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Regungslos stand ich da, mein Haar flatterte im Wind. Ich fühlte nichts, nicht einmal die kälte dieser September Nacht nahm ich wahr. In meinem Kopf tobte Leere.

Der Moment war da. Ohne groß zu überlegen kletterte ich über die Brüstung der Brücke. Ich sah auf das dunkle Wasser unter mir. Es war so dunkel, wie ich mich fühlte.

Mir kam mein Leben noch einmal in Erinnerung. Die Dinge, die mich hier stehen lassen, sah ich klar vor mir. Ja, ich tue das einzig richtige. Mich würde niemand vermissen.

Mein Hals wurde enger, es war, als würde ihn jemand zu schnüren. Einzelne Tränen rinnen meiner Wange hinab und meine Sicht wurde unklar.

Im Hintergrund nahm ich ein Auto wahr, es fuhr viel zu schnell für eine Landstraße wie dieser. Wahrscheinlich waren das junge Leute, die feiern waren und ihr Leben genießen.

Meine Knie wurden schwer und ich sank in mich zusammen, bedacht die Brüstung nicht los zu lassen. Ich wollte mich noch etwas von meinem Leben verabschieden.

Leise weinte ich vor mich hin. Ob ich meine Mutter wohl wieder sehen würde?

Das knallen einer Autotür, holte mich aus meinen Gedanken. Nach wenigen Sekunden hörte ich noch eine Autotür zu fallen. Schritte, die sich mir näherten. Ich hielt den Atem an, hoffentlich war es nicht Don.

Vorsichtig rutschte ich weiter Richtung Abgrund. Jetzt oder nie, dachte ich und lies los.

Ich kniff meine Augen zusammen und wartete auf den Aufprall. Doch es passierte nichts.

Stattdessen spürte ich eine starke Hand an meinem Arm. Jemand hat mich festgehalten.
Es war aber nicht Don, sein Griff wäre viel fester und grober gewesen.

Die Person hob mich über die Brüstung und stellte mich auf dem Boden ab. Ich traute mich nicht auf zuschauen.

Direkt vor mir sah ich dunkle Schuhe. Daneben stellte sich noch ein Paar, das den ersten ähnelten.

Warme Hände berührten meine Wange und zwangen mich nach oben zu schauen.

Nicht weit von meinem Gesicht sah ich einen Jungen, ich schätze ihn auf zwei bis drei Jahre älter.

Seine dunklen Augen borten sich in meine, ehe er mich an sich drückte.

Mein Kopf ruhte auf seiner Brust und ich weinte vor mich hin. Mit seiner Hand kraulte er durch mein zerzaustes Haar. Ich konnte mich etwas beruhigen und nach einer Weile legte er seinen Kopf behutsam auf meinem ab.

»Ich versuche mal die Jungs zu erreichen. Sie sollen wachbleiben bis wir da sind.« sprach der zweite Junge und entfernte sich.

Kurz darauf näherten sich seine Schritte wieder und der Junge, der mich an sich drückte, löste sich und nahm meine Hand.

Er zog mich bestimmt, aber darauf bedacht mir nicht weh zu tun, in Richtung Auto.

Noch immer liefen mir Tränen über die Wange. Ich war mit der Situation überfordert und mir war nicht klar, wieso ich mich nicht wehrte. War es eine neue Chance?

Mit der freien Hand öffnete er die hintere Autotür und half mir beim Einsteigen. Er beugte sich über mich und schnallte mich an. Ich lies es über mich ergehen und war in meine Gedanken abgetriftet.

Das einzige was ich wahrnahm ist, dass sich die Autotür schloss und sich die beiden Jungen vorne hinein setzten. Das Auto setzte sich in Bewegung und die Nacht zog an uns vorbei.

Kurz darauf hielten wir in einer großen Auffahrt, in der noch drei weiter Autos und zwei Motorräder standen.

Der gleiche Junge wie eben, öffnete meine Autotür und schnallte mich ab. Plötzlich war mir nicht mehr so wohl und mir platzte ein leises »Ich habe Angst« heraus.

Er drehte seinen Kopf zu mir und legte seinen Finger auf meinen Mund. »Du musst keine Angst haben. Es wird alles gut.« sagte er mit ruhiger Stimme und half mir beim aussteigen.

Er nahm wieder meine Hand und schloss das Auto ab. Der andere Junge lief vor uns in Richtung des Hauses und schloss auf.

Unsicher lies ich mich von dem Jungen ins Haus führen. Im Flur blieben wir stehen und er drehte sich zu mir. »Hab keine Angst. Sind alles nette Leute.« sagte er leise und ehe ich über das gesagte nachdenken konnte, stand ich in einem großen Raum.

Vor mir standen zwei Sofas, auf denen mehrere Jungen saßen. Unter anderem der, der mit uns gefahren war. Ein Junge stand auf und lief direkt auf mich zu, weshalb ich einen Schritt nach hinten auswich. »Nicht so ängstlich. Ich bin John und freue mich dich kennen zu lernen.« sagt er freundlich und reichte mir seine Hand, die ich unsicher an nahm.

»Hey ich bin Dylan.« kam es von einem braun haarigen auf dem Sofa.
Ein blonder hieß Ethan, und neben ihm saßen Lucas und Andrew. Der Junge, der mit uns gefahren war, hieß Jacob.

»Ich denke sie sollte sich erstmal etwas ausruhen« sagte nun auch der Junge neben mir, dessen Name ich noch nicht wusste. Seine stimme klang ruhig, hatte aber einen bestimmerischen Unterton.

Er führte mich aus dem Raum und deutete auf eine Treppe. Ohne groß darüber nach zu denken, lief ich die Stufen, dicht gefolgt von ihm, hinauf.

Oben angekommen öffnete er eine Tür und zeigte mir, dass ich hinein gehen soll. Mitten im Raum stand ein großes Bett, daneben ein großer Kleiderschrank und ein kleines Sofa. Ich denke es ist sein Zimmer.

Aber er möchte doch nicht, oder? In mir breitete sich Panik aus. »Nein« hauchte ich und wich zurück. Er sah mich zuerst fragend, dann erschrocken an und schüttelte hastig den Kopf.

»Vergiss es. So einer bin ich nicht.« sagte er und legte seine Hand an meinen Arm. »Du solltest dich etwas ausruhen. Du kannst​ in meinem Bett schlafen, ich werde bei John schlafen. Das ist direkt gegenüber. Aber vorerst bin ich unten.« sagte er und lies mich alleine.

Ich traute mich nicht, mich zu bewegen. So nett diese Jungen auch sein mögen, ich sollte wieder gehen.

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» Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken.«
~ Johann Wolfgang von Goethe

In diesem Sinne, wer Anregungen oder Kritik hat, bitte in die Kommentare schreiben.

Es würde mich sehr freuen wenn ihr mir ein Sternchen da lasst, damit ich weis ob euch die Geschichte gefällt.

& zum Schluss noch eine Info:

|| Update ca. alle 2-3 Tage ||

Eure

Alice ❤

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