Kapitel 1

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Madison

Es war ein regnerischer Abend im Sommer, als ich entschied, zu einem Konzert zu gehen. Ich hatte es mir verdient. So viel Stress und wenig Freizeit bestimmten gerade mein Leben, sodass ich gern mal wieder was anderes machen wollte. Meine Freunde wussten nichts von meinem Vorhaben, weil ich mal nur Zeit für mich haben wollte. Meine Eltern erlaubten mir auch, dass ich zu dem Konzert gehen durfte und ich war froh darüber. Weil, wenn sie mich nicht hätten gehen lassen, wäre ich sehr enttäuscht gewesen.

Das Konzert war eine Woche später. Samstag. Der 5. August.

Ich trug ein hübsches Kleid mit klitzekleinen Blumen in orange, rot, grün und gelb darauf. Es war absolut perfekt und mein bestes Kleidungsstück. Und ich trug auch braune Vans. Ich liebte sie.

Das Wetter war auch perfekt. Das Konzert konnte unter freiem Himmel stattfinden und Einlass war um 20 Uhr. Irgendwie war ich aufgeregt. Weil ... 20 Uhr war in nur zwei Stunden und ich wollte einfach nur TobyMac singen hören. Es gab mir so viel Stärke und ich war so glücklich, wenn ich all diese christlichen Lieder hörte. Es würde einfach supercool werden!!

Miles

Letzte Woche fragte mich Jay, ob ich mit ihm und ein paar anderen Jungs und Mädels aus seiner Kirche zu einem Konzert gehen wollte. Ich hatte vorher noch nie etwas von TobyMac gehört ...

Er ist bestimmt ein Typ, bei dem alle Mädchen weinen und kreischen und am Ende dann in Ohnmacht fallen, dachte ich.

Nein, ich wollte nicht. Also sagte ich ,,Nein, danke!" zu Jay und dass ich mich an diesem Abend lieber betrinken wollte. Nicht mit tausend Menschen um mich herum; ganz allein, in meinem eigenen kleinen Haus. Weil ich in letzter Zeit nicht gut war im College. Und ich hatte keine Freundin in den letzten f*cking vier Jahren! Ich konnte es nicht begreifen. Es konnte einfach nicht wahr sein. Aber... ich brauchte ein Mädchen! Ich brauchte frische Liebe und ein Mädchen, dass ich in meinen Armen halten konnte. Ich brauche sie... die Einzige.

Und dann (vor vierzig Minuten -.-) überredete mich Jay irgendwie, doch mit ihm zu kommen. Na gut. Ich würde mit ihm und seinen Freunden mitgehen.

Ich zog ein simples weißes T-Shirt, eine beige Hose und schwarze Vans an. Ich wollte nicht zu auffällig sein. Vielleicht ... vielleicht bräuchte ich doch keine Freundin, aber dann wusste ich doch wieder, dass ich eine bräuchte. Aber, mal sehen, was so mit dem Konzert und den vielen, vielen Crazy Christians kommen wird...

Madison

Ich war so aufgeregt! Sagte ich das in den letzten Minuten bereits schon? Nein? Okay... ICH WAR SOOOO AUFGEREGT!!! 'Tschuldigung ... aber ich war noch nie zuvor in meinem ganzen Leben auf einem richtigen Konzert gewesen. Es war wirklich mein allererstes Konzert und ... du weißt: Ich war aufgeregt. Ich musste ruhig bleiben. Und ... ich vergaß zu erzählen, dass ich jetzt schon vor dem Eingang stand. Mit vielen Menschen, die ich nicht kannte. Sie sprachen miteinander und hatten schon jetzt Spaß. Und ich? Ich war hier allein. Aber egal, ich konnte auch so Spaß haben. Und vielleicht würde ich auch jemanden kennenlernen ... wer weiß?

Die Menge wartete und wartete und wartete. Nach einer langen Weile war auch ich endlich dran und mein Ticket wurde von einem Security-Mann in einem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift SECURITY #32 entwertet. Ich ging auf die große Fläche und stürzte mich ins Gedrängel. So viele Leute waren hier und es war ziemlich laut. Ich schob mich durch die Menschenmenge und suchte nach einem guten Platz in der Mitte. Ich drängelte mich zwischen Menschen hindurch bis ich TobyMac sah.

Miles

Wir waren leider etwas spät dran. Und damit waren wir mit die letzten Zuschauer auf diesem Konzert. Ganz hinten in der Reihe (*augenroll*). Aber ich wollte TobyMac gar nicht sehen, also wäre es kein großes Problem für mich gewesen, wenn ich ihn ganz hinten noch nicht mal hätte hören konnte. Aber als wir durch die Kontrolle durchwaren und unsere Tickets eingerissen wurden, drängten ein paar Freunde von Jay uns, mit ihnen nach vorne zu kommen. Also mogelten wir uns durch die Menge. Hier und da ein ,,Hey!", ,,Pass doch auf!" oder die Leute sahen einen mit dem Ich-stand-aber-schon-eher-hier-Blick an. Aber endlich waren wir an einem anscheinend guten Ort ziemlich weit vorn links angelangt und die Mädchen aus unserer Gruppe fingen schon begeistert an zu klatschen. Auch Jays Kumpels standen mit einem breiten Grinsen da und applaudierten TobyMac. Die ganze Rasenfläche grölte und jubelte und flippte bei dem ersten Song total aus. Ich verstand das nicht. Allgemein war das nicht so die Musik, die ich gern hörte.

Missing someoneWhere stories live. Discover now