»Velzik«, die verzerrte Stimme drängte erneut zu ihm nach vorne durchs Mikrofon. Dieses Mal hektischer.
»Leute, versucht bitte ruhig zu bleiben«, sagte er so entspannt wie möglich während er mit zitternden Fingern auf den Aufnahme Knopf drückte.
Er tat das für sein Team. Er versuchte stark zu sein, damit sie eine kleine Sicherheit hatten und sich daran festhalten konnten.
»Verdammt, wir werden sterben«, brüllte Tiron zurück.
»Die komplette Luft entweicht. Die Filter funktionieren nicht.«
Seine Stimme überschlug sich.
Eine kleine Pause, in der Velzik Angst hatte, Tiron sei bereits tot.
Ein leises Rauschen, das immer lauter wurde, dann wieder Tirons tiefe Stimme.
»Die verfluchten Idioten haben uns zum Sterben weg geschickt.« Jetzt zitterte seine Stimme.
Ein anderer schaltete sich über sein Mikrofon ein und sprach leise, fast schon hoffnungslos.
»Kommen wir hier lebend wieder raus, Velzik?«
Er wollte ihnen sagen, dass alles gut werden würde und sie es schaffen würden, aber das konnte er nicht.
Die Luftanzeige sank vor seinen Augen mit jeder Sekunde.
Sie hatten versucht, alle Filter zu reparieren, versucht das Leck zu stopfen.
Nichts half.
Es war schon kaputt gewesen, bevor sie auch nur gestartet waren.
»Moment«, sagte Tiron auf ein mal.
»Was ist, wenn wir uns abkoppeln?«
Er konnte die anderen schon regelrecht hoffnungsvoll einatmen hören können.
»Dann sterben wir«, sagte Velzik bitter.
»Unsere Vorräte sind da hinten und die können wir nicht alle retten. Zu wenig Zeit.«
Er traute sich nicht, das auszusprechen, was jeder dachte.
»Also sterben wir so oder so«, sagte ein anderer mit fester Stimme.
»Wie lange noch?«, fragte Tiron zum ersten Mal seit zwei Stunden komplett ruhig.
Velzik sah erneut auf die mittlerweile rot blinkende Anzeige vor ihm.
»Zehn Minuten.«
Seine Finger hatten sich beruhigt und lagen immer noch auf dem Knopf des Mikrofons.
»Wir haben es versucht. Das ist es, was zählt.«
Er überlegte, das Mikrofon abzuschalten, um für die letzten Minuten ruhig zu sein.
»Die werden uns gedenken und uns in guter Erinnerung behalten. Denn wir haben versucht sie zu retten.«
Eine weitere Pause folgte.
Die anderen schwiegen, wahrscheinlich hatten sie sich alle in eine stille Ecke zurück gezogen.
»Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder.«
Langsam ließ er den Knopf los und öffnete vorsichtig die Klappe, hinter der sich die Batterien befanden.
Geschickt hebelte er sie heraus und sie fielen beide nacheinander auf den Boden.
Das Geräusch hallte in seinem Kopf nach.
Velzik schaute aus dem Fenster heraus und betrachtete die Sterne über ihm.
So nah und doch so weit entfernt.
Alles war still und er hörte nur das leise Rauschen der entfliehenden Luft.
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Was uns bleibt (Leseprobe)
Random~Was und bleibt ist nur unsere Menschlichkeit, unsere Geheimnisse und die Hoffnung auf eine Zeit in der alles besser wird.~ » Der Staub wirbelt hoch, als ich meine Füße vorsichtig nacheinander auf den sandigen Boden aufsetze. Ich kneife die Augen f...
