„Hey!.....Hey!....Stehen bleiben!“, schrie der Mann hinter mir. Ich lief und lief immer weiter. Die rote Tasche, die ich mit mir trug, umklammerte ich fest. „Jetzt bleiben Sie doch stehen!“ Ein lauter knall. Es war nur ein Warnschuss. Ich bog links in eine kleine Seitenstraße. Der Mann in schwarzer Lederkleidung war immer noch hinter mir. Ich kramte schnell eine Perle aus meiner Manteltasche und warf sie zwei Meter vor mich. Augenblicklich vergrößerte sie sich. Sie wuchs, bis sie so groß war, dass ich gerade so mit den Fingerspitzen den oberen Rand berühren könnte. Plötzlich veränderte sich die Beschaffenheit der riesigen Kugel, statt normal hart und glatt war sie plötzlich flüssig und wirkte wie ein Vorhang. Ich sprang hindurch. Alles fing an sich zu drehen. In der Ferne hörte ich noch einmal ein leises: „Neeeiiiinn!“, jedoch klang es, als wäre ich unter Wasser.
Ich schlug hart auf. Der Vorhang hinter mir verpuffte, ich war entkommen. Doch wo war ich hier gelandet? Ich sah nicht viel vor mir. Nur...seltsame Säulen, die in die Höhe ragten. Sie erhoben sich aus dem Erdboden, zumindest vermutete ich, dass es ein Solcher war, und verbogen und krümmten sich, je weiter oben sie waren. Und jede dieser Säulen verzweigten sich, je weiter man nach oben schaute. Und erst jetzt begriff ich, dass ich mitten in der Nacht, mitten in einem dunklen Wald stand. Oder besser gesagt lag. Denn so war ich hier angekommen. Schreiend, zappelnd und auf jeden Fall nicht das Gleichgewicht haltend. Ich war zwar unglaublich erschöpft von dem Dimensionssprung, doch musste ich erst in Erfahrung bringen wo bzw wann und wie ich war. Die rote Tasche befand sich noch immer bei mir, doch ich trug andere Kleider. Oder eher gesagt eine Wildlederrüstung. Und ich hatte Waffen bei mir. Zwar nur einen Bogen und zwei Dolche, jedenfalls soweit ich das erkennen konnte, doch es würde vorerst reichen um sich zu schützen oder etwas zu essen zu besorgen. Ärgerlich war nur, dass ich keinen Köcher noch Pfeile hatte.
Ich beschloss mich auf den Weg zu machen, um mir einen einigermaßen sicheren Schlafplatz zu suchen. Genau da fiel mir auf: ich konnte sehen, wie nirgends. Ich konnte mitten in der Nacht jeden einzelnen kleinen Zweig an den höchsten Bäumen erkennen. Je länger ich wartete, desto besser wurde meine Sicht. Schon konnte ich klarer sehen als tagsüber und noch immer wurden meine Augen schärfer. Außerdem konnte ich mehr als sehr gut hören. Das war auch der Grund, warum ich die Gefahr schon erkannte, als sie noch ziemlich genau fünf kilometer entfernt war. Ich stand auf. Ich hatte also keine Wahl...wenn ich jagen gehen und mich verteidigen wollte, bräuchte ich dafür Pfeile.
Ich stellte mir Pfeile vor, dachte so fest daran, dass es beinahe weh tat.
Der Kern aus Ebenholz. Die Spitze aus Titan. Am Ende Rabenfedern für den besseren Flug. Ganz am ende eine Kerbe für die Sehne.
Ich erhob meine stimme aber sie klang tiefer als sonst. So, als würden mehrere Wesen gleichzeitig sprechen: "Ich bin der Knochen meines Schwertes
Stahl ist mein Körper und Feuer ist mein Blut
Ich habe über tausend Klingen geschaffen
Unbekannt zum Tode
Auch dem Leben nicht bekannt
Lassen Sie viele sterben um meines Ruhmes willen
Doch diese Hände werden nie etwas halten
Also, werde ich kämpfen, Unlimited Blade Works"
Sofort umhüllte ein goldenes licht meine hände und winzige fäden tauchten auf, die sich dann zu den Pfeilen, genau so wie ich sie mir vorgestellt hatte, zusammensetzen. Ich band die Pfeile mit meinem Haargummi, der wohl irgendwie aus der anderen Dimension mitgekommen war, zu einem Bündel und ging los. Jeder Schritt meinerseits war lautlos, nicht einmal ich selbst konnte sie hören. Doch dann. In einiger Entfernung, erklang ein extrem hoher und lauter Ton. Ich musste mir die Ohren mit den Händen zuhalten und kauerte mich vor Schmerzen stöhnend auf den Boden. Es fühlte sich an, als würde man mir bei lebendigem Leibe das Gehirn in meinem Schädel verbrennen. Das Geräusch kam immer näher, ich musste etwas tun. Ich wusste später nicht mehr wie ich das hatte schaffen können, ich konnte mich auf rein gar nichts mehr konzentrieren. Doch irgendwann war ich anscheinend aufgestanden und hatte begonnen zu rennen. Weiter, immer weiter, egal wo lang. Ich konnte nicht mehr, hatte doch gerade eben noch einen Dimensionssprung hinter mir, doch ich rannte was das Zeug hielt. Ich war mir ziemlich sicher diesem Etwas hinter mir nicht zu nahe geraten zu wollen. Doch alles half nichts, es schien immer näher zu kommen. Das müsste bedeuten, dass es entweder schneller war als ich, oder es wusste sich besser zu orientieren. Vermutlich beides. Was selbstverständlich nicht weiter verwunderlich war, wenn man bedachte, dass es wohl aus dieser Welt und Zeit stammte. Doch wenn ich es durch rennen nicht abhängen konnte, musste ich eben eine andere List versuchen. Aus reinem Instinkt heraus sprang ich in die Luft und breitete meine Schwingen aus. Moment... Schwingen? Doch ich war zu beschäftigt um weiter darüber nachzudenken. Schnell schlug ich ein paar Mal mit ihnen um mich vertraut zu machen und gleichzeitig an Höhe zu gewinnen. Hier oben war das kreischende Geräusch nur noch ein nervtötendes Fiepen, einem Tinitus nicht unähnlich. Trotzdem wollte ich so schnell wie möglich hier weg. Ich flog einfach drauf los, in der Hoffnung weit genug zu kommen und wenn möglich nicht in der Luft einzuschlafen.
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Timebroke
FantasyJoa, also die Geschichte entsteht hier einfach so mehr oder weniger zufällig, auf jeden Fall auch wieder Fantasy. es haben auch andere daran mitgearbeitet, danke an diejenigen. Für Hilfe bin ich immer offen oder wenn etwas unverständlich geschrieben...
