N U R I S A H I N P.O.V.
Marcel ist wieder nicht beim Training erschienen. Seit drei Tagen war er nicht mehr hier im Training. Als ich angerufen habe, hat er mich weggedrückt. Wieder ein Training das ohne ihn stattfindet. Wir fangen also an. Wie immer nur das Marcel unser Kapitän nicht mit dabei ist. Nach zwei Runden warmlaufen, bleibe ich bei Tuchel stehen. Wir kennen uns gut. Vielleicht zu gut. Wie es eigentlich nicht zwischen Trainer und Spieler sein sollte. Ich schaue kurz umher. Wir sind alleine, bis auf den Mannschaftsarzt Markus Braun. Er sitzt ein paar Meter entfernt. Tuchel und ich schauen uns kurz an und wissen sofort, das wir ihn mit ins Boot holen müssen. Es geht nicht anders.
Tuchel winkt Markus zu uns.
Dieser kommt etwas verwirrt zu uns. Nuri, was ist los, fragt er.
Thomas schüttelt den Kopf und vergewissert sich das wirklich keiner in der Nähe ist.
Marcel. Er ist wieder nicht beim Training erschienen. Die letzten Monate waren nicht einfach für ihn.
Er drückt uns weg, wenn wir ihn anrufen. Keiner kommt mehr wirklich an ihn ran, sprach Thomas. Wir machen uns Sorgen um ihn.
Ich habe ja einen Reserve-Schlüssel für sein Haus. Wir drei sollten heute nach dem Training zu ihm fahren, denn ich schätze, er hat einen Rückfall. Es fällt mir schwer das zu sagen, aber das letzte Mal hat er sich genauso Verhalten. Auf alle Fälle darf davon niemand etwas erfahren. Keiner, nicht einmal die Mannschaft.
Thomas und Markus nicken ab.
Danach bleibe ich noch bei Markus. Ein paar Minuten später gehen Markus und ich rein. Thomas haben wir durch Blickkontakt gesagt, dass wir uns schon auf den Weg machen und er nachkommen soll.
Markus geht kurz in sein Büro und ich hole meine Sachen aus der Kabine.
Die Fragen der anderen aus dem Team, werden wir erst einmal ignorieren.
Damit fällt das Training für mich zwar heute flach, aber Thomas weiß ja wieso.
Er wird in etwa zwei Stunden nach kommen.
Markus steht bereits vor dem Gebäude, als ich rauskomme.
Markus sagt mir nur noch, das er ein paar Tabletten eingepackt hat. Die Marcel wahrscheinlich brauchen wird.
Wir steigen beide in unsere Autos ein machen uns auf den Weg zu Marcels Zuhause.
Auf dem Weg telefonieren wir und sprechen uns ab wie wir gleich vorgehen werden. Nach etwa 20min kommen wir bei Marcel an. Ich fahre als erstes in seine Auffahrt. Markus parkt hinter mir. Wir steigen aus. Er nimmt seine Tasche und ich nehme meine Trainingstasche mit rein. Wir gehen gemeinsam die restliche Auffahrt hinauf.
Alle Rollos sind verschlossen. Rasen gemäht wurde auch schon seit längerem nicht mehr.
Als wir bei der Haustüre ankommen, schließe ich vorsichtig auf. Als ich die Tür öffne und ich das Licht anschalte, trifft uns der Schlag. Überall Müll, leere Flaschen, Essensreste. Es ist ein totales Chaos.
Wir bahnen uns einen Weg durch den Flur und stellen auf der Kommode erst einmal unsere Taschen ab. Markus nimmt kurz sein Handy raus und schreibt Thomas das er sich nicht erschrecken soll, wenn er rein kommt.
