{unus}

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Es war einfach so passiert.

Ron hatte stumm den Kopf geschüttelt und den Blick von mir abgewandt. Kurz schaute er noch einmal auf um mich mit einem ausdruckslosen Blick zu mustern, bevor er sich umdrehte und verschwand. Die Hände in den Hosentaschen vergraben, schlenderte er davon als sei nichts passiert.

Es fühlte sich seltsam an. Enttäuschung, Wut und Trauer, Abneigung und augenblicklich auch Hass, tobten in mir. Ein Sturm aus Emotionen. Doch ich behielt mein ernstes Lächeln trotz allem im Gesicht. Hatte ich nicht genau das gewollt? Wie lange hatte ich mich nach diesem Moment gesehnt...

Jetzt sah ich es ein. Ich war einfach nur gutgläubig gewesen und hatte ihm alles verziehen.

Wie blind ich gewesen sein musste! Aber andererseits... ich wusste, dass ich nichts mehr für Ron empfand, nur war ich noch nicht dazu gekommen es ihm zu sagen... Ich hatte nicht gewusst wie ich es anstellen sollte...

Jetzt hatte ich es immerhin hinter mir.

Doch das er gleich den Kontakt abbrach... zumindest hatte er gesagt, dass er es vorhatte.

Weil ich ihn vor den Kopf gestoßen und Schluss gemacht hatte.

Ich konnte Ron nie so wirklich verstehen. Vielleicht, weil er nur Gefühle für sein Essen hegte? Ob Ron überhaupt etwas von echten Gefühlen verstand?

Ich beließ es bei der Frage. Sollte Ron doch machen was er wollte! Ich kam auch alleine klar.

Langsam drehte auch ich mich um und schlenderte weiter durch den Park. Das leise Rascheln der Blätter im Wind war beruhigend. Ab und zu knackte ein Zweig unter meinen Schuhen. Es war ein warmer Augustabend, die Sonne strahlte goldgelb über den Dächern Londons.

Bald würde sie untergehen, es war schon ziemlich spät. Ich vergrub meine Hände tiefer in den Taschen meiner Hotpants und kickte einen Kieselstein, der auf dem Weg lag, vor mir her.

Eine sanfte Brise durchfuhr meine offenen Haare. Das leise Läuten der Turmglocken wehte zu mir herüber.
Es war schon um neun...

Eigentlich hatte ich keine Lust mich auf den Rückweg zu machen, denn ich wohnte bei Ginny, im Haus der Weasleys.

Ron dort aus dem Weg zu gehen war dann schwierig, schwieriger noch, mit ihm an einem Tisch zu sitzen.

Ich versenkte den Kiesel mit einem heftigen Tritt im Gebüsch.
Warum musste sich, verdammt nochmal, alles verändern?

Es war so schön gewesen, bevor das alles passierte, vor dem Krieg.

Jetzt war Harry mit Bill Weasley auf dem Weg nach Ungarn zu einem Drachenzüchter. Von da aus wollte er weiter reisen, ohne direktes Ziel...
Auch wenn er versuchte so oft es ging Briefe zu schreiben, waren in den letzen Monaten insgesamt zwei Briefe gekommen, in denen er nur von der Schönheit der Welt erzählt hatte.

Es war nicht mehr der Harry den ich kannte... nicht mehr Harry Potter.
Genauso Luna. Neville hatte sie links liegen lassen und daraufhin hatte Luna eine Typenveränderung vorgenommen.

Statt blonden langen Haarwellen, fielen ihr nun dunkelbraune Locken, ähnlich wie meine, bis knapp über die Schulter. Außerdem hatte sie die Leichtgläubigkeit abgelegt und sich mit tieferen Bereichen der Magie auseinandergesetzt.
Sie war mir irgendwie ähnlich... aber das machte nichts, sie war immerhin meine beste Freundin, nach Ginny.

Ich hatte ziemlich viele Leute seit der Schlacht von Hogwarts aus den Augen verloren. Auch wenn es mich nicht interessieren brauchte, wollte ich manchmal wissen, was aus Draco Malfoy oder zum Beispiel auch Pansy Parkinson geworden war.

{I've got a secret} ~ DramioneStories to obsess over. Discover now