1.Kapitel

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Langsam schmolzen die Geräusche zu einem penetranten Sirren zusammen. Doch abgesehen von diesem Sirren war es still um ihn. Er lauschte. Irgendwo musste sie doch sein. Sie versteckte sich. Aber egal wie lange es dauern würde, er konnte warten. Schließlich gehörte das zu seinem Spiel. Warten. Oh ja, es war sein Spiel. Wie viel Zeit er in das Auswählen seiner Gegenspieler investierte, hing von seiner Laune ab und von seiner Gier. Vor allem von seiner Gier. Doch egal wie lange das Spiel diesmal dauern würde - er würde gewinnen. So wie er immer gewann.

Langsam schritt er die dunkle Gasse entlang, blieb stehen. Er konnte sie riechen. Ihre Angst. Ihren Schweiß. Er verzog das Gesicht zu einem hämischen Grinsen, seine perfekt weißen Zähne funkelten im Licht seiner Kerze. Ja, eine Kerze. Er wollte es doch feierlich halten. Sein Spiel.

Doch langsam wurde er ungeduldig. Wie lange musste er sein Verlangen jetzt schon zähmen? Es war später als sonst und das gefiel ihm nicht. Er ließ sich nicht gerne die Kontrolle nehmen. Es war sein Spiel - nicht ihres. Aber das würde er ihr schon noch zeigen.

Sein Unmut hatte sich gelegt. Leise vor sich hin summend ging er weiter. Er wusste wo sie war. Er spürte sie. Er war sensibel für so etwas, das war schon immer so.

Schon in der schule nannten sie ihn “Weichei, Warmduscher, Sensibelchen”. Tja, damals hatten sie mit seinen Gefühlen gespielt, hatten ihn ausgelacht, wenn er zu weinen begann. Jetzt verstand er sie. Es war ein irres Gefühl, Menschen Angst zu machen.

Ihr Betteln und Flehen befriedigte ihn auf eine Art, wie es noch nicht einmal seine Sekretärin tat, geschweige denn seine Frau.

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