"Lay me down in Brooklyn if I lose my life
Push me down the Hudson and turn on the radio
Long Island's own are smiling cause my soul is fine
I did everything for New York"
Zuerst war sie sich ganz sicher, dass er es nicht war. Er konnte es schlicht nicht sein. Das war einfach zu weit weg. Gedanklich, prozentual, rechnerisch, da hätte sie auch im Lotto gewinnen oder vom Blitz getroffen werden können. Oder beides. Es gibt diese Situationen, da spielt sich alles in Bruchteilen von Sekunden ab - und doch meint man, alles wie in Zeitlupe zu erleben oder, was je nach Lage auch noch beschissener sein kann, als Außenstehender zu erleben. Man spielt selbst die Hauptrolle, schaut sich dabei zu, aber der Regisseur ist ein Anderer. Und der ist ein Arschloch.
Vor drei Tagen war Anna in New York gelandet. Der Jet Lag legte sich langsam, der Frühling ließ die Stadt erstrahlen. Heute war sie vom Pier 83, wo das Schiff nach einer Bootstour um Manhattan wieder angelegt hatte, die Westseite von Manhattan abgelaufen. Durch den High Line Park lief sie bis hin zum Ende im Meatpacking District. Hunger lockte sie in Bill's Bar & Burger Laden, gedankengetrieben bestellte sie zunächst auf Deutsch, die Bedienung schaute verwirrt.
Die Reise nach New York war eine Flucht nach vorn. In den letzten drei Jahren war so viel passiert, dass Anna nicht einmal die Zeit hatte, alles zu verarbeiten, geschweige denn zu realisieren.
Vor drei Jahren hat sie es gewagt und einen Entwurf ihres Buches einem Verlag geschickt - und der Wahnsinn nahm seinen Lauf. Der Verlag veröffentlichte es und es schlug ein wie eine Bombe. Bestseller. Interviews. Lesereisen. Das Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Und dann die Verfilmung. Ihr Agent musste sehr kämpfen, um dafür zu sorgen, dass Til Schweiger nicht die zweite Hauptrolle erhielt - glücklicherweise konnte sie noch mit dem Entzug der Filmrechte drohen. Als Schweighöfer vorgeschlagen wurde, war das auch nicht gerade besser. Der Film war ebenfalls erfolgreich (und das ohne Schweigerhöfer!), nun lastete der Druck eines weiteren Buches auf Anna. Ihr Agent verordnete ihr eine Pause kreativer Art - sie verstand den Wink mit dem Zaunpfahl - „so gehe in Frieden wohin du willst, aber SCHREIB!, in Gottes Namen!" Anna hätte auch ans Meer reisen können, das Klischee erfüllen von der in sich versunkenen Schriftstellerin, welche weltverlassen und sternenstaubig am Schreibtisch in den Dünen sitzt und auf einer alten Schreibmaschine mühselig einen weiteren Bestseller zusammenschraubt. Wollte sie aber nicht. Wenn sie schreibt, war mindestens der TV an, die Musik laut und das Handy immer griffbereit - die Symbiose von Prokrastination und zu viel fettigem Essen perfekt. So hatte sie auch das erste Buch verfasst, also sollte das wohl funktionieren. Und wenn es eine Stadt mit fettigem Essen und lauten, ja förmlich brüllenden Prokrastinationen gibt, dann ist das NY City.
Das mit dem Essen hatte Anna nun erledigt. Der Burger war fantastisch, sie war davon überzeugt, in Deutschland nie wieder einen Burger essen gehen zu können. Wenn sie zurückkehrt, braucht sie dringend einen Personal Trainer. Zwingend gut aussehend und charmant.
Anna schüttelte ihr Oberteil, um die Krümel zu entfernen. Sie trug ihren grau-rot gestreiften Lieblingssweater, dunkelblaue Jeans und die weißen Reeboksneaker, die sie immer trug, wenn sie viel lief. Ihr kurzes dunkelblondes Haar war trotz Bearbeitung mit Haarwachs ein einziges Chaos, angestrengt sah sie im Spiegel über der Theke zu, wie sie versuchte, so etwas wie eine Frisur hervor zu strubbeln. Erfolglos. Nachdem sie bezahlte, hüpfte sie vom Barhocker, setzte im Gehen ihre Sonnenbrille auf und schwang ihren hellgrünen Herschelrucksack auf den Rücken. Eigentlich hasste sie es, aber heute trug sie ihren Laptop durch die Weltgeschichte, in der Hoffnung, nach einer Eingebung endlich mit dem Schreiben beginnen zu können.
Anna fuhr mit der Metro zum Rockefeller Plaza und zückte ihr Ticket für den Besuch auf dem Dach. Als sie vor vier Jahren das erste Mal New York besuchte, war das ihr erster Touristenausflug. Top of the Rock. Der Ausblick war gigantisch, das Dach brechend voll mit Touristen aus aller Welt. Anna hatte nun die späte Nachmittagszeit gewählt, in der Hoffnung auf einen spektakulären Sonnenuntergang und Millionen New Yorker Lichtern, sobald die Dunkelheit eintritt.
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Pandalady - Jimmy Fallon Fanfiction
Fan-FictionDie erfolgreiche Schriftstellerin Anna fliegt nach New York, auf der Suche nach neuen Ideen für ihr nächstes Werk. Eine zufällige Begegnung im 30 Rock ändert jedoch ihre Pläne schlagartig. Soundtrack: https://open.spotify.com/user/missroomma...
