Tokio. Gespalten in Alltag und Überlebenskampf, sowohl bei Mensch als auch Ghoul.
Es vergeht wohl keine Nacht, in der Nicht etliche gute Leute ihr Leben lassen.
Wer dafür verantwortlich ist?
Das weiß keiner so genau. Gott erschuf jedoch beide Spezien, mit dem Ziel, dass sie Leben sollten.
Ein immerwährender Krieg zwischen den Menschen und den Ghoulen. Wer wird wohl siegen...
Fahnder Amons Schritte gingen auf eine Leiche zu, die im Regen des nächtlichen Tokios lag.
Es war kalt, dunkel und roch nach Blut.
Einer der Momente, in denen man sich fragt warum man dem CCG beitrat. Wegen guter Bezahlung, aber das noch höhere Risiko war ein Gegenargument. Für Amon war dies jedoch mittlerweile nichts neues mehr, viel mehr ging er den Fall mit Gelassenheit an und fragte sich, welcher Ghoul im Regen jagt.
"Die Sinne eines Menschenfressers sind doch im Regen getrübt.." murmelte der junge Fahnder vor sich hin.
Neben ihm erschien auf einmal Kureo, sein Mentor und Kollege.
Doch dieser blieb gar nicht lange und bahnte sich seinen Weg durch die nasse Straße, "Amon na komm, wollen wir doch einmal sehen ob wir heute noch einen Ghoul erlegen können!" sprach der grau haarige Mann mit seiner markanten Stimme.
Ja, seine Stimme war eine der Dinge, die Amon beruhigten. Denn in dieser Stadt, war es eine der wenigen Sachen, die liebevoll klangen. Zwischen all den Todesschreien und dem verzweifelten Schluchzen, wenn man einem Kind sagen musste, dass es seine Mutter verlor.
Die beiden Ghouljäger liefen also den Weg entlang, bis Kureo plötzlich komisch zuckte und seinen Blick auf eine Hintertür einer Lagerhalle richtete.
"Vielleicht sieht man es nicht, aber das ist definitiv sein Versteck." sprach Mado ruhig.
Amon blinzelte ihn stotternd an. "W-warte was?"
"Jep, wirst schon sehen"
Somit gingen also beide durch die ächtzende Hintertür, die sobald man im Lagerraum mit verratzten Fliesen stand, das doch eher kleine Außmaß der Halle offenbarte.
Anders als Amon dachte, entschloss sich sein Partner Kureo eine weitere Tür aufzumachen, die jedoch ins nichts führte.
Genauer gesagt, in einen dunklen Raum, der modrig roch.
Der selbe Geruch, den man schemenhaft am Tatort antraf.
Als nun Mado auch noch den Lichtschalter fand, bekamen die beiden Fahnder einen scheußlichen Anblick zu Gesicht:
Einen Torso, mit einem halb abgenagtem Arm der grade von einem Ghoul gefressen wird. Viel schlimmer war jedoch, dass die ganzen Wände bereits mit Blut eingesaut waren.
Getrocknetem Blut.
"Und da haben wir unseren Täter auch schon!" Mado freute sich, jedoch mit einer sichtlich erkennbaren sadistischen Ader, die durch sein Grinsen zum Ausdruck kam.
"Siehst du die Wände Amon? Ist' wohl sowas wie sein Esszimmer."
Während Amon schon krampfhaft seine Quinke aktivierte, musterte Mado noch den Ghoul, der gerade im Begriff war, seine Krallen zu entfesseln.
Es waren Panzerkrallen, in einem hässlichem Weinrot, das dem Blut der Wände ähnelte.
Doch lange blieb auch der ältere der beiden Fahnder nicht untätig, auch er machte seine Quinke kampfbereit.
Was dann folgte, war ein aufeinander prallen zwischen der Quinke von Amon und der scheußlichem Kralle des Ghouls.
Denn Kureo musste sich zurück ziehen, denn seine Quinke hatte einen Federtyp. Sehr unvorteilhaft in einem engen Raum, weshalb Mado sich hinkniete und seine Quinke schussbereit machte.
Währenddessen schlugen die Tötungswerkzeuge der beiden Kontrahenten die zusammen mit Mado im Raum waren auf einander. Der Panzerghoul schaffte es mit bereits wenigen Schlägen auf Amons Quinke ihn ins Taumeln zubringen, weshalb der junge und noch unerfahrene Fahnder zu Boden fiel.
Er hielt seine Waffe als Schutz hoch, doch durch einen erneuten Schlag voller Wucht des Ghouls auf die Quinke brach diese entzwei.
Amon saß nun da, schutzlos und der Gnade eines Menschenfressers ausgeliefert.
Wäre da nicht noch Kureo Mado, der den Ghoul genau im richtigem Moment einen Schuss in den Hinterkopf verpasste.
Die Wände bekamen sogleich einen neuen Anstrich - einen gesprenkelten.
Als dann nach wenigen Momenten die Lage auch realisiert war, traf Verstärkung ein, die den Ort sicher stellte. Die Krallenspuren passten nahezu perfekt auf die vom Tatort, ein weiterer gelöster, Fall der auf das Konto des Veteranen Mado ging.
Und somit näherte sich eine weitere normale unnormale Nacht zweier Menschen zu Ende, deren Aufgabe es war, Mörder zu ermorden.
