Während ich so auf den Bus wartete und auch endlich mal mal von meinem Handy hoch schaute, bemerkte ich das mich ein Junge die ganze Zeit über angestarrt hatte.
Als er sah das ich sein Gestarre bemerkt hatte, meinte er erstaunt zu mir:" Du bist interessant". Sowas zu hören machte mich neugierig. Ich lächelte ihm also zu und er lächelte niedlich zurück. Manchmal mag ich es nicht wenn Leute mich anstarren. Es ist einfach unangenehm. Vielleicht sollte ich das mal der älteren Dame gegenüber stehend von mir erzählen. Sie starrte auch. Aber nicht so wie der kleine Junge starrte, nein es war dieses Typische Starren von Leuten die sich innerlich denken: "Ugh..Der sieht aber komisch aus."
Ich guckte sie mit halb zugekniffenden Augen an. Was weiß sie schon? Läuft ja selber nicht besser rum. Es war so weit, der Bus kam angerollt und ich wartete bis alle eingestiegen waren, denn dieses Gedrängel der ganzen Leute konnte ich auf den Tod nicht ab. Ich ließ sogar die Dame vor die mich vor einem Moment noch anstarrte. Es erfreute mich das sogar noch ein paar Plätze am Fenster frei waren. Ich ergatterte mir einen und legte meine Tasche neben mir auf den Sitz. Da neben mir eh niemand sitzen wollen würde, konnte sie da ruhig liegen bleiben. Ich schaltete mein Handy wieder an und schrieb meinem Schatz das ich bald Zuhause sein würde und er schonmal die Pizza in den Backofen schieben konnte. Janik ging natürlich sofort online und schrieb mir schnell zurück:" alles klar mein Prinz, wird gemacht ;*". Ich sendete noch ein Herz und suchte dann meine Kopfhörer in meinen Jackentaschen. Ach Mist! Ich hatte sie tatsächlich heute morgen auf dem Tisch liegen lassen...Das ist mir noch nie passiert. Gut, dann musste ich mir die Zeit irgendwie anders vertreiben. Schlafen! Das war eine gute Idee, die Augen schon zugefallen doch mit offenen Ohren saß ich auf meinem Platz und der Bus fuhr ab. Ein paar Reihen hinter mir hörte ich ein Haufen Jungs lachen und kichern. Ich machte mir aber nicht die Mühe um zu gucken was dort los war. "Los du Schwuchtel setz dich hin, hier wollen noch andere rein" hörte ich einen Jungen den anderen anschreien. Ein seufzen entglitt meinen Lippen. Manchmal fragte ich mich was denn mit dem Gehirn einiger Leute schiefgelaufen sei. Ich merkte das wir stoppten und machte kurz die Augen auf um zu gucken wo wir waren. Ein neuer Haufen Menschen und ähnliche Gestalten von Kindern stiegen ein. Ein älteres Ehepaar stieg ein, sie laufen den Gang entlang und ich legte meine Tasche beseite damit sich einer der beiden sich hin setzen konnten. Doch sie liefen weiter. Gut, dachte ich mir. Wer nicht will der hat schon. Als das Ehepaar bei den Jungs angelangt war, zeigten diese keine Reaktion. Schon der zweite Moment indem ich den Jungen gerne meine Meinung sagen und noch ein paar klatschen wollte. Wie konnten diese geschätzten 13-Jährigen so respektlos sein? "Willi ich kann nicht mehr stehen, meine Beine tun weh." Hörte ich die Frau von eben nörgeln. "Hilde, hier ist kein Platz mehr frei." Entgegnete der Willi zurück. Ein erneutes Seufzen verließ meinen Mund. Ich stand auf, nahm meine Tasche und stellte mich in den Gang. Das sahen nun auch der Willi und seine Hilde und sie liefen so schnell Ihre alten Beine sie tragen konnten zu dem frei gewordenen Platz. Nun sah ich den kleinen Jungen von vorhin wieder. Er sah mich auch und lächelte mir zu. Neben ihm war noch ein Platz frei und er winkte mich zu ihm. Natürlich ergriff ich meine Chance setze mich fröhlich neben ihm hin. "Kommst du auch aus der Schule?" Fragte er mich neugierig. Da lachte ich und erwiderte:" Nein, ich gehe an eine Universität. Aber das ist fast wie Schule." Er war anscheinend erstaunt über das was ich ihm erzählte und nickte freudig.
Wir plauderten noch ein Weilchen und schnell ging die Zeit vorbei. Ich fand raus, dass der Junge, Malik hieß und neu auf der Schule war. Er fuhr heute zum ersten Mal alleine Bus, denn seine Mutter hatte keine Zeit ihn abzuholen. Ich war fast schon ein wenig traurig als ich raus musste. "Du Malik, wir sehen uns hoffentlich bald wieder." Ich lächelte freundlich zu ihm rüber. "Hast du eine Frau oder einen Mann?" Diese Frage..Die meisten vergaßen nach einem Mann zu fragen doch Malik, ein toleranter Junge. Grinsend sagte ich ihm dann " Einen Prinzen"."Grüße ihn von mir und bis bald" rief er mir noch hinter. Den Weg zur Wohnung dachte ich nochmal über die Menschen im Bus nach und über mein Gespräch mit Malik. Janik hatte mich anscheinend schon bemerkt und schloss die Wohnungstür auf. Ich umarmte ihn und wir gingen in die Küche um zu essen. Nach einer Pizza und einem Glas Kirschsaft fragte Janik mich nach meinem Tag. Ich erzählte ihm von Malik und er erwiderte nur:" Lass mal unser Kind so nennen".
