Eingeschüchtert blickte ich in das Gesicht meines Chefs der hinter seinem teuren Mahagoni Schreibtisch saß, auf dessen Seite noch ein Haufen unbearbeiteter Akten lag. Er war 54 Jahre alt, was man ihm von Außen nicht wirklich ansah. Er hatte einen eiskalten Blick und starrte direkt auf mich. Doch ich konnte erkennen, dass er eher nachdachte und durch mich hindurch sah. Mit ihm war nicht zu spaßen, man durfte sich keine Fehler erlauben und er musste natürlich jeden Schritt von mir kennen. Ein Wort und ich würde lebenslang nur noch aus einem kleinen Fenster mit Gittern schauen. Schließlich räusperte er sich, was mich zusammenzucken ließ. Das nahm er nur mit einem schelmischen Grinsen wahr. "Was haben sich die Leute eigentlich dabei gedacht, als sie sie eingestellt haben? Ich weiß nicht weshalb sie ausgerechnet sie aussuchen mussten, denn sie müssen ja irgend ein Talent haben, außer nur Fehler zu machen. Also nutzen sie es und finden sie zum tausendsten Mal nochmal diese Psychos. Die Hälfte aller Überfälle und kriminalen Aktivitäten geht auf deren Konto. Wir wissen nicht was die vorhaben, aber die Liste mit den Namen unserer Agenten ist jetzt Dank ihnen in deren Hand. Deshalb will ich ihnen einen Rat geben. Finden sie diese Idioten, egal wie oder ich kann für nichts mehr garantieren!" Den letzten Satz schrie er so laut, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Ich hatte die ganze Zeit nur stumm dagesessen in der Hoffnung heute überhaupt noch lebend diesen Raum verlassen zu können. Mr Connor, so hieß der Ehrenwerte Herr Chef nämlich, zeigte zum Abschluss mit drohendem Finger auf die Tür. Ohne zu zögern verließ ich den Raum und machte mich auf den Weg in meine Abteilung. Ich rief im Archiv an, damit mir sämtliche Akten zu den Vorfällen gebracht werden, die mir auch nur ansatzweise von Hilfe sein konnten. Ich war gelernter Hecker und gehörte zu einer der Obersten in meiner Abteilung. Außerdem war ich auch für die Sicherheit unseres Systems zuständig. Anscheinend bin ich nicht der Richtige dafür. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Super Pc. Mehr Leistung würde man nirgends auf dem Planeten finden. Zumindest war das meine Meinung. Ich versuchte ein Muster an den Fällen zu entdecken doch Fehlanzeige. Demnach zur Folge ist das Resultat gleich null. Keiner tötete für so schlappe Beträge, da musste einfach mehr dahinter stecken. Ich ließ die Aufnahmen der Kameras noch einmal Review passieren. Schwarze maskierte. Von den Kugeln würde ich sagen, dass es sich um klein Kalieber Pistolen handelte. Geschätzt würde ich auf überwiegend P Dreißig setzen. Etwas merkwürdig fand ich, dass es sich bei den Geißeln immer um 16 jährige Jungs handelte. Deshalb checkte ich die Daten über die Geißeln. Alle vermisst seit dem Geißelnehmungsdatum. Weitere Muster konnte ich leider nicht erkennen. Der Großteil von ihnen lebte in Internaten, was auch Zufall sein konnte. Ich seufzte tief und vergrub mein Gesicht in meinen Armen, mit denen ich mich an meinem Schreibtisch abstützte. Ich wusste einfach nicht, wie ich diese Bande finden sollte. Leider hatte ich mir diesmal das Alles selbst eingebrockt. Ich war viel zu leichtsinnig gewesen, als ich diesen Idioten eingestellt hatte. Innerlich gab ich mir grad selbst eine Backpfeife. Der Junge hatte sich unter falschem Namen für unsere Abteilung beworben. Gute Qualifikation, gute Noten und hatte schon Erfahrung, also perfekt für den Beruf. Na ja, alles gefälscht. Letzte Woche platzierte er einen Sender an unserem Hauptrechner im Keller. Mit diesem konnten sich die Snipers, wie sie von der Presse genannt wurden, in unser System einhacken. Er war nur ihr Laufbursche, der die Drecksarbeit erledigen sollte, kein Profi. Er wusste nur das sie unsere Akte mit den Daten all unserer Agenten brauchten und keiner von uns wusste, wie viele Daten sie sonst noch von uns hatten. Durch die Geräusche die meine Mitarbeiter durch das Zusammenräumen ihrer Sachen verursachten, blickte ich auf und zog die Daten auf meinen Laptop rüber. Zuhause würde ich weiter nach einer Lösung suchen. Ich schickte die Daten die ich gesammelt hatte noch an den Direktor der Abteilung für die Außeneinsätze. Danach ließ ich den Rechner runter fahren. Der Direktor wusste das Alles sicher schon längst, doch ich wollte auf Nummer sicher gehen und mir ab jetzt keinen einzigen Fehler mehr erlauben. Ich stattete dem Archiv noch einen kurzen Besuch ab um die Akten, die sie für mich bereitlegen sollten abzuholen. Als ich alles sicher in meiner Tasche verstaut hatte, ging ich in meine Transportkabine, diese brachten uns alle immer mit höchster Geschwindigkeit zurück nach Hause. Keine Minute dauerte es, bis sie zum stehen kam und die Türen, wie bei einem Aufzug, zur Seite fuhren. Ich stieg aus und ging zum Aufzug, der mich direkt in mein Arbeitszimmer befördern würde. Meine Hand legte ich auf eine handgroße Fläche. Damit sich die Türe öffneten, musste ich nun noch meine Hand zum Scan auf die Fläche legen. Sie blinkte grün auf und die Türen öffneten sich. Gleich würde ich bei meiner Frau und meinem 16 jährigen Sohn sein, die Beide nichts von meinem Job bei der Agentur wussten.
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Beschützende Wahrheit
AcciónEin Leben ist nicht immer perfekt, man weiß nie wer die Wahrheit sagt und wer lügt. Irgendwann verstand ich, dass auch ich mir selbst nicht mehr trauen konnte. Ich hätte nie gedacht, dass es soweit gehen würde. Ich hatte angst vor mir. Angst, dass i...
