getan hatte.

Ich weiß noch, als wir im Urlaub in Irland waren.
Als ich auf dem Berg ausgerutscht bin um mir meinen Arm verstaucht hatte.
Sofort ist er zu mir gerannt um mich zu trösten und ist dabei auch ausgerutscht.
Ich musste deshalb so lachen, dass es mir gleich besser ging.
Dann stand er auf, nahm mich in den Arm, wie er es immer tat und fuhr mich zum Krankenhaus.
Auch wenn ich mir meinen Arm verstaucht hatte, war es einer meiner schönsten Tage, meiner schönste Tage mit ihm.

Doch die sind jetzt vorbei...

Als ich aus meinen Gedanken wieder zurück kam, sah ich, wie er direkt vor mir stand.
Er schaute mir in die Augen musste kurz lächeln.
Wenn ich es mir nicht einbildete...
Er stellte den Karton auf den Tisch und kramte seinen Schlüssel aus seiner Hosentasche.
Dann ging er zu mir rüber, und gab mir zögerlich den Schlüssel in die Hand und drehte wich langsam von mir weg.

Wieder senkte ich meinen Blick und spürte eine einzelne Träne über meine Wangen kullern.
Ich kniff die Augen zusammen und versuchte weitere Träne vor dem runter kullern zu hindern.

Dann hörte ich Schritte, ein Tür, die geöffnet wurde und dann ein Tür, die ins Schloss fiel.
Jetzt war er endgültig weg und ich werde ihn wohl nie mehr sehen.
Ich werde ihn nie mehr sehen und er wird mich nie mehr lieben...

Lange kämpften Wut und Traurigkeit in mir gegeneinander an, bis meine Wut die Überhand ergriff.
Ich stand auf, schrie alles aus mir heraus und brach dabei immer mehr in Tränen aus.
Ich nahm ein Glas vom Tisch und warf es mit Schwung auf den Boden.

Noch zwei weitere Gläser zerstörte ich so, während ich mir vorstellte, dass ich das Glas sei und von IHM auf den Boden geworfen werde.
Fallen gelassen, entsorgt, vergessen...

Ich setzte mich hin und schloss kurz die Augen, sammelte mich und stand wieder auf.
Jetzt hatte ich einen Plan.

Gespielt ruhig aber innerlich immernoch voller Wut, ging ich in die Kammer um Handfeger, Schaufel und einen Mülleimer zu holen.
Ich ging zurück und kniete mich neben die Scherben von den kaputten Gläsern.
Ich nahm die großen Scherben in die Hand, um sie wegzuschmeißen, doch plötzlich schnitt ich mich versehentlich an meiner Hand.

Ich fragte mich, ob ich nicht vielleicht auch Schmerz bei ihm hinterlassen könnte...?
Anfangs tat die Schnittwunde weh, doch nach und nach kamen der Schmerz und ich in Einklang.
Dieser Schmerz tat mir gut, lenkte meine Gedanken von ihm ab...

Ich nahm mir eine große und geeignete Scherbe und drückte sie in meine Haut am unteren Handgelenk.
Ich drückte sie nur ein ganz kleines Stück hinein und zog sie meinen Arm entlang.
Blut floss auf meinem Unterarm, doch der Schmerz machte mir garnichts.

Ich genoss es einfach...

Ich blieb noch kurz sitzen und beobachtete das Blut, welches meinen Körper verließ, bis ich mir mein eigentliches Vorhaben wieder ins Gedächtnis rief.

Ich ließ die Scherben liegen und ging ins Bad.
Dort ging ich zum kleinen Schrank, in welchem ich meine Packung Schlaftabletten aufbewahrte.

Normalerweise brauchte ich sie nie, nur wenn ich mal garnicht einschlafen konnte, doch heute würde ich sie brauchen, wenn auch zum letzten Mal.

Ich nahm mir eine ganze Handvoll Tabletten aus der Schachtel und packte sie wieder zurück in den Schrank.
Dann ging ich in unser...also mein Schlafzimmer und legte die Tabletten auf den Schreibtisch.

So langsam kamen meine Emotionen wieder hoch und ich stand einem Zusammenbruch sehr nahe.
Doch ich durfte jetzt nicht zusammenbrachen...ich musste es beenden, ganz beenden.

Doch vorher wollte ich ihn Wissenlassen, dass er schuld war!
Er war einzig und allein daran Schuld, niemand anderes!
Ich nahm einen kleinen Zettel und schrieb:

Du hast mir die schönen Seiten des Lebens gezeigt, doch jetzt bist du weg.
Und mit dir auch alles schönen Dinge auf dieser Welt...also warum dann noch weiterleben?

Ich legte den Zettel auf meinen Schreibtisch, in der Hoffnung, dass er gefunden wird und er wissen wird, dass er schuld ist.
Dann nahm ich mir die Tabletten, legte mich in mein Bett und schluckte sie.

Alle nacheinander, jede einzelne.

Dann schloss ich meine Augen und hoffte, aus diesem Schlaf nie mehr aufzuwachen...

Broken Heart- short storyHistorias para obsesionarse. Descúbrelo ahora