Regen

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Es regnet.

Wir sitzen draußen auf'm Balkon in dicke Decken eingehüllt und der Regen spritzt etwas unter die Verdachung und wir werden ein wenig nass.

Es ist frisch, aber nicht zu kalt. Du sitzt mir gegenüber, liest ein Buch und hast deine Füße zu mir unter die Decke gestreckt. Mit der rechten streichle ich dein Bein, mit der linken halte ich meine Zeitschrift.

Trotz des Wetters sind einige Vögel unterwegs aber es ist sehr ruhig. Der Regen macht die lautesten Geräusche und selbst die sind sehr dezent.

Du siehst bezaubernd aus.

Den dicken, kuscheligen Pullover bis unter die Ohren gezogen, das Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden ... gemütlich und anmutig zu gleich.

Du blickst auf und schaust mich an.

Du hast wohl gespürt, dass ich dich anstelle meiner Artikel in den letzten Minuten beobachtet habe, obwohl du in der Mitte deines Kapitels bist.

Du lächelst ein wenig verunsichert und schaust mich fragend an.

Ich lächle zurück und atme schwer.

Du sortierst dich neu und schiebst einen deiner Füße zwischen meine Beine zu ihm. Ganz offensichtlich nicht nur, weil es dort wärmer ist.

Du grinst zufrieden, wirfst mir einen kurzen, wissenden Blick zu und widmest dich wieder deinem Buch.

Ein tiefes Gefühl von Geborgenheit und das Gefühl zuhause zu sein breitet sich in mir aus.

Ich lege die Zeitschrift weg und nehme deinen anderen Fuß unter der Decke in meine Hände, lehne mich noch weiter in die Kissen meiner Rückenlehne und schließe die Augen.

Deine Zehen bewegen sich etwas gedankenverloren.

Regen kann echt ein Segen sein.

RegenWhere stories live. Discover now