Ich hielt vor der Tankstelle an, nahm mir meine Tasche und stieg aus. Sollen sie doch meine Handschuhe in dieser Sommerzeit blöd finden ist mir egal. Ich knallte die Tür zu und lief Richtung Toilette. Als ich dort ankam, schaute ich in den Kabinen nah ob jemand drin war nachdem ich mich vergewissert hatte, zog ich mir die Handschuhe aus und wollte meine Hände waschen aber ich starrte dann nur drauf. Sie waren rot. Dunkel rot. Mit Blut verfärbt. Mit Logans Blut.
Meine Hände zitterten und wollten nicht mehr aufhören zu zittern. Ich sah mich im Spiegel an. Du bist eine Mörderin. Du hast jemanden umgebracht, hallte mein gewissen in meinem Kopf.
Ich hörte Geräusche vor der Tür und machte mich schnell daran die Hände zu waschen. Das Wasser wusch das Blut weg aber ich blieb immer noch eine Mörderin. Die Stimmen vor der Tür wurden leiser. Ich schloss mich in die Kabine eine und fing an zu heulen während ich meine Hände anstarrte. Scheisse. Was hab ich nur getan? Ich fasste mir an den Bauch. Scheisse. Ich atmete ein paarmal tief durch und versuchte mich zu beruhigen. Als es halbwegs ging stand ich auf und lief aus der Kabine raus. Die Handschuhe hatte ich in meiner Tasche verstaut. Ich lief zu meinem Auto und füllte es mit Benzin auf. Dann betrat ich den Kiosk und sah mich um. Ob sie es mir ansahen? Es waren nur drei Kunden da aber keiner schaute mich an. Keiner zeigte mit dem Finger auf mich und rief "Mörderin".
Ich lief zur Kasse und schnappte mir 2 Flaschen
Wasser und bezahlte. Dann lief ich raus zu meinem Auto.
Als ich eingestiegen bin atmete ich ein paar mal tief durch.
"Es wird alles gut. Niemand weiß davon". Bis jetzt. Ich Vertrieb schnell die Gedanken.
"Wovon?", ich erschrak mich sosehr dass ich auf die Hupe drückte. Was zur Hölle....? Ich sah in den Innenspiegel. Hinten saß ein Mann.
Und ich fühlte durch den Schlitz vom Kopfteil das er mir was gegen den Kopf hielt. Scheise.
"Hay!, ganz ruhig. Keine Signale",seine Stimme klang angespannt. Er befürchtet, dass er geschnappt werden könnte.
"Fahr..", er stockte mitten im Satz als er von der Seite meinen Bauch betrachtet. Ich sah in den Rückspiegel. Unsicherheit lag in seinen Augen.
"Fahr raus", sagt er diesmal bestimmter. Ich konnte aber nichts tun und saß so da.
"Hör zu, ich tu dir nichts wenn du das tust was ich dir sage. Also fahr".
Ich startete das Auto und fuhr aus der Tankstelle raus. Meine Hände zitterten und das Lenkrad rutschte mir immer wieder zu weit nach links oder zu weit nach rechts. Er kommentierte das nicht. Ich sah immer wieder in den Innenspiegel und unsere Blicke kreuzten sich.
Er war ungefähr Mitte 20. Seine gewellten haare standen in allen Richtungen ab und seine blauen Augen funkelten.
"Wie viele Monate sinds schon?"
Ich konnte nicht sprechen.
"Was sie sich auch ausdenken, dass werde ich Ihnen nicht antun", sagte er und klang dabei freundlich und ehrlich. Doch daran dachte ich garnicht.
"Wenn man jemanden umbringen würde", fing ich an. "was würde man mit der Leiche am besten anstellen?"
Er sah mich verwirrt an.
Naja mit wem kann man besser reden wenn nicht mit einem kriminellen. Das was er macht ist doch genauso schlimm wie das was ich gemacht habe. Oder nicht? Vielleicht kann er mir ja sagen was ich jetzt am besten tun soll.
"Ehmm....Warum wollen sie das wissen?"
Plötzlich fühlte ich mich ein klein wenig besser. Es war genau so dass wenn man eine schlechte Note bekam und ein anderer auch, dann fühlte man sich automatisch ein weng besser. Weil man nicht der einzige war mit einer schlechten Note.
"Ich...ich habe meinen Ehemann umgebracht".
Tat ich hier überhaupt das richtige?
Was ist wenn das ein Streich war? Dann hatte ich das gerade lieber nicht tun sollen. Ich beobachtete ihn durch den Innenspiegel. Seine Augen weiteten sich und er starrte mich schokokiert an.
"WAS?", rief er in mein Ohr.
"Au. Schrei doch nicht so!"
"Was soll das heißen 'ich hab meinen Ehemann umgebracht?"
"Na das soll heißen, dass ich meinen Ehemann umgebracht hab". Wenn man das oft genug sagt klingt das nicht mehr so schlimm.
"Ich hab diesen Wixxer umgebracht", wiederholte ich.
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Finding Hope
RomanceEine schwangere Frau und ein Mann werden von der Polizei gesucht. Die Frau weil sie ihren Mann umgebracht haben soll und der Mann soll eine Bank ausgeraubt haben. Zur falschen Zeit am falschen Ort treffen sie aufeinander und müssen zusammen fliehen.
