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Niall lief auf ihn zu und zog ihn in eine Umarmung. An Liam's Blick und der Tatsache, dass er mich die ganze zeit anstarrte, sah ich, dass er mich ebenfalls erkannt hatte. Langsam stand ich auf und ging auf die beiden zu und Niall stellte sich neben mich.

"Das ist Liam, mein bester Freund und Mitbewohner!"

"Hey." sagte ich und tat so als würde ich ihn nicht kennen und zum ersten mal sehen.

"Hey." erwiderte Liam.

"Okay Leute, ihr könnt mit eurem Anstarrwettbewerb gerne weiter machen, aber ich gehe jetzt kurz in die Küche! Viel Spaß noch!" Kopfschüttelnd verließ er das Wohnzimmer in Richtung Küche.

"Angel..." hauchte Liam so leise, dass ich ihn fast nicht verstand.

"Es..." setzte er an, aber ich unterbrach ihn.

"Warum?" war, dass einzige was ich wissen wollte und sagen konnte.

"Es tut mir wirklich...!"

"Liam, ich denke, dass währe passend wenn du dich ein paar Monate oder so nicht bei mir gemeldet hättest! Ich hab dir meine halbe Lebensgeschichte erzählt und von dir wüsste ich nicht mal halb so viel! Ich dachte wenn du meine Nummer hast bleiben wir in Kontakt, aber ich habe mich geirrt! Ich habe dich geliebt Liam und...ich denke 4 Jahre sind zu lang, dafür, dass du einfach sagst, dass es dir Leid tut!" ohne eine Antwort abzuwarten machte ich auf dem Absatz kehrt, da mir die Tränen in die Augen schossen und das musste er ja nicht unbedingt sehen! Nur wo sollte ich hin? Zu Niall? Nein, was sollte ich ihm denn sagen?! Ich war gerade auf dem weg zu einem Zimmer, in der Nähe der Küche, in dem ich eine Art Abstellkammer vermutete, ich war selbst noch nicht sicher ob ich dort wirklich hin wollte. Dann ging ich einen Schritt auf die Tür zu und plötzlich wurde alles schwarz. War ich ohnmächtig geworden? Nein, ich konnte mich bewegen und fühlte die Türklinke an meiner Hand. Die Hände nach vorne gestreckt irrte ich durch die Wohnung und stieß mehrmals mit dem Schienbein gegen irgendwelche Möbel.

"Aua!"

"Tut mir Leid, ich hab dich nicht gesehen! Wir haben Stromausfall und ich versuche gerade den Keller zu finden!"

"Wie währs mit ner Taschenlampe oder so?"

"Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung wo sie ist! Ich schaff das schon warte du kurz hier!" und schon war er verschwunden. Ich blieb noch eine Weile stehen, ging dann aber weiter und tastete mich an den Wänden entlang. Bis ich plötzlich ein Geräusch hörte und sich kurz darauf eine Hand auf meine Schulter legte. Ich nahm seine Hand von meiner Schulter und sah erwartungsvoll in die Richtung in der er vermutlich stand, bis mir auffiel, dass er das ja nicht sehen konnte.

"Was ist Liam?" flüsterte ich.

"Ich liebe dich!"

"Warum fällt die das gerade jetzt ein?!" ich spürte seine Hand an meiner Wange, ich weinte noch immer. Mit den Daumen wischte er die Tränen sanft weg, seine Nase streifte meine und ich spürte seinen Atem an meinen Lippen.

"Nein, Liam..." ich schob ihn weg.

"Ich kann nicht vergessen, dass du mich vergessen hast!"

"Das hab ich nicht!"

"Und wieso habe ich dann nicht mal einen Scheiß Anruf in den letzten vier Jahren von dir bekommen?!" bevor er antworten konnte ging das Licht wieder an und Niall kam die Kellertreppe hochgetapst. Ich lief ihm entgegen.

"Ich glaube ich sollte jetzt besser gehen!"

"Okay, wenn du meinst! Ich fahre dich!"

"Nicht nötig! Ich schaff das schon!"

"Es ist schon spät! Ich fahre dich! Keine Widerrede!"

"Also gut!" er lächelte mich an und ich konnte nicht anders als zurück zu Lächeln, obwohl mir um Moment garnicht danach zu mute war.

***

Ich ließ mich auf den Beifahrersitz fallen und schnallte mich an. Niall startete den Motor und fuhr los, er stellte zum Glück keine fragen.

Ich lotste ihn zu meinem Haus, wir stiegen aus und er begleitete mich bis vor meine Wohnungstür. Ich kramte nach meinem Schlüssel, als ich ihn schließlich gefunden hatte, legte sich eine Hand auf meine Schulter.

"Was ist los? Warum wolltest du so schnell wieder gehen?"

"Es ist schon spät und ich muss morgen arbeiten!" sagte ich schlicht.

"So? Auf der Tür von dem Café stand aber, dass es Montags geschlossen hat! Was ist los? Du kannst es mir sagen!"

"Ich weiß nicht ob das so gut ist!"

"Wenn du nicht willst dann must du nicht!"

"Hm, ich denke es ist besser wenn ich das für mich behalte!"

"Okay, wenn du meinst!"

"Tschüs." mit diesen Worten schloss ich meine Wohnungstür auf, zwängte mich durch einen engen Spalt nach drinnen und schloss die Tür hinter mir. Ich zog meine Jacke aus, rutschte an der Wand nach unten, zog die Beine an und presste meine Stirn auf die Knie. Dann ließ ich den Tränen, die ich zurückgehalten hatte so gut es ging, freien Lauf. Plötzlich klopfte es an der Tür, ich richtete mich langsam auf und öffnete die Tür einen Spalt breit.

"Ähm, ich bin's nochmal! Könnte ich deine Nummer haben?"

"War das nur ein Vorwand, dass du wieder her kommen kannst oder willst du wirklich die Nummer?"

"Also eigentlich beides..." er begutachtete den Boden.

"Komm rein!" ich trat einen Schritt beiseite und öffnete die Tür ganz.

"Was ist los?"

"Ich möchte nicht darüber reden!"

"Warum bist du so?"

"Wie?"

"So,...verschlossen?"

Entschuldige mal, wir kennen uns nicht mal 24 Stunden!"

"Jaja, schon klar, aber weiß du, ich hab dich wirklich gern! Ich will, dass dir das klar ist!"

"Ich hab dich auch gern, aber ich weiß nicht ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist!"

"Es tut mir Leid!"

"Nein, mir tut es Leid. Können wir das Thema wechseln?"

"Ja. Bekomm ich deine Nummer!?" er hielt mir auffordernd sein Handy hin. Ich tippte die Nummer ein und gab es ihm zurück.

"Danke! Soll ich gehen?"

"Deine Entscheidung! Ich bleib gerne noch hier mit dir sitzen, aber ich bin ehrlich gesagt schon ziemlich müde!"

"Ich geh dann, okay?"

"Ich bring dich zur Tür."

***

Erleichtert ließ ich mich in mein Bett fallen, kuschelte mich in meine Decke und schlief, erstaunlich schnell, ein.

WeirdWhere stories live. Discover now