Ich stand gebückt im Schatten des Aufzugschachtes auf dem Dach des 18-Stöckigen Hochhauses und
aß eine Tüte Gummibärchen. Manuel neben mir überprüfte gerade ob seine Pistole geladen und
einsatzbereit war. Seine Weiße Maske leuchtete im Licht des hoch am Himmel stehenden Mondes.
Ich schaute auf die Uhr. 7 Minuten vor Zehn. Langsam Zeit loszulegen. Sorgsam klinkte ich mein
Klettergeschirr in den Karabiner des langen Seiles ein und lief zum Rand des Flachdaches. Manu
folgte mir ohne ein Wort zu verlieren. Unser Ziel, ein 48-jähriger Banker mit einer Grausig-Blutigen
Vorgeschichte befand sich 2 Stockwerke unter uns in seiner abartig teuren Suite und führte ein
Gespräch mit einem seiner konkurrierenden Geschäftspartner. Ich hing mich an die Kante des Daches
und blickte hinab zu den Lichtern von Autos, Geschäften und Laternen die hunderten Meter unter
mir leuchteten. Der Blick in die Tiefe machte mir schon lange nichts mehr aus. Dafür taten wir das
hier einfach zu oft.
Ein letztes Mal blickte ich hoch zu Manu der mir kurz zunickte, dann gab ich dem Seil Luft und glitt in
die Tiefe. Auf Höhe des schmalen Balkons schwang ich nach Vorne und landetet gekonnt auf den
Fliesen. Ich Klinkte mich aus und lies das Geschirr neben mir auf den Boden fallen. Ich hörte ein
Surren und nur wenige Sekunden später sprang Manuel neben mir auf den Balkon. Während ich
begann die gläserne Balkon Tür zu öffnen drehte Manu unser doppeltes Seil bis er den Knoten fand
und es lösen konnte. Er fing es auf und stopfte es gemeinsam mit unseren Gurten in seinen Rucksack.
Ich stieß amüsiert die Luft aus als sich die Tür schon nach Kurzem anheben und aufschieben ließ.
Diese Leute heutzutage, kaum wohnen sie im 15. Stock schon denken sie ihre Balkontüren müssten
keinerlei Sicherheit mehr bieten. Manu betrat vor mir den dunklen Raum. Ich folgte ihm und zog
dann die Türe hinter mir wieder zu. Niemand würde nachweisen können, dass sich auf diesem Wege
jemand Zutritt verschaff hatte. Wie erwartet befanden wir uns in dem luxuriös eingerichteten
Schlafzimmer des Mannes dessen letzte Stunde geschlagen hatte. Das Bett war zerwühlt und auf
dem Nachttisch stand ein halbvolles Glas Wasser und eine aufgerissene Tablettenpackung. Die
angelehnte Tür, die zu einem angrenzenden Flur führte, ließ etwas Licht in den Raum und wir
konnten das angeregte Gespräch der beiden Banker mitanhören. Ohne Hast öffnete Manu auch
diese Tür und trat auf den mir rotem Teppich ausgelegten Gang. Aus Gewohnheit heraus überprüfte
ich ein letztes Mal den korrekten sitz meiner Waffe und meiner Maske dann folgte ich ihm. Wir
schlichen gebückt weiter bis der Gang in eine weitläufige Wohnküche mündete. Die beiden Personen
saßen uns abgewandt auf einer weißen Ledercouch und tranken eine klare Flüssigkeit aus
Kristallgläsern. Sie waren so sehr ins Gespräch vertieft, dass wir wahrscheinlich an ihnen hätten
vorbeilaufen könnten, ohne dass sie uns bemerkt hätten. Leichtes Spiel für uns.
Wir duckten uns hinter den Küchentresen und Manu zog aus seinem Gürtel ein Stiftlanges
Metallröhrchen. Ich blickte ihn an und sah das vorfreudiges Glänzen in seinen Augen. Auch ich
konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.
„Eine neue Runde..."
„...eine neue Wahnsinnsfahrt!"