Dann sprechen wir uns ab wo wer nach Marcel sucht. Markus sucht im Erdgeschoss. Ich beschließe in den ersten Stock zu gehen. Als erstes schaue ich in sein kleines Wohnzimmer/Gaminging Raum, dann in sein Büro. Nirgends finde ich ihn. Ich gehe weiter. Schaue ins Gästezimmer. Nichts. Dann ins Gästebad. Wieder nichts. Auf dem Weg öffne ich jedes Fenster, für Frischluft und schaue hinter jede geschlossene Tür. Nirgends finde ich ihn. Markus kommt gerade die Treppe hoch. Auch er hat ihn nicht gefunden. Zusammen schauen wir weiter. Noch zwei Türen. Sein Schlafzimmer und das große Bad. Markus geht in Richtung Bad, ich in Richtung Schlafzimmer. Kurz bevor ich die Tür öffnen will, zischt Markus und deutet mir das ich leise sein soll. Als wir beide still sind, schauen wir uns erschrocken an. Ein Schluchzen. Vorsichtig öffnen wir gleichzeitig die Türen. Markus hat ihn endlich gefunden.
Marcel sitzt im Bad. Auf dem Boden. Er zittert. Überall auf dem Boden liegen Tabletten verstreut. Schnell geht Markus auf ihn zu. Ich gehe ins Schlafzimmer und hole neue Kleidung für ihn aus dem Schrank. Als ich wieder komme sehe ich das Markus ihm bereits ein großes Handtuch umgelegt hat. Da er ziemlich unterkühlt dort kauert. Markus sitzt neben ihm und zieht in dem Moment, wo ich wieder rein komme ihn vorsichtig in seine Arme.
Seine Augen hat er geschlossen. Er hat noch nichts gesagt. Kein Wort. Man hört nur das leise schluchzen von ihm.
Ja, wir vier sind gute Freunde. Vielleicht sogar sehr gute. Wir verstehen uns blind.
Er deutet mir, dass ich seine Tasche holen soll.
Ich gehe also runter hole unsere Taschen. Gehe wieder hoch, stelle meine bei seinem Schlafzimmer ab und gehe wieder ins Bad. Beide sitzen noch wie eben da, nur das Markus seinen Kopf an Marcels gelegt hat und ihn sanft über den Rücken streichelt. Ich stelle die Tasche neben Markus ab und hocke mich nun vor Marcel. Schaue ihn an und sage nichts. Kein Wort. Es ist leise. Wir schweigen. Schauen ihn nur an und wechseln immer mal wieder die Blicke.
Dann hebt er vorsichtig seinen Kopf. Markus streicht im weiter über den Rücken. Ich schaue ihm ins Gesicht. Seine Augen sind eingefallen, geschwollen und rot vom weinen. Seine Haut ist von rotem Ausschlag gezeichnet, welcher immer beim weinen auftritt.
"Ich kann das nicht mehr, es ist zurück", hauchte er fast tonlos.
Markus rutscht etwas an den Rand der Heizung. Zieht Marcel wieder an sich. Seine Beine umschlingt dieser immernoch. Seinen Kopf an die Brust von Markus gelehnt. Ich stehe kurz auf gehe ins Gästezimmer und hole eine Vliesdecke. Als ich wieder im Bad bin setze ich mich neben Marcel. Lege meinen Arm um ihn und lege meine Hand auf die Schulter von Markus. Dieser nimmt sich eine Seite der Decke und zieht sie über Marcel und seine Beine.
So sitzen wir drei nun hier. In dem Dämmerlicht welches durch die Rolläden scheint und warten auf Thomas.
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Ich hoffe dir hat das erste Kapitel meines neuen Projektes gefallen. Ich freue mich über deinen Kommentar zu diesem ersten Kapitel.
Song: Fix you Coldplay
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Anxiety. Wenn deine Leidenschaft zur Angst wird (Marcel Schmelzer FF)
FanfictionAnxiety. Was passiert wenn plötzlich der Kapitän von Borussia Dortmund nicht mehr im Kader steht. Niemand weiß etwas. Nicht mal seine Familie. Nur der Mannschaftarzt, der Trainer und sein engster Freund wissen, wieso Marcel nicht mehr ins Training...
