Prolog

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Das Leben ist doch einfach nur bescheuert. Diesen einen Satz denke ich mir nun bestimmt schon zum millionsten Mal. Jeden Tag wache ich auf und frage mich was der Sinn meines Lebens ist und wozu ich den ganzen Scheiß den ich durchstehen muss überhaupt mache.

Ich bin 18 Jahre alt, lebe in München und bin gerade voll im Abistress, denn in gut einem halben Jahr ist es so weit und ich werde meine Abiturprüfungen schreiben. Ich habe jetzt schon mega Panik davor, aber das ist nicht das einzig deprimierende. Ich habe einfach niemanden mit dem ich über die ganze Scheiße reden kann. Mit meiner Familie bestimmt nicht, denn die haben ja keine Ahnung und können da sowieso nicht mitreden. Freundinnen habe ich zwar auch aber dann doch nicht so viele, als dass ich mich als beliebt bezeichnen könnte. Doch auch mit meiner besten Freundin Lena kann ich nicht gescheit reden. Sie ist zu beschäftigt mit ihrem Freund. Den ganzen Tag redet sie von nichts anderem mehr und Zeit für mich hat sie erst recht nicht, da sie gefühlt 24 Stunden am Tag bei ihrem Freund ist. Tja und ich sitze alleine in meinem Zimmer herum und frag mich was ich mit meinem Leben anfangen soll.

„Emily, kommst du bitte? Wir müssen noch das restliche Geld für deine London Reise überweisen!" Ach ja, die London Reise. Meine Mum hat mich dazu überredet in den Herbstferien für eine Woche nach London zu gehen. Ist an sich ziemlich cool. Vor allem, weil ich noch nie in England war und auch die Sprache mag. Gottseidank spreche ich fließend Englisch, da meine Oma in Atlanta in der USA lebt und mein Vater deshalb schon, seit ich klein bin, immer mit mir englisch spricht. Sonst wäre ich übermorgen in London wahrscheinlich ziemlich aufgeschmissen. Naja, jetzt kommt halt die Tatsache, dass ich alleine nach England reise. Lena hat mir kurzfristig abgesagt, da sie mit Phillip (ihrem Freund, wer sonst) nach Paris geht und meine Eltern haben keine Zeit da sie mitten in einem Filmprojekt sind und sich keinen Urlaub nehmen können. Das wird ziemlich langweilig und ich bin nicht so der offene Typ, der auf alle Menschen zugeht und gleich auf best friends macht. Ich bin allgemein eher schüchtern und traue mich nicht mal, andere anzusprechen um sie nach dem Weg zu fragen. Ich werde also den ganzen Tag alleine in London rumlaufen ohne mich auszukennen und mir eine Sehenswürdigkeit nach der anderen ansehen.

„Emily?!" „Komme gleich!" Genervt werfe ich das Buch, das ich gerade lese, auf mein Bett und stapfe die Treppe runter. Meine Mum sitzt im Wohnzimmer und wartet bereits auf mich. Sie ist sehr temperamentvoll und ziemlich ungeduldig. Ob diese Eigenschaften wohl typisch für Spanier sind? Naja, jedenfalls kommt sie ursprünglich aus Barcelona und ist als Jugendliche nach Deutschland gekommen, um dort in die Filmbranche, als Produzentin und Organisatorin, einzusteigen. Meinen Dad lernte sie in Atlanta bei einem Projekt ihrer Arbeit kennen und sie waren sofort ineinander verliebt. Deshalb zog er schon kurze Zeit später mit meiner Mum nach Deutschland. Meine Mum konnte zwar schon seit sie klein ist deutsch sprechen, da ihre Mum wiederrum aus Deutschland stammt. Aber meinem Dad musste sie erstmal deutsch beibringen.

„Können wir jetzt los? Ich habe nachher noch einen wichtigen Termin im Studio.", riss mich meine Mum aus meinen Gedanken. „Ähm, ja klar. Ich hole mir nur noch schnell meine Jacke und dann können wir los."


SoulmateWhere stories live. Discover now