Kaum hatte Manu den Satz vervollständigt als er sich auch schon aufrichtete und in das kleine
Röhrchen blies. Es gab ein leises Plop gefolgt von einem summen, nur hörbar für geübte Ohren, dann
sackte der Besucher unserer Zielperson auch schon in sich zusammen, mitten im Wort als hätte man
bei ihm den Aus Knopf gedrückt. Für einen Moment blieb es still dann erhob ich mich ebenfalls. Der
Banker war mittlerweile aufgesprungen und blickte uns mit vor Schock geweiteten Augen an.
„Keinen Ton oder Ihr Tod wird lang und qualvoll sein."Ich genoss den Ton mit dem Manuel sprach. Er war tief und raubtierhaft. Seine gefährliche Seite, die
ich so sehr an ihm Liebte wie alle anderen und dennoch fand ich ihn in diesen Momenten besonders
anziehend.
Ich trat vor während Manuel seine Waffe auf ihn richtete. Im Vorbeigehen griff ich mir ein stumpfes
Küchenmesser vom Tresen. Bei keinem unserer Opfer machten wir langen Prozess und das machte
uns in der Branche der Auftragsmörder und Freitöter zu begehrten Personen.
„Irgendwelche Letzten, Weltbewegenden Worte? Nein? Gut dann sag dem Leben auf Wiedersehen."
Ohne Umschweife griff ich den Kragen des Mannes, zog ihn zu mir her und rammte ihm das Messer
seitlich in den Hals. Er röchelte ein paar Mal während Blut aus der Wunde und zwischen seinen Lippen
hervorsprudelte. Ich ließ das Messer wo es war und schmiss ihn achtlos neben dem Sofa auf den
Boden, wo er unter gequältem Fiepen verstarb. Manuel trat neben mich, schob seine Maske bis über
seine Nase und küsste mich auf den Hals, dann zog er den Pfeil aus dem Nacken des anderen Mannes
und überprüfte seine Körperfunktionen. Er griff ihm unter die Arme und hiefte ihn halb auf unsere
Ziehperson drauf. Ich schnappte mir die antik aussehnende Vase vom Tisch und ließ sie scheppernd
auf dem Kopf des Mannes zerbersten. Die Scherben hinterließen tiefe Schnitte auf seiner Kopfhaut
und Blut troff aus seinen Haaren. Manuel platzierte noch seine Hand nahe des Messers und fuhr mit
ihr über die Wunde am Hals, sodass keiner auch nur den geringsten Zweifel am Tatvorgang hegen
würde. Er griff zu seinem Handy und beschwerte sich von der Anonyme Leitung eines Nachbarn über
die Ruhebelästigung im 15. Stock dann verließen wir die Wohnung, Hand in Hand, durch die
Wohnungstür.
Wir waren nie da gewesen, wir waren nur Geister die überall ein und ausgingen und den Verlauf der
Dinge, Mal in die eine Mal in die andere Richtung drehten so wie wir, oder unsere Kunden es wollten.
Im Polizeibericht, den uns unser dankbarer Auftraggeber zusammen mit einer stattlichen Summe Geld
zukommen ließ war die Rede von einer Geschäftlichen Auseinandersetzung ohne Zeugen, die in einem
gewaltsamen Mord geendet hatte. Für die Polizei und den Richter war der Fall geklärt und der Täter
musste für 1 Jahr ins Gefängnis, weil er ja aus Notwehr gehandelt hatte und sein Strafregister vor
diesem Vorfall, abgesehen von einer Radar Kontrolle, unbeschrieben gewesen war. Zudem konnte er
sich ja an nichts erinnern, doch die Beweislast war zu groß. Wir schickten ihm anonym Blumen ins
Gefängnis, wie auch an die Angehörigen des Verstorbenen, wie wir es immer taten. Und wie immer
hatte auch jetzt niemand unserer Millionen Abonnenten eine Ahnung wer wir wirklich waren.
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Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt
FanfictionEin anderer Kürbistumor/Glpalle Oneshot. Patrick und Manuel sind gefragt Auftragsmörder in der Großstadt Köln und gleichzeitig zwei der beliebtesten deutschen LetsPlayer. Eine Nacht aus ihrem Leben.
